Militärischer Kampfsport?

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8 Antworten

Der "Kampfsport" unterscheidet sich, da Polizei und Militär andere Aufgaben haben.

Bei der Polizei werden eigene SV-Techniken gelehrt (SV steht für Sicherungs- und Vollzugstechniken). Der Sport, der dem am Nächsten kommt, ist das Ju-Jutsu. 

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Wie hier schon gesagt wurde, ist das Training der verschiedenen Berufsgruppen abhängig von den notwendigen Fähigkeiten.

Für einen Soldaten ist Selbstverteidigung die absolute Notlösung. Dann geht es nur noch ums überleben. Ob man dem Angreifer nur den Arm, oder das Genick bricht, ist völlig ohne Belang.

Für einen Polizisten kommen tödliche Techniken dagegen überhaupt nicht in Betracht. Hier geht es um die körperliche Kontrolle von Personen, die körperlichen Widerstand gegen Festnahmen leisten.

Für einen Personenschützer geht es darum, seine Zielperson vor Attentaten und hysterischen Fans zu schützen. Er benötigt also wiederum andere Techniken, als ein Soldat oder Polizist.

Ein Türsteher soll meist durch seine physische Präsenz beeindrucken und Konflikte so kurz wie möglich halten, um den weiteren Ablauf nicht zu stören. Er hat dadurch wiederum ein anderes Repertoire.

Was bedeutet das für den Zivilisten?

Dass die Nahkampfausbildung, die mit diesen Berufen verbunden ist, zum großen Teil keinen praktischen Nutzen für den zivilen Anwender hätte.

Er muss nicht einhändig einen Angreifer abwehren,  während er mit der anderen seine Zielperson abschirmt, oder einen Selbstmordattentäter in einer Straßenbahn überwältigen. Das ist schlichtweg nicht sein Job.

Egal wie viel "Real" "Combat" oder "Military" irgendwelche Stile in ihrem Namen tragen - es gibt schlichtweg keine Notwendigkeit, militärische oder polizeiliche Techniken an Zivilisten zu vermitteln.

Das wird übrigens auch im Krav Maga berücksichtigt, so dass an Soldaten, Sicherheitskräfte und Zivilisten unterschiedliche Inhalte vermittelt werden.

Daher sollte niemand dem Irrglauben verfallen, militärischen Nahkampf für Spezialeinsatzkommandos zu erlernen, nur weil "Krav Maga" draufsteht.

Persönliches

Ich selbst kenne einen Polizisten, der zusätzlich zu seinem sonstigen Training auch noch Aikido trainiert, weil er der sich dadurch entspannt und der Ansicht ist, die dort gelehrten Hebel wären eine sinnvolle Erweiterung seines Repertoirs.

Deswegen pauschal zu behaupten "Aikido ist polizeiliche Selbstverteidigung" wäre aber genau so unseriös, wie zu erzählen, man bekomme geheime Militärtechniken entwickelt, nur weil der Stil martialisch klingt.

Ratschlag

Sofern es dir um dein eigenes Training geht, solltest du nicht nach abenteuerlichen Versprechen irgendwelcher Anbieter gehen, sondern dich über das Angebot in deiner Umgebung informieren und Probetrainings vereinbaren.

Nur so findest du nämlich "deinen" optimalen Stil, mit dem du besser beraten bist, als mit allen SWAT-Combat-Videokursen der Welt.

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Kommentar von Enzylexikon
07.10.2016, 14:19

hoppla..."geheime Militärtechniken vermittelt"...nicht "entwickelt".

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Kommentar von GoimgarDE
16.10.2016, 21:05

Danke endlich eine Sinnvolle Antwort abseits von Styl XYZ weil der SOOOO tödlich ist.

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Soldaten und Polizisten haben völlig unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen, somit sind auch die Nahkampftechniken bzw Einsatzmittel, die erlernt werden,. nicht vergleichbar.

Nahkampf beim Militär ist ohnehin etwas, das durch Filme und Actionserien total überbewertet wird. Soldaten nutzen bei der Erfüllung ihres jeweiligen Auftrages in der Regel technisches Gerät, sowie Waffen. Im Nahkampf sind die Waffen das Sturmgewehr, die Faustfeuerwaffe, Messer, Klappspaten, Handgranate. Das setzt man ein. Das setzt auch der Gegner ein. Hat man das alles nicht mehr, hat immer noch der Gegner seine Waffen und dann ist das Ergebnis absehbar. Trotz netter Youtube-Filmchen, die angebliche Techniken dagegen zeigen, kann man sich waffenlos nicht wirklich gegen jemanden mit einer Schusswaffe wehren. Zur Rangelei kommt es allenfalls dann, wenn  zwei Dumme, die beide alle ihre Waffen verloren haben, aufeinander treffen und dann miteinander kämpfen. Diese Wahrscheinlichkeit setze ich aber in der Nähe von Null an.

