Mins Sohn wird gemobbt - wenn er sich wehrt, dann Klassenkonferenz

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8 Antworten

Da ich in meiner Schulzeit selbst Opfer von Mobbing war kann ich dir versichern, dass es auf der Hauptschule wohl eher noch schlimmer werden würde, sofern er dorthin wechseln muss.

Helfen kannst du ihm, in dem du ihn auf eine andere Schule schickst. Dann ist die halt 20 km weit weg. Na und? Es gibt Busse und Bahnen. Ich wäre meinen Eltern sehr dankbar gewesen, wenn sie das gemacht hätten. Wichtig ist, dass ihn an dieser Schule möglichst niemand kennt - was auf der örtlichen Hauptschule vermutlich nicht der Fall sein dürfte, da ja dort wahrscheinlich auch ehemalige aus seiner alten Grundschule sein werden. Ob es dann tatsächlich aufhört, ist allerdings wieder eine andere Frage. Mobbing-Opfer neigen dazu, ihr Verhalten auch nach einem Schulwechsel nicht unbedingt zu ändern, wodurch sie erneut Mobbing ausgesetzt werden. Ein Versuch wäre es aber sicherlich wert, schlimmer werden kann es ja eigentlich nicht wirklich.

Wenn du der Meinung bist, dass die Schule ihre Pflichten vernachlässigt, setze dich mit der Bezirksregierung in Verbindung. Das solltest du auch tun, wenn du das Gefühl hast, dass dein Sohn benachteiligt wird - was er meiner Meinung nach durch diese Konferenz wird. Gehe dort hin, halte bei den Lehrern dagegen, weise sie auf ihre Pflichten hin, und wenn das nichts hilft, setze dich mit der Bezirksregierung in Verbindung. Die werden sich dann (hoffentlich) mit der Schule befassen.

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hallo ich bin selbst ein mobbing opfer und kann nachvollziehen wie er sich fühlt. und es ist ihm auch nicht vorzuwerfen das er mal ausrastet. meine schule hat damals auch alles getan, nur leider nichts für mich. wenn elternsprechtag war oder sogar ein treffen mit allen lehrern usw kam ich mir vor als wäre ich schuld an den problemen. gelöst wurde aber gar nichts. wenn es nicht doch irgendeine möglichkeit gibt ist ein schulwechsel das beste, auch wenn sie weit weg ist. mich verfolgt das bis heute und ich habe angst wenn ich eine gruppe jugendlicher sehe,obwohl ich sie gar nicht kenne. mir ist das als jugendliche passiert, deswegen die panik vor den tennagern. mit erwachsenen habe ich zb gar keine probleme. wenn die schule sich aber nicht wirklich kooperativ zeigt kannst du dich aber auch mal von einem anwalt beraten lassen denn es kann nicht sein das ein kind fertig gemacht wird und niemand wirklich etwas dagegn tut. warum soll er eigentlich die schule wechseln? wieso nicht die täter? das finde ich unfair aber das war bei mir genau dasselbe. da die kinder aber schon älter waren habe ich auch mehrer von denen angezeigt. das wurde dadurch alles noch schlimmer, so dass ich das schnell bereut habe. ich habe letzten endes die schule gewechselt. und ich bin froh das ich das gemacht habe. ich wünsche dir und deinem sohn alles gute und das es eine lösung schnell findet. liebe grüße! pam

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Puh, ganz schön viel. Ich versuche es mal zu sortieren.

Erstens: einen Konferenzbeschluss, dass dein Sohn an eine Hauptschule überstellt ist, obwohl er (vermute ich) eine Realschulempfehlung von der Grundschule bekommen hat, wird es nicht geben. Keine Konferenz darf so etwas beschließen. An eine Hauptschule kann er nur aufgrund von Leistungen, also wenn er zweimal in der gleichen Klasse sitzenbleibt erfolgen. Aber keinesfalls aufgrund von Verhalten.

Zweitens: Mit wem hast du denn von der Schule gesprochen? Nur die Klassenlehrerin oder auch der Direktor? Wenn schon ein Video bei Youtube existiert und die Schule trotzdem nix macht würde ich eine Stufe höher gehen. Wende dich an den für die Schule verantwortlichen Dezernenten und schildere ihm die Vorfälle. Die Presse nimmt sowas auch gerne.

Ganz praktisch gesehen solltest du dir folgendes überlegen: Wenn dein Kind so leidet und die Schule alles unter den Tisch kehrt wären mir die 20km für die andere Schule der Aufwand wert. Vielleicht fährt zumindest nachmittags auch ein Bus?!

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Kommentar von youngindy
06.12.2013, 11:39

Nochmal im Detail: §61 beschäftigt sich mit Ordnungsmaßnahmen. Diese sind gegliedert. Nirgendwo steht etwas von der Möglichkeit, auf eine andere Schulform überwiesen zu werden. Entweder es passiert nix oder folgendes und zwar gestaffelt:

  1. Ausschluss vom Unterricht in einem oder in mehreren Fächern oder ganz oder teilweise von dem den Unterricht ergänzenden Förder- oder Freizeitangebot bis zu einem Monat,
  2. Überweisung in eine Parallelklasse,
  3. Ausschluss vom Unterricht sowie von dem den Unterricht ergänzenden Förder- und Freizeitangebot bis zu drei Monaten,
  4. Überweisung an eine andere Schule derselben Schulform oder, wenn eine solche Schule nicht unter zumutbaren Bedingungen zu erreichen ist, an eine Schule mit einem der bisherigen Beschulung der Schülerin oder des Schülers entsprechenden Angebot,
  5. Verweisung von der Schule,
  6. Verweisung von allen Schulen.

