Mindestmietzeit - was bedeutet das und wie kommt man da raus?

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12 Antworten

Eine Mindestmietzeit im Wortsinn gibt es nicht (mehr). Nach aktuellem Recht gibt es die Möglichkeit, für einen bestimmten Zeitumfang festzuschreiben, dass auf eine Kündigung von beiden Vertragsparteien verzichtet wird (Kündigungsverzicht). Der ist nur wirksam, wenn er lt. Vertragstext wechselseitig gelten soll. Max. 4 Jahre sind in einem Formularmietvertrag zulässig. Individuell kann auch eine längere Frist vereinbart werden.

Wenn du nur zwei Jahre bleiben willst, überzeuge den Vermieter davon, insbesondere auf Grund deiner Besonderheit des Studiums. Erklär ihm, wie sehr dir die Wohnung gefällt.

Es kann vertraglich ein Zeitraum vereinbart werden für den Mieter und Vermieter auf Recht zur ordentlichen (fristgerechten) Kündigung verzichten. Erst zum oder nach Ablauf dieser Zeit kann der Vertrag ordentlich gekündigt werden.

Das nennt sich Kündigungsverzicht. Der ist zulässig bzw. wirksam wenn der Mieter dadurch nicht länger als 4 Jahre an den Vertrag gebunden ist.

Nach bzw. zum Ende des Kündigungsverzichtes kannst Du ganz normal mit der für Mieter gesetzlichen Kündigungsfrist kündigen. Nachmieter mußt Du nicht suchen.

Vorzeitig aus einem Mietvertrag mit Kündigungsverzicht zu kommen ist schwierig.

Dazu müßte der Mieter Mieter einen wichtigen Grund nachweisen. Zum Beispiel die "zwangsweise" Versetzung an einen, weit entfernten Arbeitsort.

Überleg dir also gut ob Du dich darauf einläßt.

Es ist möglich und ich an Deiner Stelle würde dem Vermieter ganz offen sagen, dass Du Dich für zwei Jahre ohne weiteres binden könntest, darüber hinaus aber nicht. Vielleicht gefällst Du ihm als Mieterin so gut, dass er auch mit zwei Jahren Kündigungsverzicht einverstanden ist.

Immerhin kann das nicht das einzige Kriterium bei der Mieterauswahl sein. hat er ansonsten nur noch Kandidaten, die zwar drei Jahre bleiben würden, die er aber aus anderen Gründen nicht im Haus haben will, dann wird es trotzdem gehen.

Das bedeudet, dass du bis zum Ende dieser Mindestmieddauer an den Vertrag gebunden ist und erst nach deren Ende wirksam ordentlich kündigen kannst.

Im Bezug auf die Entlassung (vermutl. durch Auflösungsvertrag) durch Suche eines Nachmieters ist die genaue vertragl. Regelung entscheidend, ich gehe aber davon aus, dass es so geregelt sein wird, dass der Vermieter einen eventuellen Nachmieter ablehnen könnte (ohne Angabe von Gründen). Möglicherweise wird er auch überhaupt keinen vorgestellten Nachmieter akzeptieren, sondern auf Einhaltung des Vertrages pochen.

In welcher Länge eine Mindestmietzeit rechtlich zulässig ist, vermag ich nicht zu beurteilen.


Was bedeutet jetzt aber diese Mindestmietzeit?

Du kannst frühestens zum Ablauf des 3. Jahres kümdigen. Wird der Vertrag zum 01.05.2017 geschlossen kann er frühestens zum 30.04.2020 beendet werden.


Ist das rechtlich zulässig?

Ja ist es bis zu 48 Monaten bei vorgefertigten Mietverträgen, bis zu 60 Monaten bei individuellen.

Der Kündigungsverzicht muss für beide Parteien gelten, heißt der Vermieter kann dir auch vorher nicht kündigen, auch nicht Eigenbedarf.


Kann ich nach der Zeit selber einen Nachmieter suchen, den der Vermieter akzeptieren muss?

Dein Vermieter muss gar nichts.

Wenn du mir 10.000 Nachmieter suchst und ich davon 10.000 behindert finde und keinen haben will, hast du Pech. Gefällt mir aber einer, kann ich diesen annehmen und du wärst raus aus der Kiste. Betonung auf KANN, nicht muss.


Die Wohnung wirkt auch preislich ansonsten sehr attraktiv, was diese
Klausel recht ärgerlich machen könnte - ich will nicht, dass es nur
daran scheitert.

Diese Klausel kommt eigentlich nur vor wenn am Standort mehr Leerstände als potenzielle Mieter vorkommen.

Da hat es wieder einer nicht kapiert, dass "behindert" kein Schimpfwort ist!

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Wenn der Vertrag tatsächlich von einer "Mindestmietzeit" spricht, ist das AFAIR eine unwirksame Bestimmung. Ist aber von einem Kündigungsverzicht (vgl. anitari und johnnymcmuff) die Rede, ist das eine wirksame Klausel.

Möglich ist in der Regel (wenn man tatsächlich darauf angewiesen ist, an einen anderen Ort zu ziehen), die Wohnung für die Restzeit unterzuvermieten. Der Vermieter hat nicht wirklich eine Handhabe, das zu untersagen.

Wenn also im Mietvertrag steht: Es besteht eine Mindestmietdauer von 12 Monaten, hat es keine Gültigkeit?

Wegen dem Wort Mindestmietdauer?

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@grubenhirn

Genauso ist es. Eine so formulierte Klausel hätte vor Gericht keinen Bestand.

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Mindestmietzeit heißt Du kannst diesen Vertrag vorher nicht !! kündigen.

Du kannst einem Vermieter zwar anbieten einen Nachmieter zu suchen, nur der muss diesen keinesfalls akzeptieren.

Sicher ist das zulässig. Für einen Vermieter ist es immer ziemlich aufwendig neue Mieter zu suchen. Deshalb ist man in der Regel an längeren Mietverhältnissen interessiert.
Dieser hier sichert sich eine Mindestzeit ab. Was ich auch in Ordnung finde.

Vertrag ist Vertrag und wenn du für 3 Jahre unterschrieben hast..kannst du nur mit der Kulanz des Vermieters aus dem Vertrag aussteigen!

Das sollte reiflich überlegt sein..einen Nachmieter, von dir vorgeschlagen, muß er nicht akzeptieren!

die mindestmietzeit ist zulässig. das bedeutet die 3 jahre bindend sind. du kommst halt vorher nicht raus.

der vermieter macht das aus folgendem grund : es ist für ihn sehr aufwendig neue mieter zu suchen. 

Was bedeutet jetzt aber diese Mindestmietzeit? 

Man kann einen Kündigungsverzicht bis zu 4 Jahren vereinbaren.

Ist das rechtlich zulässig?



Wenn es nicht mehr als 4 Jahre sind und es ein gegenseitiger Kündigungsverzicht ist, dann ist das zulässig.

Mindestmietzeit bedeutet, dass du mindestens 3 Jahre dort wohnen muss. Es gibt natürlich Vermieter, die sagen, okay du kannst ausziehen - musst aber für direkt danach schon Nachmieter haben, der für den Vermieter in Ornung ist. Ich selbst finde das vollkommen okay, da es anstrengend ist und teilweise lange dauert, um neue Mieter zu finden.

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