Mieter halten sich nicht am Mietvertrag?

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13 Antworten

Sie lachten nur und sagten sie dürften jeder Zeit sich kleine Hunde anschaffen ohne den Vermieter zu fragen. Stimmt das ?

Die gute Nachricht:

Nein, das stimmt nicht. Die Mieter unterliegen dem Mietrechtsirrtum, dass kleine Hunde zu den Kleintieren zählen.

Kleintiere darf man in üblicher Anzahl halten, ohne das man den Vermieter fragen muss. Hunde sind aber keine Kleintiere, egal wie klein sie sind.

Nach 1 Jahr fragen sie mich ob Sie noch ein Hund dazu holen dürfen also 2 Hunde und 4 Katzen dann..Ich hatte es verboten .aber sie haben den Hund sich angeschaft ,jetzt habe Ich die Kündigung geschrieben. Sie lachten nur 

Die schlechte Nachricht:

Sie lachen zu Recht, denn bei einer Klage würdest Du sehr wahrscheinlich verlieren, denn eine Kündigung seitens des Vermieters setzt einen wichtigen Grund und oft auch eine Abmahnung voraus.


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Wenn ein Hund und vier Katzen erlaubt sind, kann der Mieter nicht fordern und durchsetzen wollen, seinen Tierpark beliebig zu erweitern. Es gilt der Vertrag.

Wenn hier andere User recht hätten, könnte der Mieter  nächstes jahr noch weitere  Hunde und/oder oder Katzen hinzuwollen. Die vermehren sich dann und du könntest nix dagegen tun, weil Hundehaltung und Katzenhaltung nicht verboten werden kann? Das ist ein Irrtum. Es stimmt zwar gemäß höchstrichterlicher Rechtsprechung, dass Hunde- und Katzenhaltung nicht absolut verboten werden kann sondern dazu triftige Gründe heranzuziehen bzw. zu prüfen wären, warum und weshalb die Haltung nicht gestattet wird. Das ist aber kein Freibrief für die Haltung ganz nach Belieben des Mieters.

Du solltest den Mieter abmahnen und fordern, den zusätzlichen Hund abzuschaffen. Folgt der Mieter nicht, dürftest du m. E. wegen Vertragsverletzung kündigen. Fristlos, hilfsweise fristgerecht.


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Das stimmt nicht. Jeder Hund, auch einer der in die Handtasche passt, bedarf der Zustimmung des Vermieters.

Der Begriff Kleintiere, nur die sind ohne Zustimmung erlaubt, bezieht sich nicht auf die Größe der Tiere, sondern auf die Art der Haltung.

Freilaufende Tiere wie Hunde und Katzen sind laut BGH keine Kleintiere.

Mit der Kündigung warst Du aber zu voreilig. Zunächst hättest Du den Mieter auffordern den 2. Hund wieder abzuschaffen.

Erst wenn er dem nicht nachgekommen wäre, hättest Du kündigen können.

Allerdings, falls es so weit kommen sollte, könnte ein Richter anders entscheiden.

Denn Hundehaltung in einem EFH mit Grundstück drum herum ist was anderes als in einer Mietwohnung in einem Mehrfamilienhaus.

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Kommentar von bwhoch2
10.07.2016, 10:56

Hier liegst Du falsch, anitari. Die Mieter hätten sich nicht über die ausdrückliche Vereinbarung eigenmächtig hinweg setzen dürfen. Hierin liegt bereits die Vertragsverletzung.

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Ob sie das ohne Absprache dürfen hängt davon ab was im Mietvertrag steht, so wie du das schilderst wird dort aber sicherlich drinne stehen das sie die Erlaubnis brauchen. Andererseits darfst du die Anschaffung eines weiteren Tieres nicht ohne Angabe von sachlichen Gründen verbieten.

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du kannst es ganz gut damit begründen, dass es zu viele tiere auf zu wenig m² sind...keine ahnung wie groß die wohnung ist, aber 6 tiere in einer wohnung ( ich gehe bei allen jetzt mal von katzengröße aus) sind einfach zu viel... 

http://magazin.mydog365.de/recht/vermieter-verbietet-hund/

ich würde mich da an einen anwalt wenden und im extremfall tatsächlich auch an den tierschutz oder das ordnungsamt

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Kommentar von DerHans
10.07.2016, 10:10

Es handelt sich um ein Haus. Wahrscheinlich haben die Katzen also Freilauf

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Das Risiko für dich und dein Eigentum wird durch den zweiten Hund ja nicht größer.

Beschädigungen und Verunreinigungen des Grundstücks muss der Mieter sowieso auf seine Kosten beseitigen

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Kommentar von uni1234
10.07.2016, 10:06

Es handelt sich trotzdem um die Verletzung einer wirksam vereinbarten Vertragsklausel. Daher ist die Kündigung gerechtfertigt. 

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Wenn es sich bei der Kündigung um eine normale Kündigung (keine fristlose) handelt und die Schriftform eingehalten wurde, dann bist Du im Recht. Die Mieter haben gegen eine wirksame Vereinbarung im Mietvertrag verstoßen. 

