Mir gehts gerade durch die Depressionen überhaupt nicht gut, was könnt mir helfen?

11 Antworten

Hallo moochild9,

Du fragst nach einem "Hausmittel", um innerlich zur Ruhe kommen zu können. Es gibt da ein pflanzliches Mittel, das auch gem. einigen Studien eine sehr gute Wirkung hat: Lavendel, genauer gesagt, Lavendelöl. Dieses gibt in in der Apotheke als Kapsel (Handelsname Lasea). Von diesen brauchst Du täglich nur eine zu nehmen und sie machen nicht abhängig. Was könntest Du sonst noch tun, um gegen Deine Depressionen anzugehen?

Es kann z.B. sehr hilfreich und heilsam sein, sich an einen vertrauenswürdigen, einfühlsamen Menschen zu wenden. Es könnte ein guter Freund/Freundin, ein Verwandter oder ein fähiger Berater sein. Wenn Du es lernst, über Deine Gefühle zu sprechen, wirst Du merken, dass allein das schon eine heilende Wirkung hat. Ein Problem zu verleugnen und es nicht zu bearbeiten, macht alles nur noch schlimmer. Dein Gesprächspartner könnte Dir auch dabei helfen, verkehrte Denkweisen zu korrigieren. Dadurch magst Du mit der Zeit einiges aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

In den meisten Fällen sind bei Depressionen auch Minderwertigkeitsgefühle mit im Spiel. Wie kann man diesen Gefühlen geschickt entgegenwirken? Oftmals haben wir in uns eine innere Stimme, die überkritisch ist und uns zu unrecht verurteilt. Das kann zu verzerrten Denkmustern führen, die dann letztendlich in eine Depression münden. Hier sind einige Beispiele für solche verzerrten Denkmuster:

- Du siehst Dich in Schwarzweißkategorien. Du fühlst Dich als Versager, wenn Du nicht alles perfekt hinbekommst.

- Aus einem einzigen negativen Erlebnis wird ein endloses Misserfolgsmuster gemacht. Beispiel: Du machst einen Fehler und sagst dann: Bei mir läuft immer alles schief.

- Positives wird heruntergespielt. Machst Du einmal eine positive Erfahrung, magst Du diese herabwürdigen und zu Dir sagen: Das habe ich gar nicht verdient.

- Ohne einen wirklichen Grund zu haben, wird gefolgert, dass jemand einen nicht leiden kann. Man ist auch völlig davon überzeugt, das alles immer nur schlecht ausgeht.

Es geht also darum, solche falsche Denkweisen zu erkennen und gedanklich dagegen anzugehen. Sei Dir immer darüber im Klaren, dass jegliches negatives Denken Dein Selbstwertgefühl Stück für Stück verringert. Anders ausgedrückt: Negative Gedanken nähren die Depression und halten sie am Dasein.

Manche emotionale Probleme reichen bis weit in die Vergangenheit zurück. Es könnte z. B. sein, dass Dir früher jemand, möglicherweise durch unbedachtes Reden o.ä., irgendwie Schaden zugefügt hat. Damit die Sache nicht immer wieder hoch kommt, wäre es ratsam zum Vergeben bereit zu sein. Das bedeutet jedoch nicht, etwas herunter zu spielen oder so zu tun, als sei nichts geschehen. Es geht eher darum, alle negativen Gefühle "fortgehen zu lassen".

Wenn man wegen früherer Fehler anderer zu Verbitterung neigt, schadet man sich nur selbst. Schließe, soweit irgend möglich, mit der Vergangenheit ab und grübele nicht immer wieder darüber nach (es sei denn, der entstandene seelische Schaden ist so groß, dass man nicht so einfach darüber hinweggehen kann; dann benötigst Du dringend Hilfe von außen). Dadurch durchlebst Du alles erneut und gibst dem Verursacher die Macht, Dir immer wieder erneut Schmerz zuzufügen.

