Mietminderung beantragen?

...komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Du freust Dich, dass Du in eine Wohnung in einem Neubau ziehen kannst und wunderst Dich, dass plötzlich auf der freien Fläche neben Deinem Haus wieder ein Haus hoch gezogen wird? Da müßt ihr nicht benachrichtigt werden, da muss man selbst fragen und dann weiß man Bescheid und kann sich nochmal überlegen, ob man wirklich in die Wohnung ziehen will.

Euer Haus wurde auch mit Krauch und Dreck für die Nachbarschaft gebaut. Frag doch mal dort nach, was die unternommen haben?

So etwas gehört zum Leben und auch wenn Mietminderung dafür möglich ist, halte ich es doch für ziemlich dreist, diese Eurem Vermieter zu zu muten.

Als Vermieter würde ich das wohl zähneknirschend hinnehmen, aber den Termin für die nächste mögliche Mieterhöhung bereits dick in den Kalender eintragen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Mietminderung beantragen?

Mietminderungen beantragt man nicht und bedürfen auch nicht der Zustimmung des Vermieters.

Man macht eine schriftliche Mängeölanzeige und das am Besten per Einwurfeinschreiben.

Mit der Kenntnissetzung darf die Miete angemessen gemindert werden so lange der Mangel besteht.

Meine Frage: Ich habe gelesen, dass man bis zu 20% der Miete wegen Baulärm mindern kann. Stimmt das?

Das sind Einzelfallentzscheidungen und daher sollte ein Fachmann wie Rechtsanwalt oder Mieterbund die Höhe der Mietminderung festlegen.

Zu hohe Mietminderung kann eine Kündigung bedeuten.

MfG

Johnny

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Auch Baulärm in der Nachbarschaft kann zur Mietminderung berechtigen. Es kommt aber auf den genauen Sachverhalt an.

Nach§ 536 BGB ist eine Mietminderung unzulässig, wenn man bereits vor dem Einzug Kenntnis davon hatte - oder hätte haben können. Bezieht man also zum Beispiel eine Wohnung in einem Neubaugebiet, muss man Baulärm bis zur vollständigen Bebauung hinnehmen. In dem Fall müsste man also sagen: Pech gehabt.

Ansonsten gilt: Übermäßiger Baulärm, der das Öffnen der Fenster unzumutbar macht oder abends und am Wochenende erfolgt, berechtigt zur Mietminderung (LG Darmstadt WuM 1984, 245). Ob das in deinem Fall so ist, kann ich aus deiner Fragestellung so nicht erkennen.

Ob der Vermieter für den Baulärm verantwortlich ist oder nicht, ist übrigens irrelevant. Eine Mietminderung ist berechtigt, wenn ein Mangel vorhanden ist, unabhängig vom Verursacher. Wenn du also bei der Unterschrift unter deinen Mietvertrag nicht wusstest bzw. nicht wissen konntest, dass mit Baustellenlärm zu rechnen ist, kannst du Mietminderung geltend machen. In dem Fall erkundige dich bitte beim Mieterverein in deinem Wohnort oder bei einem Anwalt, welche Höhe angemessen ist und mindere die Miete entsprechend - nach entsprechender schriftlicher Mitteilung an deinen Vermieter.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Erstmal nicht gleich mit kanonen schiessen sondern mit dem Vermieter reden warum er euch n icht informiert hat. beraten lassen könntet ihr euch euch beim Mieterverein - kostet ca. 20,- / 30,.- ,aber dann wüßtet ihr genau wie ihr euch verhalten könnt und ob das mit einer Mietminderung rechtens ist. Informieren hätte er euch wohl müssen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von kreuzkampus
21.04.2015, 09:29

Bezüglich des MV bin ich Deiner Meinung, Otilie; aber mit 20-30 € kommt man nicht mehr aus. In Hannover liegt der Jahresbeitrag m.W. inzwischen bei 70 €; und ein Jahr Mitgliedschaft ist Minimum.

0

Der Weg über den Anwalt scheint angeraten! Im Übrigen beantragt man keine Mietminderung, sondern erklärt diese begründet für den auf die Erklärung folgenden Monat und die Folgmonate.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Mitgliedschaft in der Mietervereinigung ist günstiger als ein Anwalt und fast genauso effektiv.

20% wirst Du nicht kürzen können, sei froh, wenn es 5 werden, frag aber nach.

Zuerst musst Du Deinen Vermieter vorwarnen, eventuell macht er von sich aus ein akzeptables Angebot. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von wiki01
21.04.2015, 09:40

Die Mitgliedschaft in der Mietervereinigung ist günstiger als ein Anwalt

Das ist weitverbreiteter Blödsinn. Der Beitrag beim Mieterschutzbund ist teurer als eine Rechtsschutzversicherung. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 80 Euro pro Jahr, und die Aufnahmegebühr 20 Euro.

Eine Mietrechtschutzversicherung im Basistarif kostet bei einem namhaften Rechtschutzversicherer gerade mal 40 Euro im Jahr.

1

Mietminderung kann man nicht beantragen. Das macht man, indem man weniger Miete zahlt, als gefordert wird.

Das Fenster kann ich über Nacht nicht geöffnet lassen, da es morgens so laut ist

Was ein geöffnetes Fenster mit in der Früh beginnendem Baulärm zu tun hat, erschließt sich mir jetzt nicht, ist aber kein Mietminderungsgrund.

Und kann ich einfach einen Brief an meine Vermieter schreiben das ich jetzt weniger Miete zahle

Ob du das kannst, weiß ich nicht. Aber da gehört nicht viel dazu. Einen Zettel nehmen, die Absicht, die Miete zu mindern draufschreiben, die Begründung dazu und abschicken. Dazu solltest du in der Lage sein.

durch einen teuren Weg über den Anwalt

Der ist nicht teuer. Dafür gibt es Rechtsschutzversicherungen.

Abschließend sei dir gesagt, dass der Vermieter ein Recht hat, auf einem baureifen, erschlossenen Grundstück ein Haus zu bauen, sobald er die Baugenehmigung dafür hat. Dazu muss er garantiert dich weder informieren noch deine Genehmigung einholen. Innerhalb bestimmter Tageszeiten musst du Baulärm hinnehmen. Überleg dir das mit der Mietminderung gut, denn schnell folgt daraus die Kündigung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Gerhart
21.04.2015, 12:16

Diese 20% Mietminderung würde ich als Vermieter nicht hinnehmen.

0

Das ist einzelfallbedingt, es kommt immer auf die Umstände und zeitlichen Gegebenheiten an. Eine Mietminderung ist schriftlich beim VM anzukündigen.

Ich glaube dir, dass das ärgerlich ist, aber halb 7 ist jetzt nicht mitten in der Nacht, finde ich. Auch ist es etwas unglücklich, dass der Vermieter nichts gesagt hat, das wäre einfach nett gewesen. Aber die Baustelle wird vermutlich keine zwei Jahre dauern. Das Haus, in dem du wohnst, musste ja auch mal gebaut werden und hat deine Nachbarn vielleicht gestört. Das ist eben so, wenn es keine Baustellen gäbe, gäbe es keinen Wohnraum und auch sonst nichts. Augen zu und durch, da muss man nicht immer direkt mit Mietminderung kommen, meiner Meinung nach.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Gerhart
21.04.2015, 12:18

Die Minderung muss garantiert nicht beim Vermieter angekündigt werden.

0

Kannst Du alles so machen, Aber ich würde es Dir schon vermiesen. Das bringt nichts.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?