Mietvertrag rechtens? Renovierung/ Kaltmiete

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8 Antworten

Hallo Zusammen, meine Mutter möchte aus ihrer Wohnung ausziehen. Nun meinte die Vermieterin, sie muss beim Auszug alles tapezieren, obwohl sie die Wohnung unrenoviert übernommen hat. 

Wie eine Wohnung hinterlassen werden muss steht in der Regel im Mietvertrag, sofern es wirksam vereinabrt wurde.

Steht nichts zu Endrenovierun g im Mietvertrag, muss auch nicht renoviert werden.

Die Vermieterin meinte, meine Mutter musste dafür damals bei Einzug nicht die volle Miete (Warmmiete) sondern nur die Kaltmiete zahlen und von dem Geld konnte sie ja tapezieren. Ist das rechtens?

Wer eine  unrenovierte Wohnung übernommen hat muss laut neuem BGB-Urteil bei Auszug nicht renovieren. ABER:

- Kann es Indidividualvereinbarungen geben so wie hier, durch Zahlung von weniger Warmiete.

Die Vermieterin meinte, meine Mutter musste dafür damals bei Einzug nicht die volle Miete (Warmmiete) sondern nur die Kaltmiete zahlen und von dem Geld konnte sie ja tapezieren. Ist das rechtens?

Sowas ist rechtens ist nur eine Fr5age der Beweisbarkeit.

Die Wohnung war vorher in einem katastrophalen Zustand, deshalb denke ich, war es fair, dass sie nur Kaltmiete zahlen musste um erstmal die Wohnung auf Vordermann zu bringen. 

Nein.

Man hätte die Wohnung ja nicht anmieten müssen oder man hätte vertraglich vereinbaren können, dass der Vermieter vorab renoviert ( sofern er sich darauf eingelassen hätte.

MfG

Johnny

Ob sie renovieren muss, geht ausschließlich aus ihrem Mietvertrag hervor.

Falls sie schon länger dort gewohnt hat, ist es durchaus möglich, dass die Renovierungsklausel in ihrem Vertrag nicht mehr gilt. Das kann ihr aber auf Abstand niemand sagen. Dafür gibt es aber den Mieterverein und die Verbraucherberatung, wo man sich erkundigen kann.

unrenoviert übernommen gleich unrenoviert übergeben oder?

Falsch, aber dieser Mythos hält sich hartnäckig. Seit wann muss man nur renovierte Wohnungen vermieten oder welche mit neuen Tapeten an den Wänden? Oder gehört ein Teppich zum Mindeststandard?

Ob deine Mutter zu Schönheitsreparaturen verpflichtet ist, steht im Mietvertrag.

Dass sie der Vermieterin den angerichteten Schaden zu ersetzen hat, wenn sie die bei Mietbeginn vorhandenen ollen Tapeten "in einem katastrophalen Zustand" durch eigene, "bunt tapeziert" erstetzte und meinte, die deshalb abreissen zu könne, hingegen außer Frage.

Und tatsächlich dürfte die Vermieterin eine Monatsmiete gekürzt als Ausgleich für Einzugsrenovierungskosten angeboten haben und nicht auf Erstattung verauslagter Neben-und Betriebskosten während der gesamten Mietzeit verzichtet haben.

war es fair, dass sie nur Kaltmiete zahlen musste um erstmal die Wohnung auf Vordermann zu bringen (...) alles bunt tapeziert und nun die Tapeten abgerissen

Ach: Das Geld dafür nehmen aber Tapeten behalten/abreissen, dass sie die VM, obwohl bezahlt,  bloß nicht den Nachmietern überlassen kann, nennt ihr fair?

G imager761



Was die Vermieterin jetzt meint, ist völlig uninteressant. Entscheidend ist, was im Mietvertrag steht und ob das nach geltendem Recht noch Bestand hat. Deshalb teile bitte mit, was dort wörtlich dazu ausgeführt ist. Danach bekommst du die richtige Antwort von mir.

