Minusstunden bei zu geringen Wochendstunden?

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4 Antworten

Ich sehe das anders als in den bisherigen Beiträgen zu lesen ist.

  1. Vereinbart sind 40 Wochenstunden die auch bezahlt werden
  2. Minusstunden auf dem Zeitkonto sollen mit Vertretungen (anderer Mitarbeiter?) ausgeglichen werden.
  3. Der MA hat keine Möglichkeit die geforderten 40 Stunden zu arbeiten weil der AG ihm diese nicht gibt.
  4. Aufgelaufene Minusstunden kann der MA nicht ausgleichen da es nichts zu vertreten gibt und damit keine zusätzlichen Stunden gearbeitet werden kann.

Hier ist m.E. der § 615 BGB gefragt. Der AG befindet sich in Annahmeverzug und muss den AN so bezahlen als hätte er gearbeitet. Hier dürfen keine Minusstunden entstehen, es muss weder vor- noch nachgearbeitet werden und mit Urlaub verrechnen geht überhaupt nicht.

Das ist das Betriebsrisiko des AG. Wenn dieser mit dem AN einen Vertrag über eine bestimmte Stundenzahl abschließt aber nicht genug Arbeit für den MA hat, damit dieser die geforderten Stunden erreichen kann, ist das das Betriebsrisiko des AG und nicht des AN. Warum sollte dieser ausbaden müssen, wenn der AG zum einen nicht rechnen kann und dann auch noch den AN dafür "bestrafen" will.

Wenn sich Umstände im Betrieb ändern, soll der AG mit dem AN eine andere Vereinbarung treffen (Änderungsvertrag) und zwar bevor es zu so vielen Minusstunden kommt. Wo kämen wir denn hin, wenn die AG sich alles so zurechtlegen könnten wie sie es gerne hätten.

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Kommentar von Hasron
23.02.2016, 15:06

Vielen Dank für diese Antwort. Sie bestätigt mich in meiner Annahme und hilft mir wirklich weiter. Es ist zwar eindeutig wie die Rechtslage sich gestaltet, aber leider haben noch viel zu viele Menschen Angst davor, sich auch für ihre eigenen Rechte einzusetzen.

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die 40-Std. Woche war wohl mal vorgesehen, hat sich aber aus irgendwelchen Kriterien geändert. Der Chef kann nicht einfach die 40 Std. ansetzen. Nachweisbar über einen längeren Zeitraum sind nur noch die 33 Std. angefallen, damit sind auch nur die tatsächlich gearbeiteten Std. als Rechnungsgrundlage genommen werden müssen.. 

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Kommentar von PeterSchu
23.02.2016, 18:18

Und wieso meinst du, dass der Betrieb plötzlich einseitig vom Vertrag abweichen darf?

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Diese Berechnung stellt man vor der Vertragsunterzeichnung an! Und ja, er darf Minusstunden verrechnen!

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Kommentar von Hasron
23.02.2016, 13:55

Ist er denn nicht aber auch verpflichtet die 40Std. möglich zu machen? Die Chance diese zu arbeiten besteht ja gar nicht, alleine schon wegen der Öffnungszeiten. 

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Wenn die Stunden so vereinbart waren ja. Aber der Vertrag ist ja an sich schon Mist, wenn die Arbeitszeit nicht mit den Bedingungen vereinbar sind. Da hätte der AN voher schon mal intervenieren sollen.

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Kommentar von Hasron
23.02.2016, 13:55

Na, es ging bei Vertragsabschluss ja auch darum, dass diese Zeiten sich mit Krankheits-und Urlaubsvertretung decken sollten. Hier liegt aber die Crux, die Beschäftigte arbeitet alleine im Geschäft. 

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