Mietkaution zurückfordern, an wen wende ich mich?

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5 Antworten

Ansprechpartner ist dein Vermieter laut Mietvertrag.

Mit bescheinigt mängelfreier Übergabe hast du einen Rückzahlungsanspruch bis auf eine erwartbare Nachforderung aus BK-Anbrechnung oder i. H. v. 4 BK-Vorauszahlungen.

Diesen reduzierten Betrag forderst du zunächst unter konkreter Fristsetzung von 14 Tagen ab Zugang und kündigst an, nach fruchtlosem Fristablauf einen Anwalt mit Rechtsverfolgung wg. ungerechtfertigter Bereicherung zu beauftragen, dessen Kosten aus Rechtsgrund Verzugsschaden dem Vermieter zufallen :-)

Übergabe-Einschreiben oder mit Rückschein ist keine gute Idee: Das könnte annahmeverweigert werden und ist dafür nun wirklich zu teuer :-(

Kommt eine persönliche Übergabe oder Einwurf mit Zeugen nicht in Betracht, nutze ein Einwurfeinschreiben.

Entgegen man anderslautender Meinung ist mir aus der Praxis kein einziger Fall bekannt, wo der Empfänger mit der Behauptung, einen leeren Umschlag oder Weihnachstgruß statt der behaupteten Rückzahlungsforderung erhalten zu haben, vor Gericht tasächlich durchgedrungen wäre :-O

G imager761

Dankeschön! Nur ich weiß nicht wie ich wie ich das jetzt mit dem Vermieter als Ansprechpartner machen soll. Er wird im Mietvertrag bloß als Firma X ohne Adresse angegeben, der von Hausverwaltung Y vertreten wird. Soll ich nun das Schreiben an die Hausverwaltung schicken mit der Bitte es weiterzuleiten? Der Vermieter wollte nie in Kontakt mit seinen Mietern treten, als ich mich einmal persönlich noch während ich dort gewohnt habe an ihn wenden wollte, wurde mir nur von der Hausverwaltung mitgeteilt, dass sie seine Adresse und Nummer nicht rausgeben dürfen. Eine persönliche Übergabe des Schreibens ist leider auch nicht möglich, da ich nun ca 300km entfernt wohne. Allgemein ist der Kontakt auch zur Hausverwaltung schwierig, alles sehr inkompetente Mitarbeiter, wenn sie überhaupt mal reagieren. Das war unter anderem auch ein Grund warum ich dort ausgezogen bin.

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@LittleValkyre

Vermieter als Ansprechpartner machen soll. Er wird im Mietvertrag bloß als Firma X ohne Adresse angegeben, der von Hausverwaltung Y vertreten wird.

Genau so wie im Mietvertrag benannt: Einwurfeinschrieben "An Fa. X, c/o Meier Hausverwaltung GmbH, Anschrift".

Denn hier liegt offenbar einen Handlungs- oder Vertretungsvollmacht des Vermieters, der Fa. X vor, die natürlich wirksam wäre.

Das sog. Rubrum einer Zahlungsklage lautet: Beklagte Fa. X, vertreten durch die Meier Hausverwaltung GmbH, Anschrift."

Gegen schwierige Mitarbeiter hilft zugangssichere Forderungsstellung per Einwurfeinschreiben, Schriftstück ggf. zusätzlich vorab per Telefax übermittelt, klare Fristsetzung (bis zum 20.12.2013), klare Ankündigung von Rechtsverfolgung.

Wenn man das so durchzieht, nimmt man sich dann einen RA, der seine Gebühren direkt dem Schuldner in Rechnung stellen kann.

G imager761

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Einwurfeinschreiben an den Vermieter X, vertreten durch die Hausverwaltung Y Adresse der HV. Rückforderung der vollen Kaution bis zum ... (Frist setzen).

Fristablauf abwarten und wenn nichts bis dahin kommt, ab damit zum Anwalt. Wieviel die sich noch für evt. Nebenkosten einbehalten, sollen sie erst einmal selbst feststellen. Keinesfalls dürfen sie die ganze Kaution einbehalten, denn es ist wohl nicht davon auszugehen, dass eine Nachzahlung in Höhe der Kaution zu erwarten ist.

