Mieter verstorben und die Erben wollen nicht zahlen: was tun?

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3 Antworten

Nach dem Tode des letzten Bewohners einer Wohnung haben die Erben drei Monate Zeit, die Wohnung aufzulösen oder zu erklären, dass sie sie weiter nutzen wollen, während Du entscheiden kannst, ob Du das willst.

Für diese drei Monate muß Miete bezahlt werden.

Nun ist es wohl so, dass die Erben einerseits an das Bargeld ran wollen, also das Erbe erst einmal nicht ausgeschlagen haben und Du andererseits eigenmächtig, weil Du nichts von Erben wußtest, die Wohnung ausgeräumt hast.

Wieviel Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände hast Du dabei gefunden, an Dich genommen oder an das Nachlassgericht weiter gegeben? Gab es überhaupt erhaltens- oder verwertbares in der Wohnung?

Möglicherweise kommen die Erben noch auf die Idee, dass in der Wohnung noch ein Haufen Bargeld war, dass Du unterschlagen hättest. Das gab es alles schon zu Hauf.

Schon aus diesem Grund und weil Du Forderungen hast, die Du auch geltend machen willst, bleibt Dir gar nichts anderes übrig, als zu einem Rechtsanwalt zu gehen und Dich beraten, bzw. von ihm die Sache in die Hand nehmen zu lassen. Am Ende muss ein vollstreckbarer Titel stehen, der Dir entweder den direkten Zugriff auf einen oder mehrere der Erben gibt oder aber, der Dir sichert, dass Du aus dem Nachlass befriedigt wirst, bevor die Erben was bekommen. Übrigens könnte es durchaus sein, dass es noch weitere Gläubiger gibt, die ebenfalls noch Geld aus dem Nachlass haben wollen.

Also, ohne Rechtsanwalt hast Du in den Wirren der Justiz sowieso keine Chance.

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Kommentar von Engel0303
03.02.2016, 11:55

Nach dem Tod hat niemand irgendetwas kund getan: weder den Mietvertrag gekündigt noch verlängert. Angeblich haben die Erben zunächst das Erbe primär nicht ausgeschlagen um als Ansprechpartner da zu sein. In der Wohnung war schon aussortiert, d.h. es haben sich keine Wertsachen, Schmuck oder irgendwelche brauchbaren Gegenstände befunden. Nur "Müll" war drin.

Wenn ich allerdings zu einem Anwalt gehe, werden alle möglichen Forderungen abgewogen. Wenn es dann evtl. so wäre, dass die Erben auch Ansprüche geltend machen, wie du meintest, dann bleibt abzüglich der ganzen Anwalts- und Gerichtskosten doch gar nicht mehr so viel übrig. Ob sich dann der ganze Stress und Aufwand lohnt, ist fraglich.

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Es gibt für die Erben nur zwei Möglichkeiten:

Das Erbe antreten, in diesem Falle erben sie aber auch die Schulden und müssen dich bezahlen.

Das Erbe ausschlagen, in diesem Falle bekommen sie kein Erbe und die Schulden werden von einem Notar mit dem Nachlass bei dir beglichen.

Wie die das auch drehen wollen, du bist im Recht.

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Kommentar von Engel0303
02.02.2016, 13:01

Stimmt dahingehend hab ich Recht. Problem ist nur, dass ich glaube ich die Wohnung selbst nicht hätte renovieren, den Krempel nicht hätte entsorgen und die Wohnung auch nicht weitervermieten dürfen. Habe ich dahingehend jetzt ein Problem ? Ich hätte wahrscheinlich lieber noch mehr Schulden anhäufen müssen (in Form von Miete); wusste aber zu dem Zeitpunkt nicht, dass Erben da sind und dass auch viel Geld zum erben da ist.

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Nimm dir eine Anwalt der sich damit auskennt.

Wenn die Erben das Erbe nicht ausgeschlagen haben, sind die auch für Verbindlichkeiten zuständig.

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Kommentar von Engel0303
02.02.2016, 13:03

Das verstehen die aber leider nicht, weil sie ja faktisch (noch) kein Geld geerbt haben. Sie meinen, dass sie wahrscheinlich das Geld ausschlagen werden und die (Erst-)Erbschaft "halt nur so" angenommen haben.

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