Miete 5 Jahre nach zahlen?

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9 Antworten

Dass Expose und MV nicht übereinstimmen, hättest du bei Mietvertragsunterzeichnung klären müssen. Jetzt ist die Miete zu zahlen lt. Mietvertrag. Wenn du monatlich auf dem Überweisungsbeleg die Tilgungsbestimmung (Miete Monat xyz) draufgeschrieben hast. wären alle Forderungen die länger als drei Jahre (Kalenderjahre, Beginn 1.1. des Folgejahres) verjährt (also bis 2008). Für 09 bis 12 müsstest du nachzahlen, das wären immerhin 1.160,00 Euro per Oktober 2012.

Nun lese ich, dass monatlich lediglich 50 EURO Betriebskosten angesetzt und bezahlt wurden. 900 Nettomiete und 30 für Stellplatz. Von welcher Position ist denn nun auszugehen? Frag das mal den Vermieter

Für mich wäre wichtig zu wissen, ob es sich denn explizid auf die Nettomiete bezieht. Oder gibt es eine Bruttomiete oder eine Betriebskostenpauschale? Das erschließt sich mir aus deiner Fragestellung nicht eindeutig. Sei so nett und schieb das nach, danach hörst du wieder von mir.

Rotistblond 19.10.2012, 10:51

Hallo, danke für deine Aufmerksamkeit, also Mietvertrag steht 900 € plus 50 € Nebenkosten. Wir gingen von 880 € plus 50 € Nebenkosten aus und haben 930 überwiesen. Wobei im Expose 865 plus 30 € Garage plus 30 € Nebenkosten stand..... also alles etwas wirr.............. ich muss sagen, ich habe damals Zwillinge im Alter von 3 Monaten und ein Kleinkind mit 2 Jahren gehabt und war wohl etwas überfordert ;-)

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Das hat der Vermieter erst jetzt bemerkt? Er sollte ja wohl monatlich die Miete prüfen. Vor allem beim ersten Mal sieht man doch nach, ob die Miete auch ankommt. Da hätte er doch bereits feststellen können, dass es 20,-- zu wenig sind. Ich denke, nach 5 Jahren kann er damit nicht mehr kommen.

Müssen wir nachzahlen oder ist der Betrag verjährt?

Der Vermieter hat die Möglichkeit Mietzahlungen, die auf dem Überweisungsträger nicht genau bezeichnet sind, z.B. als "Miete für Dezember 2011" usw., bzw. hier Rückstände immer auf den jeweiligen Vormonat aufzurechnen.

Somit kommt es auf euren Verwendungszweck auf den Überweisungsträgern an, denn wenn der Verwendungszweck z.B. nur mit "Miete" angegeben wurde, wären Mietforderungen nicht verjährt.

Ist dieser Verwendungszweck aber konkret angegeben, wären Nachforderungen bis zum Jahr 2008 verjährt.

Forderungen aus 2009 wären dagegen nicht verjährt (da die Verjährungsfrist hier am 31.12. zu laufen beginnt und am 31.12.2012 endet.

Also wir hatten einen ähnlichen Fall mit unseren Ex Vermieter und waren beim Anwalt. Der sagt, das erstmal eine dataillierte Auflistung beigebracht werden muss, aus der die Forderung ganz klar erkennbar ist. Dann hat er für Forderungen der Miete (da weiß ich es nicht genau) und Nachzahlungen der Nebenkosten 1 Jahr Zeit diese Forderungen einzutreiben, sonst verjähren sie. Da es bei euch schon über 5 Jahr her ist, hat er also keine Ansprüche mehr.

In Mietverträgen gilt erstmal eine besondere Verjährungsfrist, nach der Ansprüche nur bis zu einem Jahr nach Kenntnisnahme geltend gemacht werden können.

Ich denke aber nicht, dass es hier auf ein Jahr ankommt, sondern auf etwas anderes. Nämlich darauf, dass die Miete, zu der diese angeblich fehlenden 20 Euro ja gehören sollen, monatlich überwiesen worden ist.

Die 1-Jahres-Frist wird üblicherweise für den Fall angewendet, dass der Vermeiter einer Betriebskostenabrechnung weiterreicht, also Kosten, die ihm entstanden sind.

Ich sehe in der moantlichen Grundmiete etwas anderes. Da würde ich nämlich erst mal dafür halten, dass der Vermieter die korrekte Höhe des Eingangs jeden Monat überprüfen konnte und hat. Also offenbar auch die fehlenden 20 Euro.

Wenn er überdies über die Dauer von satten 5 Jahren die scheinbar verminderte Höhe akzeptiert hat, gilt dafür m.E genau das: er hat sie akzeptiert. Damit läge dann so etwas wie ein stillschweigendes Einverständnis vor, eine Vertragsänderung durch praktischen Brauch.

Es ist wider Treu und Glauben (unredlich), Euch 5 jahre in dem Glauben zu lassen, dass ihr korrekt Miete gezahlt hättet und jetzt so eine Vertragsbestimmung auszupacken, die ihn offenbar nie interessiert hat. M.E. habt Ihr beide einvernehmlich den MV so ausgelegt, dass es ohne diese 20 Euro korrekt war.

Je nachdem, ob es sich lohnt oder nicht, würde ich da mal die Rechtsberatung im Mieterbund oder vielleicht besser sogar einen Fachanwalt aufsuchen.

Gerhart 19.10.2012, 11:43

Ein Expose´ ist kein Mietvertrag. Daher hat die Mietzahlung dem Mietvertrag zu folgen. Die monatliche pauschale Vorauszahlung auf die jährlich abzurechnenden Betriebskosten kann sich jährlich im Nachgang ändern. Der Ansatz im Mietvertrag über 50€ erscheint gemessen an der Mietzahlung sehr sehr niedrig. Deshalb ist die fehlende Mietzahlung von 20€ ev. noch anders zu bewerten. Gab es überhaupt eine jährliche Abrechnung der Betriebskosten verbunden mit Nachzahlung von NK bzw. Erstattung von Überzahlungen?

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derdorfbengel 19.10.2012, 12:09
@Gerhart

Woher weisst Du, dass es um Betriebskosten geht? Bin ich zu blöd, dass ich das nicht weiss?

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Komisch das ihm das jetzt erste einfällt und nicht schon eher an euch herangetreten ist....Soweit mir bekannt ist,kann er die fehlende Miete für die letzten 3 Jahre fordern.Das andere ist verjährt....

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