Es sind seit Mitte November jetzt 6 Monate her, dass ich aus der alten Wohung raus bin wollte ich jetzt mal eine freundliche Aufforderung zur Rückzahlung der Miete losschicken. Das Ganze per Einschreiben mit Rückschein und Fristsetzung von 2 Wochen in der das Geld auf meinen Konto sein muss
  1. Der vermieter darf nach 6 Monaten noch das 3-5 fache einer Nebenkostenvorauszahlung bis zur Abrechnung der Nebenkosten einbehalten.

  2. Wenn man ein Schreiben schicken will, dann per Einwurfeinschreiben.

Muss ich das denn jetzt an die Hausverwaltung schicken, denn die Kaution habe ich direkt damals auf ein Konto des Vermieters überwiesen, alles andere wurde jedoch immer von der Hausverwaltung geregelt.

Der Vermieter ist die erste Adresse. Im Zweifelsfall an beide schicken.

MfG

Johnny

Vielen Dank für die Antwort!

Und wenn ich keine Adresse vom Vermieter habe und an diese auch nicht rankomme, da er dies nicht möchte? Genauer habe ich das in einer anderen Antwort erklärt.

MfG KleineValküre

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Adressat ist in deinem Fall der Eigentümer (auch wenn es eine Firma ist), denn an den hast du auch die Zahlung geleistet. Der Verwaltung kannst du nachrichtlich eine Kopie des Schreibens schicken. Nimm dann ein Einwurfeinschreiben an die Adresse der Firma, z.H. des Geschäftsführers. Den Namen findest du sicher auf deren Internetseite (wenn die denn eine haben), sonst frage halt die Verwaltung danach.

Im Internet gibt es leider nichts zu der Firma, was ich schon sehr mekrwürdig finde und die Verwaltung rückt wie schon beschrieben keine Adresse und Namen raus.

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@LittleValkyre

Nun, das ist zwar ungewöhnlich heutzutage, aber denkbar ist das schon. Wende dich dann an die Hausverwaltung.

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In vielen Fällen müssen Mieter und Vermieter nachweisen können, das Sie rechtsverbindliche Erklärungen, z.B. Kündigungen, Mieterhöhungserklärungen, an den anderen Vertragspartner zugestellt haben. Ein Brief mit einer solchen Willenerklärung gilt dann als zugegangen, wenn er in den Machtbereich des Adressaten gelangt ist, sodass er unter normalen Umständen vom Inhalt Kenntnis nehmen kann.

Wenn man ein Schreiben schicken will, dann per Einwurfeinschreiben.

Das sehe ich ebenso wie Johonnymcmuff.

Seit 1997 gibt es ein neues preiswertes Einschreiben, das Einwurfeinschreiben. Der Postbote wirft die Sendung, also nicht nur den Benachrichtigungsschein in den Briefkasten oder das Postfach des Adressaten und bestätigt diesen Einwurf auf einem Auslieferungsbeleg, der bei der Post AG dokumentiert wird. Das Einwurf-Einschreiben gelangt mit Einwurf in den Machtbereich des Empfängers. Der Zugang liegt vor, weil nach der Verkehrsanschauung anzunehmen ist, das er seinen Briefkasten täglich leert. Der Auslieferungsbeleg hat aber nur begrenzte Beweiskraft. Mit ihm wird durch öffentliche Urkunden lediglich bewiesen, das die Sendung im Hausbriefkasten bzw. Postfach eingeworfen wurde. Dies reicht aber für die Annahme des Zugangs in der Regel aus. Interessant ist die Frage des Zugangs im Mietrecht bei allen Willenserklärungen, wie zum Beispiel bei Kündigungen oder Mieterhöhungserklärungen, mit denen der Lauf von Fristen in Gang gesetzt wird. hier aber sind ja keine Fristen die zu beachten wären, sollte nur der Vollständigkeit dienlich sein.

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