Also bevor Maßnahme 6 greift werden erstmal vorgelagerte angewendet. Direkt von der Schule fliegt man nicht so einfach, erst recht nicht beim ersten Vergehen. Dann müsste er schon beim Drogenverkauf erwischt worden sein. Und in der Konferenz darfst du und dein Sohn dich auch äußern. Da wäre das Mitnehmen des Videos hilfreich. Auch gegen einen eventuell negativen Beschluss kannst du Widerspruch einlegen. Ich vermute, dass es schlimmstenfalls auf die Überweisung in eine Parallelklasse hinauslaufen wird. Und oft ist dies sogar hilfreich und weniger eine Strafe. Aber keine Angst vor der Hauptschule. Dies wird zu 1000% nicht passieren.

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Ich hatte in der 8. bis zur 10. Klasse das gleiche Problem, Eltern sind da so gut wie machtlos und die Lehrer interessiert es nicht, es soll bloß nicht an die öffentlichkeit kommen, weil die Schule ja einen Ruf zu verlieren hat.

Konferenzen, Gespräche mit Lehrern, Eltern, Schülern etc. hat nichts geholfen. Es wird sich nicht ändern egal wie viel Zeit und Kraft man darein steckt. Öffentliche Schulen würde ich meiden. Als ich nach der 10. Klasse auf eine Privatschule gewechselt habe, war das ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Wenn ich mal Kinder haben sollte würde ich sie nur auf eine Privatschule schicken!

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Kommentar von youngindy
06.12.2013, 11:26

Hmm, eine Privatschule ist auch kein Garant dafür, dass es kein Mobbing gibt.

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Am besten würdet ihr eurem Kind helfen, wenn ihr sachlich und realistisch bleiben würdet. Die Einberufung dieser klassenkonferenz z.B. ist nicht automatisch gegen euren Sohn gerichtet, sondern kann auch genau dem Aufklären der ganzen Umstände dienen. Kinder, gerade auch an der grundschule, "mobben" nicht so einfach jemanden. Die sind alles andere als kalkuliert bösartig! Insofern sollte man sich auch mal Gedanken darüber machen, warum dein Kind Probleme in der Schule hat und da auch nicht immer auf die anderen schauen. "Wutanfälle" sind ebenfalls alles andere als automatische Folgen von "Mobbing", könnten aber erklären, warum die anderen Schulkinder auf dein Kind keinen großen Bock haben. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass alle lehrer und die Schulleitung sich gegen euch verschworen haben... :-/

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Das Problem ist, wenn man ein Mobbingopfer ist (ich kenne das gut), muss man sich wehren. Man bricht einmal richtig aus dem Käfig aus und dann ist man auch draußen.

Mobbing kommt meistens aber auch daher, dass er sich nicht traut sich zu wehren. Bei mir kam das von meiner Erziehung her..naja...sagen wir mal einfach - Kinder werden nicht als Mobbingopfer geboren. Bei mir war es der Vater, der mich demoralisierte.

Hachja, Schulzeit...

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Was war denn eher da? Das Mobbing oder die Wutanfälle?

Vielleicht solltest du mit deinem Sohn mal zum Kinderpsychologen gehen!

Selbstverständlich liegt hier aber ein Kommunikationsproblem zwischen Eltern und Lehrern vor.

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Aus mobbing ist es schwer rauszukommen :( Du musst deinem Sohn humor beibringen ;) Das heißt, wenn jemand sagt: " Du bist blöd!" Dann kann er ganz gechillt sagen :" Hast recht, du bist wirklich blöd."

Oder: " Du bist hässlich!" Er: " Zum geburtstag schenk ich dir einen Spiegel und schadenfreunde!"

Ich glaube nicht, das ein Wohnort wechsel die Lösung wäre.Hat dein Sohn an seiner Schule vertrauenslehrer? Wir haben welche. Die sind sehr nett.

Und, du musst ihm Mut machen ;)

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Kommentar von Lakotawoman
06.12.2013, 11:07

Es ist halt so, dass er ja schon vorher in der Grundschule gemobbt wurde. Damals haben zwar viele Eltern oder auch Kinder Dinge mitbekommen, wollten nur nicht offiziell dazu stehen, um selbst nicht in die Schußlinie zu geraten. Aber auch in der 5.Klasse, also an der neuen Schule, geht es wieder weiter. Eine Therapie hatte er schon zu Grundschulzeiten, nur wurde mir ganz klar gesagt, ein wirklicher Erfolg stellt sich nur ein, wenn das Übel beseitigt wird, sprich die Schule etwas gegen Mobbing macht. Ich habe das "No Blame Approach" vorgeschlagen, dazu wurde mir gesagt, dass die Schule weder Zeit noch Personal dafür hätte. Ich will nicht, dass mein Kind weiter leidet und zu Grunde geht. ich will Hilfe. Mit einer Klassenkonferenz wird jetzt aber das Opfer bestraft.

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