Mietforderung ohne Mietvertrag - Rechtslage

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Mietforderung ohne Mietvertrag - Rechtslage

Auch wenn man keinen schriftlichen Mietvertrag hat, kann trotzdem ein Mietvertrag bestehen, denn es gibt auch mündliche Mietverträge.

Mir wurde der Schlüssel übergeben

Damit ist ja wohl klar, dass Du einen Vertrag eingegangen bist.

Meinst Du etwa ein Vermieter ist Wohltäter und lässt Dich umsonst wohnen?

Jedoch habe ich nie einen Mietvertrag unterzeichnet und dementsprechend auch keine Miete gezahlt..

Somit ist man nach dem dritten Werktag im Monat im Mietrückstand.

I> rgendwann hab ich es auch nicht mehr eingesehen, weil sich die Vermieter nur selten um Dinge gekümmert haben und es in der ganzen Wohnung schimmelte.

Du machst ja einen Fehler nach dem Anderen:

  1. Sind das zwei verschiedene Sachen

  2. Ist man laut BGB zur Mängelanzeige verpflichtet, kann sonst zu Schadenersatz führen.

Nachdem ich eine neue Wohnung gefunden hatte, bin ich - ohne zu kündigen - ausgezogen.

Auch bei mündlichen Mietverträgen muss man schriftlich mit der gesetzlichen Frist kündigen.

Jetzt, ein paar Wochen später kam zuerst eine Mahung zur Zahlung der 5,5 Mieten und der bitte um Kündigung und, einige Tage später, ein Mahnbescheid vom Amtsgericht.Wie ist die Rechtslage?

Die Rechtslage sieht so aus:

Du musst die ausstehende Miete sowie die Gebühren zahlen. Dann schriftlich kündigen mit der gesetzlichen Frist und bis zum Ende der Kündigungsfrist weiterhin Miete zahlen, es sei denn, man einigt sich mit dem Vermieter oder es gibt früh genug einen Nachmieter.

Ich weiß, dass es nicht richtig war, jedoch frage ich mich, wieso die Vermieter sich nicht vorher beschwert haben?

Weil der Vermieter sich nicht früher beschweren muss, Sie sich automatisch ab dem 4. Werktag in Verzug befinden und eine Vermieter halt auch vielleicht noch andere Dinge zu tun hat.

Sie haben jedenfalls gegen folgende § verstoßen:

§ 535

Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags _______________________________________________________

§ 536c Während der Mietzeit auftretende Mängel; Mängelanzeige durch den Mieter .

(1) Zeigt sich im Laufe der Mietzeit ein Mangel der Mietsache oder wird eine Maßnahme zum Schutz der Mietsache gegen eine nicht vorhergesehene Gefahr erforderlich, so hat der Mieter dies dem Vermieter unverzüglich anzuzeigen. Das Gleiche gilt, wenn ein Dritter sich ein Recht an der Sache anmaßt.

(2) Unterlässt der Mieter die Anzeige, so ist er dem Vermieter zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Soweit der Vermieter infolge der Unterlassung der Anzeige nicht Abhilfe schaffen konnte, ist der Mieter nicht berechtigt,

  1. die in § 536 bestimmten Rechte geltend zu machen,
  1. nach § 536a Abs. 1 Schadensersatz zu verlangen oder
  1. ohne Bestimmung einer angemessenen Frist zur Abhilfe nach § 543 Abs. 3 Satz 1 zu kündigen. .

(1) Durch den Mietvertrag wird der Vermieter verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch der Mietsache während der Mietzeit zu gewähren. Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten. Er hat die auf der Mietsache ruhenden Lasten zu tragen.

(2) Der Mieter ist verpflichtet, dem Vermieter die vereinbarte Miete zu entrichten.


§ 568 Form und Inhalt der Kündigung .

(1) Die Kündigung des Mietverhältnisses bedarf der schriftlichen Form.

(2) Der Vermieter soll den Mieter auf die Möglichkeit, die Form und die Frist des Widerspruchs nach den §§ 574 bis 574b rechtzeitig hinweisen.

MfG

Johnny

Supertext! Es ist aber noch zu klären, wer in diesem Fall der Vermieter war. Da hat der Fragende sich noch nicht geäußert.

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@Gerhart

Es ist aber noch zu klären, wer in diesem Fall der Vermieter war. Da hat der Fragende sich noch nicht geäußert.

Im Text steht, die zimmer sind einzeln vermietet und der Vermieter macht nichts gegen Schimmel.

Ich glaube kaum dass der Vermieter einer von der WG ist, aber vielleicht antwortet ja der Fragende noch.

