Mietrecht,Fragebogen?

6 Antworten

Bei den Fragen einer Mieterselbstauskunft muss man zwei Fallgruppen unterscheiden: Zulässige und unzulässige Fragen.

Grds. kann der VM alles fragen und der Interessent sollte alles beantworten, um sich nicht selbst aus dem Bewerberrennen zu nehmen. Vorsicht, auch eigene Angaben bei der Besichtigung zählen dazu.

Allerderings darf der Bewerber unzulässige Fragen auch falsch beantworten, hier die nach Staatsangehörigkeit, deren Beantwortung ja nichts mit dem künftigen Vertragsverhältnis zu tun hat.

Ganz anders sieht es bei Fragen aus, die "ein nachvollziehbares sachbezogenes und berechtigtes Interesse an Informationen" hat, um zu entscheiden, mit wem er den Mietvertrag abschließt. Im Wesentlichen betrifft das Einkommen, Arbeitgeber, Familienstand, Anzahl der Bewohner, Katzen- oder Hundehaltung.

Wer hier arglistig täuscht, muss damit rechnen, dass der damit erschlichene MV angefochten und damit nichtig wird :-O

Die Berechtigung bestimmter Frsgen ist oft zweifelhaft, gar widersinnig. Wer seit vielen Jahren bei der Deutschen Bank als Bankkaufmann beschäftigt ist weiß, wie wertlos diese vermeindlich positive Information bereits in wenigen Monaten sein kann.

Dennoch:

-Beruf; Beschäftigt in ungekündigter Stellung seit? Befristet beschäftig bis?

Es macht für den VM einen erheblichen Unterscheid, ob man derzeit in jederzeit kündbarer Probezeit oder als Bauhelfer beschäftigt ist, der in den Wintermonaten mit Schlechtwettergeld nur schwer über die Runden kommt.

Eidesstattliche Versicherung Konkurs, Vergleichsverfahren, Insolvenzverfahren, regelmäßige Zahlungsverpflichtungen aus Teilzahlungen/Darlehnsverpflichtungen oder sonstige Verpflichtungen

beschreiben Zahlungsmoral und Bonität, die für stets pünktlich anstehende Mietzahlungen und BK-Abrechnungen für den VM von größter Wichtigkeit sind.

Lügen haben kurze Beine. Es ist besser, einen vermeindlichen Nachteil als Vorteil zu verkaufen: "Ich verdiene als ... nicht besonders, brauche aber auch nicht viel zum Leben. Ich kaufe mir nichts auf Pump, sondern spare. Meine Miete und vertraglichen Pflichten habe ich immer eingehalten, wie beigefügte schufa-Auskunft und Vorvermieterbescheinigung bestätigen".

G imager761

hier die nach Staatsangehörigkeit, deren Beantwortung ja nichts mit dem künftigen Vertragsverhältnis zu tun hat.

Damit bist du mal wieder völlig auf dem Holzweg! Der Vermieter hat selbstverständlich das Recht. die Identität des Bewerbers zu kennen. Und die Staatsangehörigkeit gehört dazu. Diese steht ja nicht grundlos im Personalausweis.

Nicht erlaubt wäre die Frage nach der Nationalität, was du wahrscheinlich verwechselst. Das wäre wieder was anderes. Denn aus welchem Land der Bewerber ursprünlich kommt, hat nicht zu interessieren, auch nicht die ethnische oder religiöse Herkunft.

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@Renick
Damit bist du mal wieder völlig auf dem Holzweg!

Nur scheinbar. Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit ersetzt keinen Sachverstand und beeidruckt daher wenig: Spätestens bei Bewerbern mit doppelter Staatsangehörigkeit wirst du erkennen müssen, wie rechtsirrg deine Meinung ist.

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Diese Fragen sind alle zulässig. Es sind alle Fragen erlaubt, die mit dem Mietverhältnis in Zusammenhang stehen. Der Vermieter darf Informationen bekommen, mit denen er das Risiko abschätzen können soll, ob es Zahlungsausfälle des Mieters geben könnte.

Diese Fragen sind jedoch alle freiwiilig zu beantworten. Der Bewerber kann nicht gezwungen werden, sie zu beantworten. Allerdings kann es sein, dass der Vermieter dann einen anderen Bewerber auswählt, der seine Bonität offenlegt.

Es gibt auch Informationen, die der Bewerber in jedem Fall geben muss, auch wenn er nicht danach gefragt wird. Beispielsweise ist das das Fall, wenn er im Insolvenzverfahren ist.

Die Frage wegen dem Haftbefehl hat nichts mit Straftäter zu tun, sondern das steht im Zusammenhang mit der Eidensstattlichen Versicherung (inzwischen Vermögensauskunft genannt). Wenn man sich weigert, diese beim Gerichtsvollzieher zu leisten, kann dafür eine Erzwingungshaft beantragt werden.

