Mietvertrag in einer Wohngemeinschaft. Stehe nicht im Hauptmietvertrag. Problem bei Vertragsänderung

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7 Antworten

Wenn alle Hauptmieter von der WG ausgezogen sind, so ist dieser Vertrag auch nicht mehr Gültig. Somit kann eure Vermieterin euch einen neuen Mietvertrag anbieten. Selbstverständlich ist dann die Miete teurer, deswegen hatte Sie ja auch vorher keine Zeit. Und nun möchte Sie bestimmt gerne das Ihr auszieht. Und nochwas, wenn Ihr einen eigenen Mietvertrag hattet mit dem "Hauptmieter", so sind diese auch nicht mehr Rechtsgültig!

Man kann nicht einfach in einen Mietvertrag "nachrücken". Außer in im Fall des Todes des Mieters.

Wenn der alte Vertrag beendet ist und die VMn mit Dir einen neuen abschließen möchte, kann sie natürlich auch neue Konditionen festlegen. Z. B. eine höhere Miete.

Es zwingt Dich ja keiner den Vertrag zu unterschreiben.

Berater90 06.11.2012, 15:27

Eheleute, eingetragene Lebenspartner oder auch nichteheliche Lebensgemeinschaften dürfen jederzeit auch ohne Zustimmung des Vermieters in die Wohnung des anderen mit einziehen oder "nachrücken".

Nur bei einer Wohngemeinschaft ist das "nachrücken" ohne Zustimmung nicht immer gestattet.

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anitari 06.11.2012, 16:07
@Berater90

Eheleute, eingetragene Lebenspartner oder auch nichteheliche Lebensgemeinschaften dürfen jederzeit auch ohne Zustimmung des Vermieters in die Wohnung des anderen mit einziehen oder "nachrücken".

Einziehen ja, aber nicht "nachrücken".

Ein "Nachrücken" (weiterführen des Mietvertrages), außer im Todesfall des Mieters gibt es nicht. Wer nicht als Hauptmieter im Vertrag steht muß, wenn der Vertrag des Hauptmieters endet, ausziehen oder einen neuen Vertrag abschließen. Sofern der VM möchte.

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Die Wohngemeinschaft und ihre rechtlichen Aspekte sind nicht ausdrücklich im Gesetz geregelt. Für eine WG kommen daher grundsätzlich drei mögliche Mietvertragsgestaltungen infrage. Unterschiede gibt es insbesondere was die Haftung der Vertragsparteien anbelangt und wie einfach oder kompliziert sich ein Mieterwechsel durchführen lässt. Nachfolgend werden die drei geläufigen Varianten dargestellt:

Einer für alle: Ein Hauptmieter und mehrere Untermieter

Sehr häufig schließt nur einer der WG-Teilnehmer den Mietvertrag mit dem Vermieter ab. Mit diesem muss er vereinbaren, dass er seinerseits die Räume an die anderen WG-Teilnehmer untervermieten darf. Zwischen dem Hauptmieter und den anderen WG-Bewohnern werden dann einzelne Untermietverträge geschlossen, die nicht einheitlich sein müssen.

Mit den Untermietern hat er keinerlei rechtliche Beziehung. Nachteil für den Vermieter ist, dass er nur eine Person hat, nämlich den Hauptmieter, die für die Mietzahlung haftet. Wenn dieser ausfällt, hat er keine Zahlungsansprüche gegen die Untermieter.

Alle gemeinsam: Ein Mietvertrag mit mehreren Mietern

Möglich ist auch, dass alle WG-Bewohner gemeinsam einen einzigen Mietvertrag mit dem Vermieter schließen. Die WG-Bewohner sind allesamt Hauptmieter mit den gleichen Rechten und Pflichten. Vorteil für den Vermieter: Er kann jeden der WG-Bewohner für die gesamte Mietforderung in Anspruch nehmen, weil sie gesamtschuldnerisch haften (gilt auch für Schäden an der Mietsache u.a.).

Jeder allein: Einzelmietverträge mit allen Mietern

Schließlich kann der Vermieter auch mit allen WG-Bewohnern Einzelmietverträge schließen über deren jeweiliges Einzelzimmer und die anteilige Nutzung der Gemeinschaftsräume wie Bad und Küche. Der Vorteil ist, dass alle Mietverhältnisse unabhängig voneinander bestehen und flexibel geändert bzw. gekündigt werden können, ohne dass die WG sich einigen muss. Dafür hat der Vermieter mehr Verwaltungsaufwand durch die größere Vertragsanzahl. Die WG-Bewohner profitieren davon, dass jeder nur für seine eigene Mietzahlung haftet. Andererseits können sie untereinander weniger flexibel die Nutzung der Wohnung gestalten, z.B. Zimmerwechsel o.Ä., weil die Einzelmietverträge das meiste schon verbindlich vorgeben.

