Mietrecht ...Wärmedämmung

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12 Antworten

11% der Kosten der Modernisierung zur Energieeinsparung pro Jahr. Also wenn die Modernisierung z. B. in Bezug auf Eure Wohnung 10000 Euro kostet, dann sind es € 1100,- pro Jahr und im Monat damit knapp 100 €. Damit das aber wirksam wird, benötigt der Vermieter am Ende von seiner Hausverwaltung eine ganz genaue Darstellung der Modernisierungkosten, die auf ihn bzw. seine Wohnung entfallen. Und er muss die Erhöhung rechtzeitig ankündigungen. Soweit mir bekannt ist, wenn die Maßnahme nicht drei Monate vorher angekündigt war, muss er ab Ankündigung 9 Monate warten, bis die Erhöhung greift, auch wenn die Sanierung schon nach wenigen Tagen oder Wochen erledigt ist und ihr schon im kommenden Winter kräftig davon profitiert.

Das wird wahrscheinlich ganz (oder teilweise) von dem Hausgeld (= Rücklagen für Reaparaturen usw.) bezahlt.

Trotzdem darf der Vermieter die Kosten auf die Miet umlegen. Und zwar von seinem Anteil 11 % auf die Jahresmiete. Wenn sein Anteil also schätungsweise 25.000 Euro beträgt, dann kann er davon 11 % (=2. 2.750 Euro) umlegen. Das würde eine Mieterhöhung von rund 230 Euro pro Monat ausmachen.

Er darf, muss aber nicht.

Greenmile69 02.11.2012, 08:19

bei einer Miete von 500€ ...230 erhöhen das wäre aber derb

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Aus dem Hausgeld sicher nicht (s. Antwort von vesparoller). Eine Mieterhöhung wegen Modernisierung setzt voraus, dass die Modernisierung mindestens 3 Monate zuvor angekündigt wurde. Hier sind nur zwei Wochen Frist gegeben. Demzufolge scheidet eine Mod.-Mieterhöhung aus (11% der Kosten/anno). Unabhängig davon darf der Vermieter nach den sonstigen gesetzlichen Kriterien die Miete erhöhen.

Mismid 01.11.2012, 10:55

natürlich auch aus dem Hausgeld, wenn dies ein Rücklagenanteil enthält. Welches Geld für die Maßnahme verwendet wird ist nicht entscheidend!

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MosqitoKiller 01.11.2012, 10:59
@Mismid

Dann wird es aus der Rücklage bezahlt, mehrere 10.000 Euro werden ganz sicher nicht aus dem laufenden Hausgeld bezahlt...

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Mismid 01.11.2012, 11:08
@MosqitoKiller

ne, es kann aber auch eine Kombination aus Rücklage oder Sonderumlage sein

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MosqitoKiller 01.11.2012, 10:58

Nein, gem. § 559b Abs. 2 BGB kann die Erhöhung auch noch später erfolgen...

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Ja, das wird von der Instandhaltungsrücklage bezahlt und berechtigt den Vermieter zu einer Mieterhöhung in Höhe von maximal 11% der Kosten (aufs Jahr gesehen).

Sicherlich zutreffend ist, dass die Anbringung der Platten aus der von den Wohnungseigentümern angesammelte Instandhaltungsrücklage reguliert wird. Eine Berechtigung zur Mieterhöhung liegt vor, wenn es sich um eine Modernisierungsmaßnahme handelt. Du wirst ja auch daraus deinen künftigen Nutzen in Form von Heizkosteneinsparung haben. Allerdings sind derartige Erhöhungsbegehren nur wirksam, wenn vorher dir die entstehende Höhe erläutert wird. Das Erhöhungsverlangen wirkt dann mit Beginn des dritten Monats nach Zugang dieser Erklärung.

Weitere Information kannst du mittels Google massig finden; Einfach Stichwort - Mieterhöhung aufgrund Wärmedämmung – eingeben und dann unter folgendem zum Beispiel http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/w1/waermedaemm.htm nachlesen.

Hausgeld besteht aus:

  1. laufende Betriebskosten (Du zahlst die an ihn und er an die Hausverwaltung, die die Abrechnung macht).

