Milgram - Experiment --> was ist Faschismus?

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Das Problem des FASCHISMUS besteht darin, dass es ein Begriff ist, der ein Verhalten von Menschen einschließt, ohne dass wir eine einheitliche Vorstellung davon hätten, was der Mensch in seiner Vielgestaltigkeit darstellt und wozu er alles fähig ist. Die einzigen, die sich anmaßen, mit diesem Begriff sicher umzugehen, sind die Ideologen, die ihn längst in ihrem Kanon politischer Diffamierungsbegriffe ganz oben stehen haben. Mit der Totschlagkeule FASCHISMUS wird wahllos auf jeden eingedroschen, der dem eigenen ANTI-Faschismus folgt.

Der Mensch, wie er ist in seiner Komplexität, ist allen Idealisten und Ideologen ein Dorn im Auge, die ihn gerne so hätten, wie er als Grundelement ihrer Wertordnung zur "heilen Welt" sein sollte. Auch wenn der Begriff nachträglich aus der historischen Rückschau extrem negativ behaftet ist, handelt es sich um eine erst einmal positive Selbstbezeichnung Mussolinis für seine italienische Bewegung. Dazu ist empfehlenswert, "italienischer Faschismus" bei Wikipedia durchzulesen und einmal darauf zu achten, wo Mussolini herkam. Die deutsche Parteibezeichnung "National-Sozialismus" ist da sehr aussagekräftig, weil die ursprünglich auch dort angezapften sozialistischen Ziele noch nicht verdeckt sind.

Fascio heißt ursprünglich BUND, so wie es z.B. Studentenbünde gab, Wander- oder Turnerbünde, also eine fest geschlossene Gruppe mit einheitlichem Ziel. Dem entsprachen auch die "linken" sozialistischen, kommunistischen Bünde und der Stalinismus, Maoismus und erst recht Nordkorea zeigen die Tendenz der Entgleisung hin zum Führerprinzip. Die Tendenz, sich in Bünden zusammenzuschließen und sich in der Gruppe stark zu fühlen ist eigentlich ein urmenschliches Verhalten.

Wenn in einer politischen Kultur keine Individualmoral gestärkt wird, ist der Mensch immer fähig, sich äußerer Führung zu überlassen. Genau das zeigt das "Milgram-Experiment". Es gibt eine große Bandbreite zwischen Widerstand und Befolgen von außen gegebener Anweisungen, wenn sie der Individualmoral widersprechen. Das kann man eigentlich schon bei Hannah Arendt nachlesen, die damit auf Ablehnung gestoßen ist, weil das dort gezeigte Menschenbild halt nicht ganz so idealistisch ausfällt, wie es manche Ideologen gerne hätten. Das "Milgram-Experiment" zeigt, dass Formen von Faschismus unter Menschen überall und immer möglich sind und die Grundlage ist, dass Menschen bereit sind, ihre Verantwortung aus Faulheit und Bequemlichkeit abzugeben. Das stellt bereits Kant in der Einleitung zu „Was ist Aufklärung“ fest. Wohin das dann entgleitet, ist offen.

Wie kann man beweisen, dass man Recht hat, auch wenn der Gegenüber es nicht versteht oder verstehen will?

Stilisiertes Extrembeispiel:

In einem Raum sind Menschen zusammengekommen um einen Versuch zu machen. Dazu werden in zwei Glaskästen nacheinander Apfelsinen gelegt. In den linken Glaskasten werden nacheinander 3 gleich schwere und gleich große Apfelsinen gelegt. Eins, Zwei, Drei. In den rechten Glaskasten werden vier Apfelsinen gelegt. Eins, Zwei, Drei, Vier. Die Teilnehmer zählen mit, an Fingern und an Rechenschiebern. Danach wird die Frage gestellt "Sind in beiden Glaskästen gleich viel Apfelsinen?" Alle Teilnehmer antworten "Ja, es sind exakt gleich viele Apfelsinen in den Glaskästen."

Ein Kritiker sieht das und sagt "Aber 4-3=1, links sind weniger Apfelsinen!" Die Teilnehmer antworten jedoch: "Nein, du hast keine Ahnung, es sind exakt gleich viele Apfelsinen." Vielleicht bietet einer der Teilnehmer sogar einen Beweis an und sagt "Beide Kästen sind 7 cm hoch mit Apfelsinen gefüllt, das ist der Beweis, es sind in beiden Kästen exakt gleich viel Apfelsinen!". Auf die Entgegnung des Kritikers, dass man das Gewicht heranziehen muss und links weniger Gewicht engezeigt wird entgegnen die Teilnehmer: "Nein, du hast keine Ahnung, die Untersuchung hat eindeutig ergeben, dass in beiden Kästen der Apfelsinenstand gleich hoch ist, es sind gleich viele Apfelsinen." Die "Teilnehmer", also "die anderen" (sind ja immer die anderen...) bleiben bei ihrer Meinung die besagt "In beiden Kästen sind exakt gleich viel Apfelsinen". Ob aus "Dummheit" oder aus "Überzeugung" oder anderen Gründen, weiß ich nicht. Ich weiß nur, in einem Kasten sind drei Apfelsinen, im anderen vier. Aber die anderen sagen, es sind gleich viel.

Auf dieser Aussage wird alles weitere was noch stattfindet geplant. Welche Möglichkeiten hat "man" nun außer "nachgeben"? Wie kann noch beweisen oder die "anderen" überzeugen, dass der Sachverhalt anders ist, auch wenn die "Messung" ergeben hat, dass in beiden Kästen "gleich viele" (7 cm hoch) Apfelsinen sind, obwohl die Anzahl unterschiedlich ist? Wie kann man es ihnen zweifelsfrei beweisen, so dass sie ihre Meinung ändern müssen? Wie kann man sie überzeugen wenn sie immer dabei bleiben "In beiden Kästen sind gleich viel Apfelsinen"?

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