Mietschäden - wer muss dafür aufkommen ?

11 Antworten

Bei allem, was Du schilderst, handelt es sich nicht um normale Abnutzung, sondern um Sachbeschädigung teilweise aufgrund vernachlässigter Pflege, aber größtenteils durch unachtsame Handlungsweise. Keinesfalls müßt ihr eine derartige Zerstörung Eures Eigentums nach 2 1/2 Jahren hin nehmen.

Ihr müßt den vollständigen Schadensersatz verlangen, denn am Ende gibt es nur 2 Möglichkeiten: Ihr geratet in Streit darüber, wieviel der Vermieter zu zahlen hat und es geht vor Gericht. Da jede/r Richter/in auf einen Vergleich hin arbeitet, habt ihr bessere Chancen, wenigstens soviel zu bekommen, dass die Schäden im Bad abgedeckt sind.

Zweite Möglichkeit: Ihr lasst es erst gar nicht soweit kommen und einigt Euch mit dem Mieter auf einen bestimmten Schadensersatz, der z. B. die vollständige Kaution + einen Betrag X umfasst, den er Euch noch zahlt und dann soll es gut sein.

Auf jeden Fall könnt ihr erst mal die volle Kaution einbehalten. Allein schon, weil ihr Euch für die Rückzahlung 6 Monate Zeit lassen könnt, um vielleicht noch aufkommende versteckte Schäden zu decken.

Bei der Übergabe sollte auf jeden Fall ein Schreiner und ein Installateur dabei sein, der die Schäden besichtigt, sodass ein möglichst vollständiges Protokoll entsteht und ihr darüber hinaus noch unabhängige Zeugen habt. Ein Sachverständiger, der sich allgemein in Immobilien- oder Baufragen gut auskennt, geht genauso.

Für die Schäden, die die Katze angerichtet hat und für die Schäden an der Duschkabine, kommt ggf. auch die Haftpflichtversicherung des Mieters auf. Schon deshalb solltet ihr nicht auf die Schadensbeseitigung bei den Küchenfronten verzichten. Schimmel und Schäden, die auf mangelnde Pflege zurück zu führen sind, zahlt eine Haftpflichtversicherung nicht, da es sich hier um sogenannte "Allmählichkeitsschäden" handelt.

Lasst Euch keinesfalls auf einen vorschnellen Deal ein.

Du kannst die Kaution einbehalten:

Der Vermieter kann auf die Kaution zugreifen, wenn er eine Abrechnung
vorlegt, die seine Ansprüche darstellt. Der Vermieter muss diese
Ansprüche nicht erst in einem Rechtsstreit klären (OLG Karlsruhe, Urteil
vom 18. August 2008- 8 W 34-08).

Dazu zählen insbesondere:

...

Ansprüche auf Schadensersatz für vom Mieter verursachten Beschädigungen (detaillierte Aufnahme der Schäden und Kosten)

Für Schäden, die nicht aus dem vertragsgemäßen Gebrauch entstanden sind, können die Vermieter zur Verantwortung gezogen werden.

Da diese Kosten die Höhe der Kaution vermutlich weit übersteigen, können die darüber hinaus gehenden Kosten auch geltend gemacht werden.

Ich verweise hier aber auf den § 548, wonach diese Forderungen bereits nach 6 Monaten nach Wohnungsabnahme verjähren. Diese Fristen werden auch nicht durch eine Rechnung gehemmt.

Ich würde - sofern sich die Mieter weigern - einen Fachanwalt für Mietrecht kontaktieren.

Ansonsten verweise ich auf § 573 a BGB. Warum wegen Eigenbedarf kündigen, wenn Ihr auch unbegründet kündigen könnt? Hier verlängert sich die Kündigungsfrist allerdings um 3 Monate.

Warum auf Eigenbedarf kündigen? Weil die Sache klar ist: Sohn braucht die Bude und weil man mit normaler Kündigung nochmal 3 Monate länger warten müßte. Also hier ist Eigenbedarfskündigung eindeutig besser.

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