Mietwucher - Folgen?

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3 Antworten

Es mag in ganz wenigen Fällen so etwas wie Mietwucher geben. Im Allgemeinen handelt es sich aber um Marktmieten, also gebildet aus Angebot und Nachfrage unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regeln.

Ist es denn in Sachsen jetzt auch schon so? Bisher hatte ich eher den Eindruck, dass gerade in Sachsen sehr viele Wohnungen leer stehen und daher die Mieten eher niedrig sind. Oder ist es punktuell in den größeren Städten anders?

Die Politik ist gefordert, das eben nicht so weiter gehen zu lassen. Aber eine Planwirtschaft in diesem Bereich würde nur dazu führen, dass immer weniger brauchbare Wohnungen angeboten werden.

Es muss einerseits neu gebaut werden und zwar so günstig und mit Förderungen bei gleichzeitiger Mietpreisbindung, dass diese Wohnungen tatsächlich für Geringverdiener zur Verfügung stehen. Andererseits müssen Anreize geschaffen werden, dass die Menschen auch wieder in den Gebieten ihr Auskommen finden, die in den letzten Jahren eher entvölkert wurden und somit wieder die Wohnungen genutzt werden, die jetzt vielleicht leer stehen.

Mein Vorschlag hierzu: Umbenennung von Städten z. B. in

Berlin-Neubrandenburg oder Berlin-Anklam oder München-Gera, München-Zeitz usw., sodass Leute, die keine Ahnung haben, aber unbedingt in München oder Berlin wohnen wollen, dies auch dort können, wo diese Städte bisher nicht diese In-Namen führen.

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Kommentar von Colombo1999
04.10.2016, 14:39

Selbst die Sachsenmetropole und derzeitige Boom Town Leipzig gehört noch nicht zu den Ballungszentren mit Kappungsgrenze von 15%.

Und wenn Du, bwhoch2, den Vorreiter spielst, nach Berlin-Anklam zu ziehen, dann ziehe ich hinterher, selbst auf die Gefahr hin, dass es uns so geht wie einst dem Flugpionier Otto Lilienthal: der ist nämlich in den Peene-Wiesen abgestürzt ;-)

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Falls Du es noch nicht zur Kenntnis genommen hast: Im Juni 2015 ist ein Mietrechtsnovellierungsgesetz in Kraft getreten, das den sozial Schwächeren darin unterstützt, Mietraum zum vernünftigen Preis finden zu können.

Es enthält zum einen das für die Vermietung geltende Bestellerprinzip. D. h. wenn der Vermieter einen Makler beauftragt, dann muss auch er ihn bezahlen. Der Mieter kann also provisionsfrei mieten.

Zum anderen enthält es die sogenannte "Mietpreisbremse". D. h., Erhöhungen dürfen nur noch bis 10% über Mietspiegel erfolgen.

Bereits vor einigen Jahren ist die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen eingeführt worden, d. h. maximal 20% Erhöhung in drei Jahren, in einigen Ballungszentren 15%.

Ein Mietwucher ist somit nicht mehr möglich.

Vielleicht ein kleiner Perspektivwechsel: Wer über Nacht reich wird, der muss am Tag hart arbeiten. ;-)

Und diejenigen, die sich Eigentumswohnungen kaufen, um sie zu vermieten, haben dies meist schon lange getan: hart arbeiten!

Die Eigentumswohnung ist eine Form der Kapitalanlage und der Altersvorsorge. Der eine kauft Eigentumswohnungen, der andere Aktien, der nächste Gold etc. pp. Und der angestellte Normal- bis Geringverdiener trägt einen Teil seines Geldes zur Rentenversicherung und wählt zusätzlich die eine oder andere Form der Altersabsicherung.

Die Vermieter, die Du hier pauschal des Mietwuchers bezichtigst, sind nicht die Verursacher einer verfehlten Kommunalpolitik. Mehr "sozialer Wohnungbsbau" heißt das Lösungswort.

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Es gibt in Deutschland mehr freien Wohnraum, als benötigt wird. Das Problem ist die ungleiche Verteilung dieses Wohnraums. Dort wo viele gerne wohnen möchten, sind die Mieten hoch. Dort wo Leerstand herrscht, können sich auch Geringverdiener eine überdurchschnittlich große Wohnung leisten - oder sogar kaufen. Es gibt Regionen, da kosten Wohnungen weniger, als vergleichbare woanders pro Jahr an Miete kosten.

Es ist wie überall: Hohe Nachfrage bei geringem Angebot lässt die Preise steigen. Einem Vermieter würde ich hier keinen Vorwurf machen, denn er vermietet die Wohnung in den seltensten Fällen aus Nächstenliebe, sondern um Geld zu verdienen. Wenn das nicht so wäre und Profit aus Vermietung nicht erlaubt wäre, würden wir alle in billigen Plattenbauten mit geringem Standard leben.

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