Mieter hat fristgerecht gekündigt, gibt aber keine Besichtigungstermine auf. Wie verhalten?

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4 Antworten

Ich praktiziere das bei, in der Hinsicht, unkooperativen Mietern wie folgt:

Sie bekommen ein nettes Schreiben mit dem Hinweis das sie verpflichtet sind Besichtigungen mit Mietinteressenten zu ermöglichen. Mit Verweis auf § 809 BGB und dem Hinweis das unbegründete Verweigerung zu Schadensersatzansprüchen führen kann.

Dazu eine Liste mit mehreren Terminvorschlägen pro Woche, von denen einem zugestimmt   werden muß oder ein anderer benannt werden soll.

Die Liste in 2facher Ausfertigung von denen eine unterschrieben binnen 3 - 5 Tagen zurückzuschicken ist.

Bietet nicht nur einen Termin an, sondern mindestens zwei oder drei. Zum Beispiel 19.8., 20.8., 22.8. Schon allein an dem Abstand zwischen diesen Tagen erkennt der Mieter, dass er nicht mit einem Vorschla 5.9. zu kommen braucht, sondern allenfalls Tage, die ganz nah an den vorgeschlagenen dran sind.

Übrigens: Hat ein Mieter in der Kündigungszeit eine längere Reise geplant und wäre deshalb für mehrere Wochen nicht anwesend, hat er immer noch die Möglichkeit, jemandem seinen Schlüssel anzuvertrauen, der bei der Besichtigung anwesend ist. So, wie man es beispielsweise macht, wenn Blumen zu versorgen oder die Wohnung regelmäßig zu lüften ist. Also auch eine Urlaubsreise wäre kein Grund, Besichtigungstermine abzulehnen.

Zeigen Sie die Ernsthaftigkeit Ihres mietvertraglich berechtigten Anspruches vor dem Hintergrund möglicher Schadenersatzforderderungen aufgrund einer verspäteten Anschlußvermietungsmöglichkeit auf und bitten Sie den Mieter, Ihnen einige, ihm wöchentlich genehme Termine zu benennen, zu denen Sie mit potentiellen Nachmietern von Ihrem Besichtigungsrecht der Wohnung Gebrauch machen dürfen.

Reagiert der Mieter nicht oder unangemessen, schalten Sie einen Anwalt zur Durchsetzung Ihrer Anspüche ein.

In einem Mietvertrag gibt es üblicherweise eine Regelung über Besichtigungen, um eine Anschlussvermietung zu ermöglichen. Die 3 Monate Kündigungsfrist, die ein Mieter einzuhalten hat, dienen natürlich dem Vermieter als Schutz vor Mietausfall. Einem Mieter würde ich nicht empfehlen, sich da auf die Hinterbeine zu stellen. Er hat in angemessenem Maße Besichtigungen zu ermöglichen! Und als angemessen darf ein Termin pro Woche gelten. Sein Verhalten darf nicht so sein, dass es dem Vermieter zu einem Schaden gereicht.

Der Mieter darf auch gern noch einmal daran erinnert werden, dass der Gesetzgeber ihn durch erheblich längere Kündigungsfristen seitens des Vermieters noch mehr schützt: ab 5 Jahren Mietzeit 6 Monate, und ab 8 Jahren sogar 9 Monate.

Der Mieter hat also kein Recht, die drei Monate, die Euch zur Verfügung stehen für die Anschlussvermietung, auf zwei zu reduzieren. Schaut in jedem Fall noch einmal in den Mietvertrag. Sollte es nicht enthalten sein, dann nehmt Euch für die nächste Vermietung den Standardmietvertrag von Haus und Grund, die sind rechtlich immer auf dem neuesten Stand.

Dem jetzigen Mieter würde ich freundlich darauf hinweisen, dass er hier mitzuwirken hat.

@ThadMiller

Du kannst Dir zwar Deine eigenen Gesetze machen, aber der Gesetzgeber hat sich bei drei Monaten Kündigungsfrist etwas gedacht!

anitari 11.08.2016, 12:05

Man kann dem Mieter aber auch anbieten das er 3 MM auf den Tisch legt und dann für den Rest der Kündigungszeit seine Ruhe hat;-)

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ThadMiller 11.08.2016, 12:16

Ich hab mich wohl ungünstig ausgedrückt. Ich meinte nicht das Irgendwer, irgendwelche Fristen verändern/verkürzen soll.

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