Mietvertrag. Kündigungsbrief weggeschmissen ?

1 Antwort

Ihr hattet einen Mietvertrag. Wenn nicht schriftlich, dann mündlich. Durch Übergabe des Schlüssels an Euch und Eure laufende Mietzahlung ergab sich das automatisch.

Jeder Mietvertrag, egal ober mündlich oder schriftlich geschlossen, muss schriftlich gekündigt werden, wenn er durch Kündigung beendet werden soll. Auch ein Aufhebungsvertrag anstelle einer Kündigung, sollte tunlichst schriftlich geschlossen werden, damit man ggf. was vorlegen kann.

Offenbar gab es beides nicht in schriftlicher Form. Genau genommen besteht daher das Mietverhältnis immer noch, sofern die Wohnung nicht längst von anderen bewohnt ist. Vom Zeitpunkt Eures Auszugs bzw. der Rückgabe der Wohnung bis zum Beginn eines neuen Mietverhältnisses schuldet ihr dem Vermieter weiterhin die Miete. Wenn er jetzt nur drei Monatsmieten verlangt, darf wohl davon ausgegangen, dass drei Monate nach der Übergabe eine neue Mietpartei eingezogen ist.

An Euch liegt es nun, zu beweisen, dass es einen Leerstand gab, der evtl. kürzer als die drei Monate war. Ansonsten seid froh, dass er nur drei Monate Miete Nachzahlung verlangt.

Nebenkosten sind bei einem mündlichen Mietvertrag immer mit der Miete abgegolten, es sei denn, es wurde irgendwo dokumentiert, z. B. auf Überweisungsträgern, dass ein bestimmter Betrag für die ggf. mündlich vereinbarte Vorauszahlung zu verwenden ist. Dann ist klar, dass es noch eine Abrechnung von Betriebskosten folgt, die auch eine gehörige Nachzahlung auch für die Zeit des Leerstands bedeuten kann.

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