Minijob auf 450-Euro-Basis: Lohnfortzahlung bei Krankheit?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gilt das Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG, das auf ausnahmslos alle Arbeitnehmer anzuwenden ist!

Nach dem Bundesarbeitsgerichtes ist Arbeitnehmer derjenige, der aufgrund eines privatrechtlichen Vertrages (Arbeitsvertrag mündlich oder schriftlich) eine Dienstleistung (seine Arbeitskraft) gegen Entgelt in persönlicher Abhängigkeit (Arbeitsanweisung des Arbeitgebers) erbringt.

Dabei macht es keinen Unterschied, ob ein Arbeitnehmer, als Vollzeit- oder Teilzeitkraft, als Aushilfe, Zeit- oder Leiharbeitnehmer oder als Mini. oder Midi-Jobber oder was auch immer arbeitet.

Das oben genannte Gesetz gilt also zwingend auch für Deine Freundin und der Arbeitgeber hat es zu beachten, weil er sich sonst strafbar macht. Es besagt in § 3 Abs. 1:

Wird ein Arbeitnehmer durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, ohne daß ihn ein Verschulden trifft, so hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen.

Während der Erkrankung hat Deine Freundin also für die Dauer von maximal 6 Wochen Anspruch auf das Geld (Entgeltfortzahlung), das sie auch erhalten hätte, wenn sie nicht erkrankt wäre.

Das ist übringens auch keine untragbare Belastung für den Arbeitgeber als "kleiner Unternehmer", weil er für genau solche Fälle in einen Umlagefonds einzahlt, aus dem er ca. 80 % der ihm entstehenden Kosten erstattet erhält (wenn Deine Freundin keine Entgeltfortzahlung von ihm erhielte, er trotzdem Kostenausgleich aus diesem Fonds bekäme, würde er sich sogar betrugsmäßig bereichern).

Aauf der von Werniman in seiner Antwort genannten Seite der Minijob-Zentrale ist der Anspruch auf Entgeltfortzahlung noch einmal kurz erläutert.

Meine Freundin arbeitet auf Mini-Job-Basis in einem Spätkauf. Seit Mittwoch ist sie krank und der Chef (Inhaber) ist der Ansicht, dass sie keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung hat, da es eben nur ein Minijob ist. Stimmt das und wenn ja wo steht das geschrieben?

Was der Chef meint oder welche Ansicht er hat interessiert nicht.

Fakt ist, das die Lohnfortzahlung auch bei einem Minijob gilt.

MfG

Johnny

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MfG

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