Entsprechend unspektakulär fällt die Nahkampfausbildung beim Militär aus. Frage mal Leute, die beim Bund waren, was sie gelernt haben. Falls sie sagen wir mal einen Feldwebellehrgang gemacht haben, wurden dort ein paar sehr elementare und simple Dinge gelehrt, aber von Nahkampfausbildung, wie man das so aus Filmen kennt, ist das weit, weit entfernt.

Polizisten haben völlig andere Aufgaben. Sie benötigen Techniken, mittels derer sie Randalierer und/oder Personen, die sich einer Verhaftung widersetzen, ergreifen können, ohne diese dabei zu verletzen. Dazu gibt es spezielle Techniken, die jedoch für den zivilen Einsatz bei der "Selbstverteidigung" kaum Nutzen haben. Wenn man etwa lernt, einen gewalttätigen Randalierer mittels Gelenkhebel in einen Transportgriff zu nehmen, mit dem man die Person dann ein paar Meter bis zum Einsatzfahrzeug verbringt, dann ist das für den Dienst bestens, für die zivile Selbstverteidigung aber wertlos. Polizisten lernen somit keine eigentliche  Kampfkunst, sondern speziell auf den Dienst zugeschnittene Techniken.

Wenn Irgendwelche "Fight-Clubs" damit werben, sie würden die "geheimen Techniken" der Polizei oder der israelischen Armee oder des CIA oder so lehren, dann sind das Werbesprüche, die der Fantasie entsprungen sind.

Tatsächlich bietet der WingTsun-Lehrer Salih Avci, dessen WT-Stil "Avci-WingTsun" nicht ganz unbekannt ist, spezielle Kurse für Beamte von Polizei, Justizvollzug und Zoll an, aber die Inhalte dieser Spezialkurse unterscheiden sich vom normalen WT-Training erheblich.

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Kommentar von 19Sunny96
06.10.2016, 19:07

So ein Mumpitz ... Selbstverständlich lernen Soldaten auch den Nahkampf. Kommt eben auf die Verwendung an. An den BW-Unis gibt es sogar regelmäßige Krav Maga Trainings. Und so unwahrscheinlich ist körperliche Auseinandersetzung nun auch nicht, bspw. bei den Feldjägern.

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Kommentar von furbo
06.10.2016, 19:25

Guter Beitrag. Allerdings bin ich der Meinung, das WT und Polizei keinen gemeinsamen Nenner haben. WT, so wie ich es erlebt habe, will den Gegner zerstören. Ich habe auf einem Seminar den deutschen Großmeister des WT kennen gelernt, der zwar seinen Sparringspartner verprügelte, aber sich weigerte, ernsthafte Angriffe zuzulassen.  

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Ich glaube das kommt ganz auf das Land an. Denn wie heißt es so schön? "Anderes Land, andere Sitten". Die Soldaten der sowjetischen Spezialeinheit Speznaz trainierten regelmäßig Systema, eine Kampfkunst mit Selbstverteidigungssystem. Die Israelis trainieren Krav Maga, die koreanischen Armeen Taekwondo.

Ich wohne in Österreich und eine Bekannte von mir war in der Polizei Schule. Dort wurde, ihrer Erfahrung nach, Krav Maga trainiert. Soviel ich weiß gibt es zahlreiche PSV (Polizeisportvereinigungen) die auch Ju-Jutsu oder "Allkampf" unterrichten.

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Von allem etwas.. krav maga hat sicherlich einflüsse, jedoch kommt es auch sehr auf deine funktion bei der behörde an.. nich jeder soldat oder polizist hat eine spezielle nahkampfausbildung.. und diendeutsch bundeswehr hat eine andere als die österreichische und die wieder eine andere als die französische

Kampfsport ist das alles nicht, denn es gibt keine regeln und im ernstfall geht es auf leben und tod, was bei wettkämpfen oder olympia nicht so gut kommen würde

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Kommentar von furbo
06.10.2016, 17:08

So richtig Ahnung hast du nicht davon, oder? 

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Das ist ein spezieller den man beim Studium lernt .

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Krav Maga machen die Spezialeinheiten.

VG

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Kommentar von GoimgarDE
16.10.2016, 21:04

Bullshit die Spezialeinheiten machen alles und nichts. Da werden Referenten Verschiedenster Systeme eingeladen und was gemacht wird ist ein Combativ alles was Funktioniert. Da wird kein Stiel XYZ oder gar ein fest Curriculum durchlaufen.

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meinst du im Dienst oder was sie privat so machen ?

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