Mieterhöhung durch Modernisierung der Heizung?

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9 Antworten

Es ist wohl ein Angebot des Hauseigentümers, das Du annehmen oder auch ablehnen darfst. Auch wenn Du jetzt zustimmst, ist es kein Auftrag, der zur Folge hat, dass Du die Investition bezahlen musst, sondern das wird über eine Modernisierungsmieterhöhung geregelt.

Wenn Du zustimmst, ist das alles rechtens. Bleibt allenfalls noch die Frage des Zeitpunktes. Ich nehme an, vor der nächsten Heizperiode, um weitere Geruchsbelästigungen zu vermeiden. Du solltest Dich ggf. darum kümmern, die Tonne Kohlen wieder los zu werden. Vielleicht ist Dein Kohlenhändler auch Gashändler. Das würde Deine Chancen deutlich erhöhen, die Kohlen wieder los zu werden.

Wenn Du nicht zustimmst, kann der Vermieter den Einbau auch direkt veranlassen und Du könntest das rein rechtlich nicht verhindern. Allenfalls durch zeitweisen Widerstand mit Hilfe eines Anwalts so weit hinaus zögern, bis die Kohlen verheizt sind.

Wird also die Gasetagenheizung zwangsweise eingebaut, ist das in jedem Fall eine Modernisierung und die Modernisierungsmieterhöhung wäre rechtens.

Im übrigen könnte der Vermieter auf Dauer auch noch normale Mieterhöhungen verlangen, sodass Du im Lauf der Zeit wesentlich mehr als die 55 € plus bezahlst. Deshalb mein Vorschlag: Sprich mit dem Vermieter und erteile Zustimmung zur Maßnahme, wenn er Dir wiederum zusagt, dass vor Ablauf von 10 Jahren ab Zeitpunkt der jetzigen Mieterhöhung die Miete nicht weiter erhöht. Vielleicht ist er nicht mit 10 Jahren einverstanden. Vielleicht aber dafür mit 5 oder 6 Jahren. Das ist dann Dein Geschick.

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Du musst nicht drauf eingehen. Wenn doch, wäre eine formgerechte Modernisierungsvereinbarung abzuschließen. Also: Beginn und Ende der Arbeiten, was wird konkret an Arbeiten gemacht, was kostet der Spaß und um wieviel wird deine Miete voraussichtlich erhöht. Sind die Arbeiten abgeschlossen, folgt das eigentliche Mieterhöhungsverlangen. Die neue höhere Miete wäre dann ab drittem Monat nach Zustellung des MEV fällig.

Allerdings darf der Vermieter nicht die volle Summe der Investition zur Berechnung der Mieterhöhung ansetzen, da du ja schon Öfen zur  Beheizung hattest. Ich gehe mal von  etwa max. 75% aus.Das wären 4500 EUR, davon 11% jährlich sind 495 EUR, davon 1/12 monatlich sind 41,25 EUR mehr Miete im Monat.

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Du kannst ja das Angebot ablehnen. Wenn der Vermieter den Schornstein verrohren lassen will, ist die Versottung dennoch nicht beseitigt. Das kannst du aber fordern. Da wäre sogar eine kleine Mietminderung drin.

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Eine Modernisierung hebt den Wert der Immobilie und den Wohnwert dauerhaft. Daher ist auch die Mieterhöhung nicht für einen vorübergehenden Zeitraum.

Es gibt übrigens einen Gesetzesentwurf, der die Umlegbarkeit von Modernisierungskosten auf 8 % begrenzen soll. Ob das wirklich kommen wird, ist noch nicht klar.

Außerdem: wo weder Staffel- noch Indexmiete vereinbart ist, kann eine Mieterhöhung bis 20 % innerhalb von drei Jahren vorgenommen werden; einige Großstädte haben eine Kappungsgrenze von 15 %.

Die Erhöhung kann bis 10 % über Mietspiegel erfolgen.

Sei doch froh, dass Dir eine Modernisierung angeboten wird.

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Kommentar von albatros
09.08.2016, 01:17

Außerdem: wo weder Staffel- noch Indexmiete vereinbart ist, kann eine
Mieterhöhung bis 20 % innerhalb von drei Jahren vorgenommen werden;
einige Großstädte haben eine Kappungsgrenze von 15 %.

Die Erhöhung kann bis 10 % über Mietspiegel erfolgen.

Das gilt nicht für Modernisierungsmieterhöhungen.

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Von wem kann denn dieser Brief?

Wenn die neue Heizung eine Modernisierung darstellt, ist eine Mieterhöhung um 11 % der Modernisierungskosten jährlich zulässig.

§ 559 BGB

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Ja das ist rechtens. Der Vermieter darf den Wert seiner Immobilie durch eine Gasetagenheizung steigern. Das kostet Geld, welches er auf seine Mieter umlegen darf. Die Höhe von 11% ist auch oki.

Sei doch froh, daß du dann keine Kohlen mehr schleppen mußt. Sollen sie die Heizung halt im April 2017 installieren, dann sind die Kohlen bestimmt alle.

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So wie es aussieht währst Du der Auftraggeber.Würde ich nicht drauf eingehen.

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Kommentar von tazweta
08.08.2016, 19:37

Nein, ich habe nie danach gefragt. 

Es wird mir angeboten, weil die Mieterin 2 Wohnungen über mir ein Problem mit dem Geruch hat. Mit dem Schornstein scheint auch nicht alles in Ordnung zu sein das war im letzten Winter schon arg nervig. 

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Ja, das ist möglich und rechtlich machbar....Dein Vermieter könnte aber auch ansonsten die Miete erhöhen!

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Kommentar von tazweta
08.08.2016, 19:41

Naja, er will mir ja dadurch eine Mieterhöhung von 55EUR/Monat bescheren. 

Ansonsten kann er die Miete nicht erhöhen..ich habe keinen Staffelmietevertrag oder ähnliches.

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tazweta, was ist nun aus der Geschichte geworden?

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