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Bis auf ein Detail. Man kann abweichend vereinbaren, dass man auch mündlich kündigt. Und wie will der Vermieter beweisen, dass so etwas nicht vereinbart war, wenn der Mieter das behauptet? Die schriftliche Kündigung ist ein Gebot, von dem vertraglich abgewichen werden kann.

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@mepeisen
Man kann abweichend vereinbaren, dass man auch mündlich kündigt.

Wenn etwas mündlich vereinbart wird, ist es immer sehr schwierig, zu beweisen, was genau vereinbart war. Selbst wenn man vereinbaren könnte, dass auch mündlich gekündigt werden kann, wäre es doch 10x besser, wenn genau das schriftlich festgehalten wird.

Es müßte in so einem Fall nicht nur der Vermieter beweisen, dass mündliche Kündigung vereinbart war, sondern auch der Mieter. Wie will man da raus kommen? Ein Richter würde sagen, da es nichts schriftliches gibt, muss wohl vom Gesetz ausgegangen werden.

Zudem schreibt doch der/die Fragesteller/in ausdrücklich, dass er/sie nicht gekündigt hat.

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@bwhoch2

Wenn etwas mündlich vereinbart wird, ist es immer sehr schwierig, zu beweisen, was genau vereinbart war

Das gilt immer für beide Seiten.

Selbst wenn man vereinbaren könnte, dass auch mündlich gekündigt werden kann, wäre es doch 10x besser, wenn genau das schriftlich festgehalten wird.

Da stimme ich dir grundsätzlich zu. Allerdings würde ich hier gerade nicht den Wortlaut empfehlen "Hiermit kündige ich". Damit könnte man eingestehen zuvor noch nie gekündigt zu haben. Stattdessen würde ich empfehlen "Ich verweise hiermit auf meine bereits zuvor ausgesprochene Kündigung vom Januar 2012" (oder so ähnlich). Selbst wenn die mündliche Kündigung nicht wirksam wäre, verbaut man sich das wenigstens nicht unwissentlich.

Nun, vielleicht gibt es aber andere, die bezeugen können, dass in der Regel mündlich und konkludent durch Schlüsselrückgabe gekündigt werden kann. Vielleicht sieht der Richter in diesem Punkt (Schlüsselrückgabe) das einzige Indiz und entscheidet dann zugunsten des Mieters.

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@mepeisen

Wenn der Mieter einfach so verschwand, ohne Schlüssel rückzugeben, ohne Übergabe, wird es natürlich für ihn schwer, irgendwie vernünftig zu erklären, dass mündlich gekündigt wurde und das so vereinbart wurde.

Achja: Zweiter Hinweis für den Richter könnte die Forderung sein. Es wird nicht die Miete bis heute gefordert, sondern augenscheinlich nur für die echte Mietzeit. Der Vermieter hat augenscheinlich die Kündigung akzeptiert :-)

Aber die Angaben des TE sind leider etwas widersprüchlich oder die Handlungen des Vermieters sind widersprüchlich.

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Da nie ein schriftlicher MV bestand, so ist auch ein Mündlicher rechtens. Was wurde denn da besprochen? Ist da auch über den Mietzins gesprochen worden? So, hast du nun die Quittung. Bevor es noch teurer kommt, kündige und zahle auch die 3 Monate wegen der Kündigungsfrist. Ist halt für dich ganz dumm gelaufen. Einzigste Rettung: du hattest keine Kto, aber auch dazu hat man einen Mund und kann fragen! Wurde trotzdem nicht reagiert: so könnte man Einspruch einlegen, mit der Begründung: es wurde mehrmals nach der KTO angefragt und es kam keine Antwort! Das entbindet dich nicht von der Zahlungspflicht.

Dein Rechtsempfinden weicht erheblich von der Gesetzeslage ab. Wer hat dir den/die Schlüssel übergeben? Der Eigentümer/Vermieter der Wohnung oder ein imaginäres WG-Mitglied? Wie kommt der Wohnungsvermieter auf 5,5Mieten? Da muss doch mitten im Monat der Mietbeginn durch Schlüsselübergabe manifestiert worden sein. Als du die Wohnung verlassen hast - Wem wurden die Schlüssel zurückgegeben? Oder sind sie immer noch in deinem Besitz? Um größeren Schaden von dir abzuwenden empfehle ich sofort die Mietschulden und Kosten des Mahnbescheides zu begleichen und mit dem Vermieter eine Auflösung des mündlichen Mietvertrages einvernehmlich herbeizuführen. Wenn das nicht möglich sein sollte, ist sofort schriftlich und nachweisbar zu kündigen und bis zum Ende des Mietvertrages die Miete zu bezahlen.

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