Die von den Mietern angesprochene Rechtsprechung zu Kleintieren ist hier nicht einschlägig. Diese gilt nämlich nur dann, wenn die Parteien bereits vorformulierte Klauseln im Mietvertrag verwenden. Dies war hier aber offensichtlich nicht der Fall. 

Daher würde ich die Mieter auf die Wirksamkeit der Kündigung hinweisen und sie auffordern zum Ablauf der Kündigungsfrist auszuziehen. Anderenfalls würde eine teure Räumungsklage auf sie zukommen. 

Hoffe ich konnte Dir weiterhelfen. 

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Kommentar von anitari
10.07.2016, 10:11

Wenn es sich bei der Kündigung um eine normale Kündigung (keine fristlose) handelt und die Schriftform eingehalten wurde, dann bist Du im Recht.

So einfach ist nach deutschem Mietrecht nicht.

Die von den Mietern angesprochene Rechtsprechung zu Kleintieren ist hier nicht einschlägig.

Der BGH, der hat ja bekanntlich immer Recht, hat dazu eindeutig entschieden.

Hunde und Katzen, egal wie klein, sind keine Kleintiere.

Kleintiere ist alles was in Käfig, Aquarium oder Terrarium gehalten wird.

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,jetzt habe Ich die Kündigung geschrieben. Sie lachten nur

Zurecht, denn hier wurde erstens der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt, der Kündigung hätte ein begründetes (!) Beseitungsverlangen vorangehen müssen. Sie dürfte demnach als gegenstandlos ausgeurteilt werden, wenn man es darauf ankommen liesse (Räumungsklage) :-(

Und zweitens grundlos die Haltung eines zweiten Hundes verboten. Welche Begründung hatte man? Wenn man die Haltung von Hund und Katze genehmigt, kann man die nicht willkürlich begrenzen, wenn es dafür keinen plausiblen Grund gäbe.

Wer aber 5 Tiere in einem Haus (!) genehmigt, kann bei 6 schlecht unangemessene Anzahl, Überbelegung, Bausubstanzschädigung oder Belästigung anführen.

Hier dürften die M erfolgreich auf Zustimmung zu Haltung ihres Zweithundes klagen :-O

G imager761

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Nein, stimmt nicht. Die Mieter können sich schon glücklich schätzen, das sie die anderen Tiere im Haus genehmigen. Wenn sich zB. andere Mieter im Haus über die vielen Tiere belästigt fühlen, können sie auch verlangen diese Tiere abzuschaffen oder die Mieter kündigen....

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Kommentar von DerHans
10.07.2016, 10:14

Es handelt sich um ein Haus. Wahrscheinlich haben die Katzen also Freilauf.

Andere Mieter sind also wahrscheinlich gar nicht betroffen

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wenn dem so wäre, ergäbe sich die Frage, warum die Mieter dem Mietvertrag mit der entsprechenden Klausel zugestimmt haben.

Ich würde jedenfalls nicht darüber lachen.

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ist leider ein sonderfall was du da geschaffen hast

Grundsätzlich ist der Vermieter dazu verpflichtet, der Haltung von
Hunden in Wohnungen zuzustimmen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um
einen Kleinhund oder einen großen handelt: ist die Wohnung ausreichend
groß und kam es in der Vergangenheit nicht zu Beschwerden wegen des
ersten Hundes, so kann ein Vermieter auch nicht die Anschaffung eines
zweiten Labradors verbieten [AG Reinbek, 04.06.2014, 11 C 15/14

quelle:

http://www.juraforum.de/ratgeber/mietrecht/hundehaltung-in-mietwohnungen-ist-dies-verboten-oder-erlaubt

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Kommentar von DerHans
10.07.2016, 10:10

Es handelt sich um ein Haus. Wahrscheinlich haben die Katzen also Freilauf

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Kommentar von uni1234
10.07.2016, 10:11

Das Urteil beschreibt aber eine völlig andere Situation. 

Zunächst einmal laufen hier schon genug Tiere durch die Wohnung. Außerdem wurde hier individualvertraglich eine wirksame Regelung getroffen. Die ganzen Fälle in der Rechtsprechung behandeln dagegen Situationen in denen eine derartige Vereinbarung nicht vorliegt.

Abgesehen davon ist es ziemlich egal, was ein Amtsgericht irgendwann einmal behauptet hat. 

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Es kommt darauf an, wo sich das Haus befindet. Je nach Bundesland, bzw Standort des zuständigen Gerichts, kann es sein, dass kleine Hunde als Kleintiere eingestuft werden und somit nicht vom Vermieter verboten werden können. Allerdings kommt es auch darauf an, was für ein Hund genau es ist. Yorkshireterrier z.b. werden von Gerichten eher als eine Art krächzendes Meerschweinchen eingestuft und nicht als ernstzunehmenden Hund. 

Um dort genau eine Einschätzung für deinen Fall zu erhalten, wäre es gut, wenn du einen Fachanwalt für Mieterecht aufsuchst. Ist natürlich schwierig, da du die Haltung von zumindest einen Hund bereits erlaubt hast, wie begründest du die Ablehnung eines weiteren Hundes?

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geht so, manche richter werten sehr kleine hunde als kleintiere, die erlaubnisfrei sind

aber ich denke, wenn die da tiere sammeln, sieht der richter das auch anders

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