In meinem als Vermieterin abzuschließenden Mietvertrag wird drinstehen: Die Mieterin übernimmt die Wohnung teilrenoviert. Für die anstehenden Renovierungskosten erhält sie eine Kaltmiete. Damit gilt die Wohnung als renoviert übernommen. Die Übergabe nach Beendigung des Mietverhältnisses muss daher ebenfalls renoviert erfolgen. Das ist eindeutig. Solch eine Klausel müsst Ihr im Vertrag suchen. Alles andere ist Blabla. Eine Verrechnung der Betriebskosten mit den anstehenden Renovierungskosten ist ne Frechheit. Da fühle ich fast sowas wie Fremdschämen als Vermieter. Das ist viel zu wenig. Ich kenne das nur so wie ich es mache, denn der Mieter kann ja noch gar nicht in der Wohnung wohnen, verbraucht aber Strom und Wasser. Also zahlt er die Betriebskosten, nicht aber die Kaltmiete. Ist aber interessant, was andere Vermieter alles so verhandeln bzw. anbieten. Oberpeinlich!

Gibt es eine Tapetenklausel im Mietvertrag? Diese wäre unwirksam.

Hier aber: Selbst die Tapete heruntergerissen. Gab es eine Tapezierpflicht bei Mieteinzug? Wenn Nein, sehe ich keinen Grund, warum sie verpflichtet wäre, ihre Tapeten an der Wand zu lassen. Dieses Kaltmiete gegen Tapezierpflicht müsste eigentlich im Mietvertrag geregelt sein. Irgend so ein "es ist was neben dem Vertrag geredet worden" reicht in der Regel nicht.

Allgemein gilt: Der Mieter soll lediglich die Abnutzungen zu beseitigen haben, die auch durch den vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache eingetreten sind. nicht darüber hinaus.

Warmmiete? Für mich nicht nachvollziehbar, was die Betriebskosten mit Renovierungsarbeiten zu tun haben sollen.

Ob die Wohnung bei Einzug in einem "katastrophalen Zustand" war oder nicht, ist zweitrangig. Deine Mutter hat die Wohnung im damaligen, unrenovierten Zustand gemietet. Ob sie die Wohnung dann so belässt, oder auf eigene Kosten renoviert, bleibt dem Mieter selbst überlassen.

Wenn Deine Mutter die Wohnung mit gestrichenen Wänden übernommen hat, muss sie die Wohnung mit (hell und neutral) gestrichenen Wänden wieder übergeben. Wenn sie die Wohnung mit den nackten (ungestrichenen und untapezierten) Wänden übernommen hat, kann sie die Wohnung genauso (jedoch besenrein) wieder übergeben.

Für die Nutzung der Wohnung - egal ob in renovierten oder unrenovierten Zustand - zahlte sie Miete (Kaltmiete). Zur Kaltmiete hinzu kommen normalerweise die Betriebskosten für eine Wohnung (z.B. Heizung, Wasser, Müllabfuhr, Grundsteuer etc.). Kaltmiete + Betriebskosten = Warmmiete.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Vermieterin wegen ein paar fehlenden Eimern Farbe an der Wand auf die Zahlung der Betriebskosten verzichtet - da würde sie nämlich ein verdammt schlechtes Geschäft dabei machen :-O

Es gilt die Vertragsfreiheit. Sie muss das machen, was im Vertrag steht und nicht, was die Vermieterin jetzt möchte. Trotzdem aufgepasst, es gibt einige mittlerweile unwirksame Klauseln in Mietverträgen. Im Zweifel Mieterbund oder Verbraucherschutz befragen.

Es gilt die Vertragsfreiheit. 

Stimmt

Sie muss das machen, .was im Vertrag steht und nicht.

Falsch. 

Warum gibt es wohl den BGH der so viele Mietrechstklauseln kippt?

Nicht alles was in Verträgen steht ist wirksam.

Sogar Individualvereinbarungen können manchmal auch noch unwirksam sein.

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@johnnymcmuff

Von hier aus, kann aber niemand den Vertrag einsehen. Daher ist der Hinweis auf eine Beratungsstelle eben sinnvoll.

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@DerHans

Auf den Hinweis bin ich gar nicht eingegangen nur auf was richtig und was falsch ist, falsch ist, das man alles machen muss was in einem Vertrag steht!

Man muss das machen, was wirksam im Vertrag steht.

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