Minijob trotz Ausbildung?

7 Antworten

Meine frage ist jetzt, kann mir meine Ausbildugsstelle den Minijob oder eher das Hobby am Wochenende verbieten ?

Nein, das darf ** der Arbeitgeber nicht generell und pauschal!

Der Arbeitgeber/Ausbildungsbetrieb darf eine Nebentätigkeit (welcher Art auch immer) nur unter bestimmten Voraussetzungen verbieten, weil ein generelles Verbot unvereinbar wäre mit der grundgesetzlich garantierten Freiheit der Berufswahl und Berufsausübung (Grundgesetz GG Art 12 Abs. 1).

Verbieten darf er, wenn

> die Nebentätigkeit eine Konkurrenztätigkeit wäre (alleine die Tätigkeit in einem Konkurrenzbetrieb reicht für ein Verbot nicht, wenn die Tätigkeit selbst keine Konkurrenztätigkeit ist),

> die Tätigkeit gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen würde (z.B. Überschreitung der gesetzlich zugelassenen Höchstarbeitszeit),

> die durch Tatsachen begründete Befürchtung - eine bloße Vermutung reicht nicht - besteht, dass durch die Nebentätigkeit die Haupttätigkeit negativ beeinflusst würde (z.B. Übermüdung, Leistungsabfall, Gefährdung des Ausbildungsziels).

In der Ausbildung hat der Betrieb eine besondere Verantwortung und auch Fürsorgepflicht gegenüber dem Auszubildenden; von daher ist es für diese Frage hier nicht von Bedeutung, ob Du für diesen Job bezahlt wirst oder nicht. Mit anderen Worten: Auch wenn Du nicht bezahlt wirst, ändert das unter dem gerade genannten Aspekt nichts an den Ausführungen, die ich in der Antwort gegeben habe - dass der Betrieb unter den genannten Voraussetzungen auch dann ein Verbot aussprechen dürfte.

Das ist die rein rechtliche Seite.

Eine andere Frage, die ich nicht beantworten kann, ist die, ob und wie Du gegebenenfalls deswegen in eine Auseinandersetzung mit Deinem Arbeitgeber treten kannst oder willst; "Recht haben" und "Recht bekommen" sind leider viel zu oft zwei sehr verschiedene Dinge.

Gegebenenfalls musst Du Dich bei einer Auseinandersetzung mit dem Ausbildungsberater der für Dich zuständigen Industrie- und Handelskammer IHK oder Handwerkskammer HWK in Verbindung setzen.

** "können" ja, "dürfen" nein ;-)

das Verbieten eines Nebenjobs ist aber auch nicht gestattet. Erlaubnispflichtig ist das bei Beamten, das muß gemeldet werden.

Der Nebenjob soll nur nicht die Ausbildung beeinträchtigen, (zu wenig Schlaf, Konkurrenz zum Arbeitgeber usw)

Sa-So kannst Du ruhig machen, so hast Du den So. noch zum Ausruhen.

Ein Verbot einen Nebenjob auszuüben trifft nur auf Ausnahmefälle zu und wenn es im Arbeits bzw. Ausbildungsvertrag nicht schriftlich festgehalten ist,dann wüsste ich nicht warum du dies nicht weiter machen dürftest !

Welcher Grund wird denn für das Verbot angegeben ?

Wenn der Nebenjob einen negativen Einfluss auf dein Ausbildungsziel hätte,oder du bei einem Konkurrenzunternehmen arbeiten würdest,dann hätte ich das Verbot ja verstanden.

Man soll dir dann doch bitte die Rechtsgrundlage für das Verbot mitteilen,wenn z.B. keines der genannten Ausnahmefälle zutrifft,so einfach würde ich das Verbot nicht hinnehmen.

Vielen Dank für deine Antwort :) Mir wurde gesagt das ich dem Betrieb voll zur Verfügung stehen soll und wenn ich am Wochenende in der Nacht arbeite, kann ich mich nicht richtig erholen und die Schulischen Leistungen würden drunter leiden. Bisher habe ich nach dem Minijob bis 13 Uhr gesschlafen und würde auch nicht weniger schlafen wenn ich keinen Minijob hätte :D )

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@Froodo123

Auf reinen Verdacht hin geht da schon mal gar kein Verbot !

Ein Verbot käme ggf.dann in Betracht,wenn du dich tatsächlich ab Beginn der Nebentätigkeit nachweislich verschlechtert hättest,also man deine schlechten Noten / Arbeit auf deine Nebentätigkeit zurück führen könnte.

Nur weil es evtl.passieren könnte ist hier kein Grund für ein Verbot.

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[...]und wenn es im Arbeits bzw. Ausbildungsvertrag nicht schriftlich  festgehalten ist,dann wüsste ich nicht warum du dies nicht weiter machen dürftest ![...]

Selbst wenn das dort schriftlich festgehalten wurde, so ist diese Klausel nach mehreren höchstrichterlichen Urteilen inzwischen für ungültig erklärt worden, da sie gegen das Grundgesetz verstößt. Davon unbetroffen bleiben natürlich von Dir beschriebene Ausnahmen.

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@MikeyShu85

Na sicher und genau so eine Ausnahme sollte dann als Begründung der Ablehnung im Arbeits bzw. Ausbildungsvertrag stehen,dass hatte ich damit gemeint !

Nur weil im Vertrag dann ein Verbot stehen würde hat das keine Verpflichtung für den Arbeitnehmer bzw.Azubi,dass muss dann schon rechtlich Hand und Fuß haben.

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@isomatte

Dann habe ich deinen Satz falsch gelesen, sind wir uns ja einig :-)

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