Mieter los werden wegen Eigenbedarf?

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6 Antworten

Bei der unregelmäßige Mietzahlung (und wenn überhaupt), darf der V. dem Mieter fristlos kündigen. Damit ist die Eigenbedarfskündigung vom Tisch.

Allerdings hätte der Besitzer mittlerweile bei der Wohnung Eigenbedarf für sein Kind!

Hat er tatsächlich oder nicht? Vorgetäuschter Eigenbedarf kann teuer werden!

Warum kündigt er den Mietern nicht wegen unregelmäßiger Mietzahlungen?

Eine Eigenbedarfskündigung setzt berechtigtes Interesse voraus. Demnach müsste er:

  • schriftlich
  • zugangssicher (Einwurfeinschreiben)
  • fristgerecht
  • begründet (warum)
  • identifizierbar (wer)

Kündigung zustellen.

Oder wegen Mietvertragsverletzung eine qualifizierte Abmahnung schreiben (wann wieviel zu spät gezahlt, wann und wen behindert) und ankündigen, bei erneuter Pflichtverletzung fristlos zu kündigen.

Ein Prozesskostenrisiko besteht immer, Klagen sind vorschüssig zu erheben und dauern bei Räumungsklage durchaus Monate.

Deutlich sicherer und kostengünstier wäre es da, wenn man sich die Mieter mal persönlich zur Brust nimmt, deren Pflichtverletzungen als untragbar benennt, eine Kündigung mit Räumungskalge androht und dann einen Aufhebungsvertrag zum Jahresende mit der Zusage anbietet, bei ordentlich geräumtem Auszug einen Umzugskostenzuschuss von 1000 EUR zu zahlen und sogar auf eine geschuldete Renovierung zu verzichten :-)

G imager761

Hallo,

der Gang zum Anwalt wäre da vielleicht keine schlechte Lösung.

Ich würde aber grundsätzlich die 2 Hauptpunkte trennen. Ich meine damit, dass der Eigentümer Eigenbedarf hätte (oder sein Kind, in diesem Fall egal, zählt ja genauso) die eine Sache ist wegen der natürlich eine Kündigung erfolgen kann. (unter Einhaltung der Fristen, außerdem bedarf die Kündigung an sich formaler Merkmale.) Die andere Geschichte sind verspätete oder (teilweise?) ausbleibende Mietzahlungen, evtl. Störungen der anderen Bewohner ... was auch immer. Dafür könnte eine Abmahnung erfolgen. Aber ich würde beide Punkte trennen.

Zum Anwalt deshalb damit die Eigenbedarfskündigung rechtwirksam formuliert wird. Dann liegt es aber immer noch an den Mietern dieser auch Folge zu leisten. Ob sie das tun kann leider niemand vorab wissen.

Voraussetzung ist zunächst, das der Vermieter in seinem Kündigungsschreiben die Person angeben muss, für die, die Wohnung benötigt wird. Der Vermieter muss weiterhin einen konkreten Sachverhalt darlegen, auf den er das Interesse dieser Person an der Wohnung stützt. Die Eigenbedarfs-Kündigung ist im Grundsatz wirksam. Fragen der aktuellen Wohnsituation der Bedarfsperson sollten damit nur im Rahmen der Interessenabwägung bei einem Widerspruch des Mieters eine Rolle spielen. Der Mieter müsste also zunächst Gründe für eine besondere Härte nach § 574 BGB darlegen, die das Interesse des Vermieters überwiegen.

Im Mietvertrag wird wohl eine Kündigungsfrist stehen. Wenn man Kündigt und dabei die Kündigungsfrist einhält sollte es zu keinen Problemen kommen. Allerdings sollte dein Bekannter wenn es so wichtig ist einfach mal mit dem Mietvertrag bei einem Anwalt vorbeisehen. Der kann zu 100% sagen auf was er bei der Kündigung achten muss ohne Probleme zu bekommen. Es gibt sogar spezielle Anwälte für Mietrecht.

Im Mietvertrag wird wohl eine Kündigungsfrist stehen. Wenn man Kündigt und dabei die Kündigungsfrist einhält sollte es zu keinen Problemen kommen.

Vermieter können, im Gegensatz zu Mietern, nur kündigen wenn ein schwerwiegender Grund vorliegt, der in der Kündigung anzugeben ist.

Dazu braucht man keinen Anwalt.

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@anitari

Wobei hier aber ein entsprechender Grund vorzuliegen scheint (regelmaessig unpuenktliche Mietzahlung). Aber darauf hattest du ja in deiner Antwort bereits hingewiesen. Waere vermutlich auch der sehr viel einfachere und schnellere Weg als ein doch manchmal etwas kompliziertere Eigenbedarfskuendigung.

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@DerCAM

Ob das der schnellere Weg ist, wird sich weisen. Leute die sich so verhalten, wird man oft nur durch eine Räumungsklage los und die kostet..

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