  2. Instandhaltungsrücklage. Die Höhe bestimmt die Eigentümergemeinschaft.

  3. Kosten der Hausverwaltung.

Die Ausgaben Ziffer 2 und 3 darf er nicht auf einen Mieter umlegen.

Die Instandhaltungsrücklage wird verwendet, um den Zustand des Hauses zu erhalten - d.h. Reparaturen vorzunehmen. Das wäre dann z.B. der Fall, wenn das Haus von außen neu gestrichen werden würde, weil der Anstrich das Haus nicht mehr ausreichend schützt. Bei euch wird aber mehr gemacht - die Wärmedämmung. Das ist eine Modernisierungsmaßnahme, durch die der Wohnwert des Hauses steigt. Deshalb darf der Vermieter die Kosten einer solchen Modernisierung auf die Mieter umlegen (11% pro Jahr). Bei der Wärmedämmung wird außerdem argumentiert, dass ein Mieter dadurch Heizkosen einsparen würde.

Greenmile69 02.11.2012, 08:23

..wenn er die 11% umlegt ...ab wann darf er dann diese 11% verlangen ...sagen wir mal heute teilt er mir dies mit ???Danke für deine Antwort

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Das sogenannte Hausgeld gibt es aber nur bei mehreren Eigentümern. Bei der Wärmedämmung kann er sicherlich die Miete erhöhen. Max. 10 % pro Jahr der derzeitigen Miete.

bwhoch2 01.11.2012, 18:36

Falsch: Die 10 %! Es sind 11% der Kosten der Modernisierung zur Energieeinsparung pro Jahr. Also wenn die Modernsisierung z. B. in Bezug auf Eure Wohnung 10000 Euro kostet, dann sind es € 1100,- pro Jahr und im Monat damit knapp 100 €. Damit das aber wirksam wird, benötigt der Vermieter am Ende von seiner Hausverwaltung eine ganz genaue Darstellung der Modernisierungkosten, die auf ihn bzw. seine Wohnung entfallen. Und er muss die Erhöhung rechtzeitig ankündigungen. Soweit mir bekannt ist, wenn die Maßnahme nicht drei Monate vorher angekündigt war, muss er ab Ankündigung 9 Monate warten, bis die Erhöhung greift.

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Die Miete aufgrund dieser Maßnahme darf um maximal 11% erhöht werden. Und auch das muss rechtzeitig angekündigt werden. Du hast dann die Möglichkeit zu kündigen, wenn du möchtest.

MosqitoKiller 01.11.2012, 10:53

11 % der Kosten der Modernisierung pro Jahr, nicht 11 % der derzeitigen Miethöhe, das muss man bei einer solchen Antwort dazuschreiben...

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ja klar! Das ist eine Modernisierungsmaßenahme und Modernisierungen die Werterhöhend sind, da sie eine Verbesserung darstellen dürfen voll auf den Mieter umgelegt werden, max 11% pro Jahr. Wenn der Vermieter das möchte muß er dies aber vorher ankündigen dass die Miete erhöht wird. Du hast dann Zeit zum Widerspruch. Widerspruch würde bedeuten dass du dann aber ausziehst...

Das Hausgeld ist die Zahlung eine Wohnungseigentümers analog zu dem, was für einen Mieter die Nebenkostenvorauszahlung ist...

Eine solche Modernisierungsmaßnahme berechtigt den Vermieter zur Erhöhung der Miete, und zwar um maximal 11 % der auf ihn entfallenden Kosten der Maßnahme pro Jahr. In Deinem Fall können das schonmal 90 Euro pro Monat sein. Allerdings muss er dies 3 Monate vorher ankündigen...

Vom Hausgeld (welches der Eigentümer der ETW an die Eigentümergemeinschaft zahlt) werden alle Gemeinkosten des Hauses sowie die verbrauchsbhängigen Kosten der Wohnung (Wasser, Heizung, Müll etc.) bezahlt. Zu den Gemeinkosten gehören neben den bereits erwähnten Rücklagen für Reparaturen auch die Kosten für den Hausverwalter, Gebäudeversicherung, Umlagenpflege, Allgemeinstrom usw. (Vom Hausgeld kann der Vermieter aber nicht alle Kosten auf den Mieter umlegen)

Im Rahmen von Wärmedämmungsmaßnahmen kann der Vermieter durchaus die Miete (im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten) umlegen.

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