Mindestlohn auch bei Minijob von 2014?

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1 Antwort

Doch das muss auch dein Chef zahlen. Ich würde ihn zeitnah auf diese "Missverständnis" ansprechen. LG 

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xxewalvo 06.10.2017, 18:57

Und wenn er sich weigert es zu zahlen ?

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Familiengerd 07.10.2017, 02:01
@xxewalvo

Es gibt für Dich drei Möglichkeiten:

1. Du weist in einfach auf seine gesetzliche Verpflichtung hin und darauf, dass seine Umgehung des Mindestlohns wegen der Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben ein Straftatbestand sein kann, mindestens aber eine mit bis zu 500.000 € geahndete Ordnungswidrigkeit (Mindestlohngesetz MiLoG § 21 "Bußgeldvorschriften").

2. Du klagst vor dem Arbeitsgericht auf Nachzahlung des Mindestlohns - dafür brauchst Du erst einmal keinen Anwalt; und wenn es um den Mindestlohn geht, ist das eine völlig klare "Geschichte".

3. Du informierst (das geht auch anonym) die Zollbehörde; die ist als zuständige Überwachungsinstanz "ganz scharf" auf Arbeitgeber, die das Mindestlohngebot umgehen; die Ansprechpartner dort findest Du hier:  http://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Arbeit/Bekaempfung-der-Schwarzarbeit-und-illegalen-Beschaeftigung/Ansprechpartner/ansprechpartner_node.html;jsessionid=E11C4C5003B9DD180026765175D3DC13.live4411

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xxewalvo 14.10.2017, 10:01
@Familiengerd

Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Hatte bzw habe Bedenken da mein Vertrag von 2014 ist und es da ja noch keinen Mindestlohn gab

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Familiengerd 14.10.2017, 12:41
@xxewalvo

da mein Vertrag von 2014 ist und es da ja noch keinen Mindestlohn gab

Dass Du den Vertrag zu einem Zeitpunkt geschlossen hast, als es noch keinen Mindestlohn gab, ist für den Anspruch in den fogejahren völlig belanglos!

Seit dem 01.01.2015 gilt ein Mindestlohn von 8,50 €, seit dem 01.01.2017 von 8,84 € stündlich.

Ab diesen Zeitpunkten hast Du mindestens diesen Mindestlohn zu erhalten, wenn es nicht - bei der Geltung von Tarifverträgen - Übergangsregelungen gibt (die sind im Mindestlohngesetz MiLoG § 24 "Übergangsregelung" Abs. 1 erläutert).

Es spielt dabei keine Rolle, wann Dein Arbeitsvertrag mit welchem Entgelt geschlossen wurde.

Solltest Du bisher den Mindestlohn nicht erhalten haben, kannst Du ihn gegebenenfalls auch nachfordern; "gegebenenfalls" heißt, dass Fristen zu berücksichtigen sind: entweder arbeits- oder tarifvertragliche

Ausschlussfristen

(mindestens 1 Monat, bzw. mindestens 3. Monate) oder - falls es die nicht gibt, die gesetzliche

Verjährungsfrist

von 3 Jahren; im Fall der Verjährungsfrist kannst Du vorenthaltenen Mindestlohn aus 2015 also noch bis zum 31.12.2018 (und dann so weiter) nachfordern.

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