Wenn Du in Deinem Kampf gegen die Depressionen erfolgreich sein möchtest, benötigst Du unbedingt eine ausgeglichene Einschätzung Deines eigenen Wertes. Das bedeutet, dass man sich der eigenen Grenzen bewusst ist und von sich keinen Perfektionismus abverlangt. Es ist jedoch auch nicht ratsam, ins andere Extrem zu verfallen und Deinen eigenen Wert herunterzuspielen. Messe auch Deinen Wert nie an der Anerkennung oder Ablehnung durch andere. Lass Dir durch die Bewertungen von anderen nie Dein Selbstwertgefühl rauben.

Ich möchte Dich bei dem Thema Depressionen noch auf einen anderen, wichtigen Aspekt aufmerksam machen. Obwohl sie kein medizinischer Ratgeber ist enthält sie dennoch einige sehr ermutigende Aussagen und eine kostbare Hoffnung. Immer wieder zeigt die Bibel, dass Gott besonders Niedergedrückte sehr am Herzen liegen. In den Psalmen heißt es:" Es wird ihm leid sein um den Geringen und den Armen, und die Seelen der Armen wird er retten. Von Bedrückung und von Gewalttat wird er ihre Seele erlösen, und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen" (Psalm 72:13,14). Ist es nicht schön zu wissen, dass Gott an Deinem Leid nicht einfach vorbei sieht? Er verspricht uns, zu helfen, sofern wir an ihn glauben und bereit sind, seinen Willen zu tun. Viele, die unter Depressionen litten, haben gemerkt, dass ihnen ein enges Verhältnis zu Gott sehr geholfen hat, nicht mehr so bedrückt und hoffnungslos zu sein.

Darüber hinaus ist es, wie bereits erwähnt, auch sehr wichtig, das Gespräch zu jemandem zu suchen, der Dir einfühlsam zuhören kann und der auch reif genug ist, Dir zu helfen. Vielleicht gibt es ja in Deinem Freundes- oder Bekanntenkreis jemanden, zu dem Du Vertrauen hast und an den Du Dich wenden könntest. Ja, schöpfe alle Hilfen aus, die Dir zur Verfügung stehen! Dann, so hoffe ich, wird es Dir gelingen, Deine Depressionen zu überwinden. Alles Gute und viel Kraft dabei!

LG Philipp

Eine Depression ist nicht nur die kurzfristige Hölle, sondern kann auch ne ganze Weile andauern. Je nach Form der Depression und dem Ansprechen auf Behandlungsmethoden dauert es länger oder kürzer. Zudem können Depressionen rezidivierend (also wiederkehrend) sein.

In einer aktuellen Krisensituation ist es wichtig sich klar zu werden, dass diese Zustände auch wieder verschwinden werden. Zudem sollte man (ob ambulant oder stationär) Hilfe in Anspruch nehmen. Hausmittel gegen schwere Depressionen gibt es leider nicht. Abhilfe schaffen in einer solchen Situation vor allem Mittel chemischer Natur.

Ich versuche dir mal einen eher medizinischen und weniger sozialtechnischen Überblick über die Behandlungsmethoden einer Depression zu verschaffen:

