Minijob ohne Frist kündigen?

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8 Antworten

Kein Arbeitsvertrag

Selbstverständlich gibt es eine Arbeitsvertrag, und zwar einen mündlichen. Nirgends ist geregelt, dass Arbeitsverträge schriftlich abzuschließen wären.

Wenn sie eine Kündigungsfrist einhält, verliert sie den ausbaufähigen Job.

Wenn es eine Probezeit gibt, gilt eine Kündigungsfrist von 2 Wochen (ohne festgelegtes Ende), ansonsten sind es vier Wochen zum 15. oder zum Monatsletzten. Sollte diese Frist für den neuen Job zu lang sein, sollte deine Freundin mit ihrem jetzigen AG offen darüber reden. Einfach gehen und nicht wiederkommen ist ein ganz mieses Verhalten, man sollte sowas immer mit Anstand zu Ende bringen. Will deine Freundin dann irgendwann in Zukunft nochmal was von ihrem Ex-AG, sollte sie sich nicht wundern, wenn der sich ihr gegenüber ähnlich mies verhält.

Rein theoretisch könnte der Arbeitgeber in dem Fall Schadenersatz verlangen, wenn ihm dadurch ein messbarer Schaden entstünde. Praktisch kommt es selten vor, weil es an der Beweisbarkeit scheitert.

Dann soll sie mit dem ersten Chef sprechen. Wenn er sich aber nicht darauf einlässt, hat sie Pech. Sie muss nunmal die gesetzliche Kündigungsfrist einhalten. Ansonsten kann es durchaus sein, dass sie Schadenersatz leisten muss. 

Wassermann1962 12.07.2017, 15:15

Schadenersatz? Wie viel könnte das sein?

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ErsterSchnee 12.07.2017, 15:17
@Wassermann1962

Die ganzen Aufträge, die der Chef nicht fristgerecht abarbeiten kann, weil sie nicht wiederkommt und er keinen Ersatz findet. Kann also richtig teuer werden...

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ErsterSchnee 12.07.2017, 15:33
@Wassermann1962

Ja und? Und wenn er dadurch den Auftrag verliert? Soviel kann sie sich mit dem neuen Job gar nicht zusammenarbeiten...

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Familiengerd 12.07.2017, 17:33
@ErsterSchnee

Kann also richtig teuer werden...

Das ist Unsinn bei einem Minijob als Regaleinräumer/-service mit maximal 5 Wochenstunden!

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Sie kann höchstens mit ihrem aktuellen Chef darüber reden.

Wenn er auf die Kündigungsfrist besteht, was sein gutes Recht ist, dann hat sie die auch einzuhalten.

Ansonsten könnte sie sich schadenersatzpflichtig machen.

Familiengerd 13.07.2017, 13:19

Ansonsten könnte sie sich schadenersatzpflichtig machen.

Welcher Schaden sollte denn wohl ursächlich bei einem Minijob als Regaleinräumer/-service mit maximal 5 Wochenstunden nachweisbar sein??

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Auch ohne schriftlichen Vertrag hat man Kündigungsfristen einzuhalten. Auch bei einem Minijob.


Denkt mal andersrum: wie groß wäre das Geschrei,w enn derChef sie einfach von grade auf gleich raussetzt?

Spricht absolut nicht für Deine Freundin, diese sch*egal-Haltung.


Wassermann1962 12.07.2017, 15:17

Welche Haltung? Es ist lediglich eine Frage.

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Hier hielt die gesetzliche Regelung und ist somit mit einem gesetzlichen Arbeitsvertrag "ausgestattet".

Die gesetzliche Regelung legt vor, dass vier Wochen zum Monatsende oder zum 15. des folge Monats eingehalten werden muss bei einer ordentlichen Kündigung.

Sollte der Wunsch nach einer außerordentlichen Kündigung sein, so muss sie ein Aufhebungsvertrag mit dem Arbeitgeber vereinbaren.

 

Die Kündigungsfrist ist vertraglich festgelegt und daran muss sie sich auch halten. Punkt.

Wassermann1962 12.07.2017, 15:15

Es gibt keinen Arbeitsvertrag.

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SiViHa72 12.07.2017, 15:16
@Wassermann1962

Dann gilt automatisch das gesetzliche.

Sie HAT Kündigungsfristen einzuhalten.

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AlbinoFuchs 12.07.2017, 15:16
@Wassermann1962

Dann kann sie einfach nicht mehr hingehen. Ist nicht die feine englische, aber wenn der Arbeitgeber keinen Vertrag macht ist er selber schuld.

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AlbinoFuchs 12.07.2017, 15:17
@SiViHa72

Sicher? Um mir Kosten zu sparen frage ich jetzt nicht meinen Anwalt :D Aber wo ist das festgelegt?

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ErsterSchnee 12.07.2017, 15:19
@Wassermann1962

Dann würde sie sich also auch nicht beschweren, wenn sie kein Geld bekommt? Wo sie doch keinen Arbeitsvertrag hat?^^

Auch ein mündlicher Vertrag ist ein Vertrag - sowas lernt man üblicherweise schon in der Schule!!!

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AlbinoFuchs 12.07.2017, 15:20
@ErsterSchnee

Da hab ich dann wohl nicht aufgepasst - aber jetzt wo du es ausschreibst, mündlicher Vertrag - klar! Aber im Streitfall sind diese nur schwer nachzuweisen, oder täusche ich mich da?

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DarthMario72 12.07.2017, 15:27
@AlbinoFuchs

oder täusche ich mich da

Ja, das tust du. Kollegen als Zeugen, Dienstpläne, Stempelkarte, Kontoauszüge - das sind nur ein paar mögliche stichhaltige Beweise für einen Arbeitsvertrag.

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ErsterSchnee 12.07.2017, 15:31
@AlbinoFuchs

Mündliche Vereinbarungen muss man ja nur da nachweisen, wo sie von den gesetzlichen Regelungen abweichen... Und KEINE Kündigungsfrist wäre eine Abweichung von der gesetzlichen Regelung - und somit von der Freundin nachzuweisen.

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Wassermann1962 12.07.2017, 16:08
@DarthMario72

Es gibt keine Kollegen. Weder Stempelkarte noch Kontoauszüge. Zumindest nicht im vorliegenden Fall. ;-)

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kevin1905 12.07.2017, 15:52

Der Vertrag wurde mündlich geschlossen.

Wer vom BGB abweichen will muss dies irgendwo festhalten. Das ist nicht geschehen, also gilt BGB.

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Am besten einfach mal mit dem Arbeitgeber sprechen. In der Regel sind die da schon flexibel. Wenn der andere Job so viel besser ist, dann wird der alte Arbeitgeber nicht viel machen können. Zur Not kann Sie halt einfach nicht mehr hingehen.. Ist zwar nicht so die feine englische Art.. Aber na ja :-)

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