Es muss in eurem Fall also vertraglich geregelt sein, ob einer unter vermieten darf oder die Haftungsansprüche gleichmäßig verteilt werden sollen. Das bestimmt eure Vermieterin. Wenn es vorher bereits in einem Vertrag festgehalten wurde, sollte dieser vorhanden sein. Sonst muss ein neuer aufgesetzt werden. Die Mieterhöhung ist gerechtfertigt solange sie den ortsüblichen Mietspiegel nicht überschreitet.

Nähere Einzelheiten kannst Du hie rnachlesen: http://www.anwalt.de/rechtstipps/die-wohngemeinschaft-worauf-sollte-man-bei-einer-wg-als-mieter-oder-vermieter-achten_002277.html

RafaelLemon 07.11.2012, 15:19

Vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast, das alles mal ganz genau auszuformulieren...

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Die Situation ist nicht ganz einfach...Im Moment besthet kein schriftlicher Vertrag zwischen Vermieter und Mieter, das ist nun mal Fakt. Sicher ist es sinnvoll, jetzt den Mietvertrag neu aufzusetzen. Jedoch bist du ja nicht gezwungen, die Bedingungen der Vermieterin einfach zu akzeptieren. Geh doch einfach hin und weigere dich, den neuen Vertrag zu den dort genannten Bedingungen zu unterzeichnen. Damit schiebst du quasi den schwarzen Peter an die Vermieterin. Solange du dort wohnst und die Miete wie bisher bezahlst habt iher schon so eine Art ich nenne es mal "gelebten Vertrag" oder Gewohnheitsrecht, allerdings weiss ich nicht, wie das juristisch genau zu bewerten ist. Kann die Vermieterin dir kündigen? Es gibt ja im Prinzip keinen Vertrag. Vielleicht holst du dir mal kompetenten Rat beim Mieterverein, der Verbraucherzentrale oder einem Anwalt?

Ich würde vermuten, dass es davon abhängt, ob die Vermieterin eine Untervermietung genehmigt hatte. Ohne einen gültigen Hauptmietvertrag hast Du aber immer schlechte Karten. Wenn die Vermieterin nämlich behauptet, sie hätte einer Untervermietung nicht zugestimmt, bis Du angeschmiert. Das sollte im Hauptmietvertrag festgehalten sein, den Du Dir (hoffentlich) in Kopie besorgen kannst. Eine bessere Auskunft geben Dir Mietervereine oder Rechtsanwälte. Auch darüber, ob ein Untermietvertrag nicht sowieso mit der Kündigung des Hauptmietvertrages erlischt.

Jorgfried 06.11.2012, 14:55

Die Vermieterin hat die Untervermietung nicht untersagt, nachdem sie davon Kenntnis erlangte. Das hätte sie mit ihrem (Haupt-)Mieter regeln müssen.

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Interessant wäre, wie die Kündigung des Hauptmieters abgelaufen ist. Normalerweise hätte er ja die Wohnung geräumt übergeben müssen - sprich, er hätte seine Untermieter vorher fristgerecht rauskündigen müssen.

Jetzt seid ihr anscheinend ohne Vertragsgrundlage mit Duldung der Vermieterin in der Wohnung. Vermutlich könnte sie einen Vertragsabschluss mit euch verweigern und euch mit einer Frist von max. 3 Monaten zum Verlassen der Wohnung auffordern.

RafaelLemon 07.11.2012, 15:16

Er hat vor drei Monaten gekündigt und ist dann Fristgerecht ausgezogen...

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bin kein fachanwalt, aber warum sollte sich bei neuen mietverhältnissen nicht auch die miete ändern können?

hast du denn überhaupt einen MV ab 01.03.2011?

RafaelLemon 07.11.2012, 15:26

Habe ich leider nicht. Jedenfallst nicht in schriftlicher Form. Ich bin da die ersten paar Monate hinterher gewesen, aber dann hat sich mich immer wieder abgewimmelt und ich habe es dann sein lassen. Jetzt weiß ich auch warum ... Naja, dann war es dann wohl mit dem wohnen in dieser WG. Ich bespreche das jetzt mal mit meinen Mitbewohnern und schau, wie sich das entwickelt. Sie will jetzt ja auch darum mehr Miete, weil wir das fünfte und kleinste Zimmer vermieten sollen ... Insofern da überhaupt einer einziehen will für das Geld.

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