  • Sport ist die einzige Selbstbehandlungsmethode die wissenschaftlich nachgewiesen antidepressiv wirkt. Nötig dazu sind 3-4 Trainingseinheiten an jeweils 20-30min die Woche. Bis eine Verbesserung der Symptomatik eintritt kann es über 1 Monat dauern. Mir hat Sport allerdings beireits nach einer Woche sehr geholfen. Das Problem dieser Behandlungsmethode ist, dass man in einer Depression oft Null Antrieb hat. Es braucht also eiserner Wille um ein Trainingsprogramm durchzuziehen.
  • Eine Psychotherapie ist ein elementarer Bestandteil jeder Behandlung. Mit einer Psychotherapie meine ich eine richtige Psychotherapie nach einem Konzept (z.B. Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse) und nicht das Gespräch beim Arzt, der einfach Medikamente verschreibt. Die Therapie sollte so intensiv wie möglich durchgeführt werden. Eine Psychotherapie ist sehr effektiv, doch kann es Monate dauern bis sich erste Verbesserungen bemerkbar machen.
  • Bei schweren Depressionen sind Medikamente leider oft alternativlos. Eingesetzt werden vor allem Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI/SNRI. Diese machen zwar nicht abhängig, doch haben sie andere Nachteile: Sie müssen täglich eingenommen werden, können vor allem zu Beginn der Einnahme starke Nebenwirkungen haben, es dauert 2-5 Wochen bis die Tabletten wirken und nicht jeder spricht gleich gut auf jedes Medikament an. Folglich müssen häufig mehrere Medikamente durchprobiert werden bis man eines findet das hilft. Dies ist insofern besch***, da man jedes Mal die Nebenwirkungen hat und 2-5 Wochen warten muss um die Wirksamkeit feststellen zu können. Hier findest du eine Übersicht mit Fachinfos über alle Medikamente, welche bei Depressionen eingesetzt werden.
  • Bei schwersten und therapieresistenten Depressionen (also wenn Medikamente nicht helfen) gibt es die Möglichkeit einer Elektrokrampftherapie (EKT). Die EKT ist mit Abstand die wirksamste Methode um Depressionen zu bekämpfen, allerdings ein ziemlicher Vorschlaghammer. Dem Patienten wird unter Vollnarkose ein Stromimpuls durch das Gehirn geleitet, welcher ein künstlicher Krampfanfall auslöst. Dieses Prozedere muss verteilt auf mehrere Tage mind. 8-12 Mal wiederholt werden. Davon biste hoffentlich weit weg.

Wie du siehst, gibt es kein Mittel das kurzfristig wirkt. Bei schweren und aktuen Depressionen werden allerdings häufig Medikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine (wie z.B. Lorazepam) eingesetzt. Diese wirken zwar nicht antidepressiv, aber beruhigend und angstlösend. Dies macht die Sache ein wenig erträglicher. Die Wirkung tritt bereits 20-30min nach der Einnahme ein. Allerdings sollten Benzodiazepine aufgrund ihres Abhängigkeitspotenzials so selten wie möglich konsumieren.

Ich empfehle dir deinen Psychiater zu kontaktieren. Er soll die Notfallmedikamente verschreiben und bei der Tagesklinik druck machen.

"Hausmittel" gibt es dafür nicht. Deshalb sind Depressionen ja so gefährlich. Es braucht sehr viel Übung und Erfahrung, um mit Depressionen halbwegs klar zu kommen. Im Jugendalter ist das umso schwerer. Man wäre ja, selbst als psychisch gesunder Mensch, noch lange nicht fertig im Kopf.

Man muss konstant an sich arbeiten, um irgendwie da raus zu kommen. Reden kann helfen. Musik auch. Mir zumindest. Selbst Leute im Internet helfen mir teilweise extrem weiter. Man braucht erstmal irgend jemanden, der einen auf diese ganzen "Bewältigungsmechanismen" bringt, die man dann anwenden kann. Erklären kann man das schwer, da das alles ja nur "gedanklich" passiert. Man muss mit psychischer Stärke gegen die Depressionen ankämpfen und versuchen nie komplett die Hoffnung zu verlieren. Oder gerade das, wenn die Depressionen mit durch eine bestimmte Person verursacht sind. Aber das ist wieder etwas anderes.

Ich kann dahingehend die "Rock You Foundation" empfehlen. Hat mir wirklich geholfen, was die Leute dort so angesprochen haben. Man kommt auf Gedanken, auf die kam man vorher nie. Für mich bedeutet diese Musik aber auch sehr viel, wodurch es für mich vielleicht zugänglicher ist, als für andere. Gib das mal auf YouTube ein, vielleicht hilft es dir ja auch. Ist allerdings auf Englisch. Es gibt aber auch sonst viel zu diesem Thema, in welcher Form auch immer. Sich damit zu beschäftigen hilft extrem weiter, um dagegen anzukommen.

Das Wichtigste ist, dass das alles nicht für immer ist. Es wird besser. Definitiv. Und das ist es wert, weiter zu kämpfen.

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