Mietminderung wegen bauarbeiten

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Mietminderung - Bauarbeiten rechtfertigen Mietminderung Bauarbeiten berechtigen Mieter aufgrund ihrer typischen Begleiterscheinungen wie Lärm, Schmutz und eingeschränkter Nutzungsmöglichkeit der Wohnung zu einer Mietminderung. Keine Rolle spielt es, ob der Vermieter rechtlich oder tatsächlich etwas gegen die Beeinträchtigung wie zum Beispiel Lärm und Schmutz unternehmen kann oder nicht.

Einige typische Urteile: 22 Prozent Mietminderung bei monatelangen erheblichen Bauarbeiten in und am Haus (LG Hannover 1 S 46/86).

25 Prozent Mietminderung, wenn infolge des Baulärms ein Öffnen der Fenster und eine normale Unterhaltung nicht möglich ist und es infolge der Bauarbeiten zu Erschütterungen in der Wohnung kommt (LG Darmstadt 17 S 284/82).

15 Prozent Mietminderung, wenn zur Durchführung der Bauarbeiten das Gebäude eingerüstet und mit Planen verhangen wird, so daß der Balkon nicht nutzbar und die Wohnung abgedunkelt ist (AG Hamburg 38 C 483/95).

80 Prozent Mietminderung, wenn der Vermieter das Dachgeschoß ausbaut und der Mieter sich praktisch in der darunter liegenden Wohnung nicht mehr aufhalten kann, wegen Schmutz und Gestank. Außerdem kam es hier mehrfach zum Einbruch von Regenwasser, Hitzestauungen unter dem Plastikzeltdach und sogar zu einem Durchstoßen der Wohnungsdecke (LG Hamburg 307 S 135/95).

Wichtig: Nicht nur Bauarbeiten im und am Gebäude des Vermieters können eine Mietminderung auslösen. Auch Bauarbeiten in der Nachbarschaft berechtigen den Mieter bei entsprechenden Beeinträchtigungen zu einer Mietminderung (BayObLG RE-Miet 2/86).

Mietminderung - Vermieter kann nicht nach Jahren geminderten Beträge als Mietrückstände einklagen.

Hat der Vermieter über einen längeren Zeitraum hinweg widerspruchslos eine Mietminderung seines Mieters hingenommen, kann er nicht nach Jahren die geminderten Beträge als Mietrückstände einklagen. Der Anspruch auf Nachzahlung der Miete ist verwirkt (OLG Düsseldorf 10 U 18/02).

Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes hatte der Vermieter kurz vor Ablauf der vierjährigen Verjährungsfrist offen stehende Mietforderungen eingeklagt und gleichzeitig fristlos gekündigt. Der Mieter hatte jahrelang die Miete ganz oder teilweise gemindert.

Zahlungsklage und Kündigung sind nach der Entscheidung des Oberlandesgerichtes Düsseldorf unzulässig. Der Vermieter hat sein Recht auf Mietzahlung verwirkt. Er kann seine Forderung nach Treu und Glauben nicht mehr geltend machen. Eine Verwirkung kommt nach dem Urteil des OLG in Betracht, „wenn der Berechtigte ein Recht längere Zeit nicht geltend macht, obwohl er dazu in der Lage wäre, und der Verpflichtete sich mit Rücksicht auf das gesamte Verhalten darauf einrichten durfte und eingerichtet hat, dass dieser sein Recht auch in Zukunft nicht mehr geltend machen werde.“

Hier hatte, so der Deutsche Mieterbund, der Mieter seit 1993 bzw. 1994 praktisch ununterbrochen die Miete gekürzt. Teilweise waren die Mietforderungen des Vermieters schon verjährt. Die Standpunkte von Mieter und Vermieter waren eindeutig. Während der Mieter von einer mangelnden Gebrauchstauglichkeit der Mietsache ausging, weigerte sich der Vermieter beharrlich, die Mängelbeseitigung vornehmen zu lassen. Wenn angesichts einer derartigen Situation der Vermieter offen stehende Mieten nicht zeitnah einklagt, dann vermittelt er dem Mieter den Eindruck, dass er sich mit der Situation abgefunden habe und wegen der mangelnden Gebrauchstauglichkeit der Mieträume die Mietminderung akzeptiere. Quelle: Deutscher Mieterbund / Mietrecht


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von rudelmoinmoin
07.07.2011, 12:59

zählt nicht bei 80-100m entfernung, nur bei unmittelbare nähe (z.b. im eigenen haus) deine kopie ist nichtig

0

Habe schon mit Mietern aus dem Haus gesprochen, aber die trauen sich nicht dagegen vorzu gehen. Wer weiß einen rat.

Da kannst Du nichts gegen machen, Bauarbeiten sind in unserer Gesellschaft nunmal normal, und wenn nichts gemacht wird, wird auch gemeckert. Mietminderung wäre zwar evtl. möglich, aber nur gering und schwer umzusetzen, da man die konkreten Zeiten der Belästigung nachweisen muss...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

aber die trauen sich nicht dagegen vorzu gehen.

Dagegen vorgehen kannst du ohnehin nicht, es gibt kein Stemmen und Bohren und Hämmern, das geräuschlos vonstatten geht. Ein **Mietminderungsanspruch**** ist gegeben. Gib mal diesen Begriff bei Google ein, da hast du reichlich Informationen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

haben 2006 die anderen mieter auch eine mietminderung bekommen wie euer haus saniert wurde, nein diese "lärm" haben die auch ertragen müssen, also muss du es auch, stell dich nicht so an, willst nur provit raus schlagen, auf solche mieter kann der vermieter gern verzichten, so was nennt man "anstellleritis" schlimme krankheit, vorsicht wenn sie ganz ausbricht der virus kann tödlich wirken

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von babs212
07.07.2011, 13:06

wer sagt den das ich provit rausschlagen will. ja wir haben damals eine mietminderung bekommen. Finde deine Antwort ziemlich beleidigend. Auf solche Antworten kann man echt verzichten.

0

Was möchtest Du wissen?