Diese Fragen sind alle zulässig.

Tatsächlich? Die Frage nach der Staatsangehörigkeit zählt nun nicht dazu, da sie weder Zahlungsmoral noch Mietvertragsverhältnis betreffen.

Nicht jeder Grieche lebt auf Kosten anderer, nicht alle Polen klauen und wer keinem Türken vermieten möchte, muss sich diese Information anderweitig beschaffen.

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@imager761

Ja selbstverständlich ist die Frage nach der Staatsangehörigkeit zulässig, denn diese gehört zur Identität des Mieters. Der Vermieter hat ein Recht darauf zu wissen, mit welcher Person er es zu tun hat. Er dürfte sich auch den Personalausweis zeigen lassen (nicht kopieren), um die Identität zu überprüfen.

Du verwechselst Staatsangehörigkeit mit Nationatität. Das ist wieder was anderes, danach dürfte nicht gefragt werden.

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@Renick

Tasächlich verwechselst du Staatsangehörigkeit mit Identität: Bewerber mit doppelter Staatsangehörigkeit haben keine zwei Identitäten, wenn wir diejenigen mit krankhafter Persönlichkeitspaltung unberücksichtigt lassen :-)

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Nun ja, der Mieter möchte möglichst sicher sein das sein Mieter solvent ist.

Familienstand (geschieden könnte auf Unterhaltszahlungen hinweisen - verlobt = der zieht bald wieder aus wenn er ne Familie gründet)

Beruf: ist zu befürchten das er den Job verlieren könnte (wenn zB befristet oder er ganz kurz dabei) und dann nicht mehr zahlen kann.

Zahlungsverpflichtungen. Was bringt ein Supergehalt wenn er zig Kredite abzahlen muss.

Die Fragen sind freiwillig, müssen also nicht beantwortet werden, deinem Bekannten sollte aber klar sein, das er bei Weigerung seine Chancen auf die Wohnung schmälert (nicht gerecht aber ist in der Realität leider so). Je nachdem wie der Wohnungsmarkt bei euch ist muss er sich überlegen wie dringend er die Wohnung braucht.

Er möchte die Wohnung haben und ist auch bereit alles zu beantworten, aber ich zweifel schon ob das alles rechtens ist, das hab ich ihm auch gesagt und daher wollten wir mal nachfragen.

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@malour

Fragen darf man Alles, Antworten muss man Nichts und bei mietrelevanten Fragen darf man auch nicht lügen....

Aber die Sexualität und ein Kinderwunsch bzw. Verlobung gehen den Vermieter nichts an......

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Vermieter teilt Übergabetermin nicht mit. Was kann ich tun?

Hallo zusammen,

vor kurzem bin ich aus der gemeinsamen Wohnung vom damaligen Lebenspartner ausgezogen. Wir beide sind im Mietvertrag (zu gleichen Rechten, anteilige Kaution etc.) eingetragen. In Kürze soll ein Termin zur Wohnungsübergabe anstehen, da es schon zum 01.12 Nachmieter geben soll, was ich jedoch nicht vom Vermieter, sondern vom ehemaligen Lebenspartner erfahren habe. Eigentlich soll das vertragliche Mietverhältnis zum 31.12 enden.

Problematisch ist, dass ich vom Vermieter nicht über den Tag und die Uhrzeit informiert wurde. Mehrmalige Versuche (per Mail, telefonisch und Handynachricht) den Vermieter zu kontaktieren, um den Übergabetermin zu erfahren, sind gescheitert, da dieser mich ignoriert. Da mein ehemaliger Partner ein sehr gutes Verhältnis zum Vermieter hat, kennt er den genauen Termin bereits. Ich wiederrum erhalte keine Auskunft.

Schon in der Vergangenheit hat sich der Vermieter gerne um seine Pflichten gedrückt, z.B. gab es mehrere Wochen kein warmes Wasser und keine warme Heizung, nur um hier Beispiele zu nennen.

Ich befürchte, dass in meiner Abwesenheit die Kautionsrückgabe zu meinen Ungunsten geregelt wird (mutmaßliche Beschädigungen oder Instandsetzungsarbeiten auf mich abgewälzt werden) und mir der Vermieter meine anteilige Kaution nicht zurückgeben möchte.

Kann ich dem Vermieter eine Frist setzen bis wann er mir den Termin zur Wohnungsübergabe mitteilen soll?

Wie soll ich mich verhalten? Soll ich schon gleich einen Anwalt nehmen?

Danke für Euren schnellen Rat.

 

 

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