Mietwohnung nicht bekommen, weil Freund einen ausländischen Namen hat?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Zunächst einmal kann sich jeder Vermeiter seine Mieter selbst aussuchen. Zum eigenen Schutz ist es aber wichtig, sich vorsichtig zu verhalten. Das hat die Vermieterin ganz offensichtlich nicht getan.

Sie hätte ruhig den Ton ändern und den Interessenten erst einmal auf die Bank setzen dürfen.

Sie hätte weitere Bewerbungen prüfen und sich einfach einen anderen aussuchen dürfen.

Sie hätte dann dem Bewerber mitteilen können, dass sie die Wohnung leider nur einmal vermieten kann und ihn zwar soo gerne gehabt hätte, aber da wäre jemand gewesen, den sie noch ein ganz klein bisschen lieber gehabt hat. Alles astrein und ungefährlich.

Stattdessen hat sie den Bewerber offensichtlich angelogen.

Sie hat nach dem Hören des Namens sofort eine andere Platte aufgelegt und sie hat

der nachgelagerten Anruferin einen deutlichen Hinweis gegeben, dass sie keine Ausländer in der Wohnung haben mag.

Somit hat sie ganz klar und durch Zeugen nachweisbar gegen das AGG verstoßen. Erfolgt eine Anzeige und ggf. eine Schadensersatzklage, wird sie daran schwer zu kauen haben. Wie es ausgeht, kann niemand so genau vorher sagen, aber sie hat aufgrund der Situation schlechte Karten. Es sei denn, sie sucht sich noch einen anderen Ausländer oder eine Ausländerin als Mieter/in.

Danke für die Auszeichnung.

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Hallo  alpayvcal, 

eigentlich ist es nicht so ganz nachvollziehbar

Der bzw. die Vermieter/in und der gute Freund kamen klar, bis der gute Freund seinen Namen übers Telefon gesagt hat.

denn man muss doch Gehaltsbescheinigungen vorlegen und da wäre der Name ersichtlich, sodass es mir persönlich schwer fällt, dass "eigentlich der gute Freund" usw. das Ding schon klar gemacht hätten. (es ist keine Unterstellung meinerseits, sondern nur meine ganz persönliche Meinung) 

Familien mit Kindern haben es aber ebenso sehr schwer eine gute und vor allem bezahlbare Wohnung zu finden.   Wie dem auch sei, letztendlich entscheidet jeder Vermieter/in selber. Vielleicht sollte Dein Freund es nicht unbedingt bei Privatvermietern versuchen.

Hier habe ich noch die Liste der Ausländerbeauftragten der jeweiligen Bundesländer, vielleicht kann man Deinem Freund dort rechtlich weiterhelfen bzw.wenigstens einen Anlaufpunkt geben.

http://www.bundesauslaenderbeauftragte.de/auslaenderbeauftragte-bundeslaender.html

Wünsche Deinem Freund ganz viel Glück und natürlich Erfolg.

Liebe Grüsse Lea  

Was meinst du mit dem ersten Absatz? Der gute Freund hat sich die Frau erstmal über das Telefon erreicht, und als er seinen Nachnamen bescheid gesagt hat, hat sie ihren Ton geändert und meinte es würde nicht passen.

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Das ist zwar mies, aber es gilt Vertragsfreiheit und der Vermieter kann frei entscheiden, mit wem er einen Mietvertrag abschließt. Und wie willst du im Streitfall nachweisen, dass sie das gesagt hat? Lass es auf sich beruhen und such eine andere Wohnung bei einem Vermieter, der keine Vorurteile hat.

Trotzdem als Info:

Das AGG gilt im Mietrecht zum Teil gar nicht bzw. zum Teil nur eingeschränkt. Es gilt z. B. dann nicht, wenn der Vermieter oder einer seiner Angehörigen Wohnraum auf demselben Grundstück nutzt  (§ 19 Abs. 5 S. 2 AGG). Außerdem findet das AGG keine Anwendung, wenn ein besonderes Nähe- oder Vertrauensverhältnis der Mietvertragsparteien oder ihrer Angehörigen begründet wird (§ 19 Abs. 5 S. 1 AGG) - das ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, der durch die Rechtsprechung noch nicht genauer bestimmt wurde. Darüber hinaus sind aber mindestens die Diskriminierungstatbestände "Rasse" und "ethnische Herkunft" zu beachten (§ 19 Abs. 5 S. 3 AGG). 

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