Miete Nebenkosten ?

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4 Antworten

Deine Schuld ist es freilich nicht und irgendwie müssen die Heizkosten umgelegt werden. Dafür gibt es die Heizkostenverordnung und diese sieht u. a. vor, dass Du 15 % der berechneten Heizkosten einbehalten kannst, wenn die Verordnung nicht korrekt angewendet wird.

Achtung: Die Heizkostenverordnung gilt nur in Mehrfamilienhäusern ab 2 Wohnungen, wenn der Vermieter nicht selbst drin wohnt.

Aber jetzt noch ein wenig ausführlicher:

Es ist schon sehr merkwürdig, wenn in 2015 alle Zähler defekt waren und das gleiche 2016 wieder der Fall sein soll. Der Sache sollte näher auf den Grund gegangen werden. Welche Zähler, wieviele, vom Eigentümer selbst eingebaut oder von einer Abrechnungsfirma?

Lies Dir die Heizkostenverordnung durch. Hier gibt es eine Fassung mit guten Kommentaren, die einiges erklären:

http://www.heizkostenverordnung.de/par1.php

So kann es sein, dass die geschätzten Werte anerkannt werden müssen oder aber dass die Verteilung über Schätzung als nicht ordnungsgemäß gilt und somit der oben schon erwähnte Abschlag möglich ist.

Die HKV ist nicht so umfangreich und mit den Kommentaren auch ganz gut erklärt, sodass Du für Deine Situation vermutlich die richtige Antwort finden wirst.

Wenn die Werte nicht abgelesen werden konnten, dann bleibt nur die Schätzung. Das ist rechtlich soweit auch in Ordnung.

Hier macht es sich der Vermieter dann leicht: Er nimmt einfach den "Verbrauch" des Vorjahres.

Auf welcher Grundlage wurde denn geschätzt? Vergleichswohnungen? frühere Verbräuche? Wie wurde das in der Abrechnung begründet?

Welche Kosten wurden Dir in 2014 in Rechnung gestellt?

Ich verweise hier mal auf den § 12 Heizkostenverordnung: Kann nicht verbrauchsabhängig abgerechnet werden, kannst Du von deinem Kostenanteil 15 % abziehen.

Das solltest Du dem Vermieter schriftlich mitteilen. So kann die Nachzahlung ggfs. erheblich gesenkt werden.

Seit wann bist du Mieter dieser Wohnung? Schon 14 oder früher oder Neueinzug? in 15?

Schätzungen sind im Allgemeinen nicht zulässig. Vielmehr ist der durchschnittliche Verbrauch des Vorjahres/der Vorjahre heranzuziehen oder der einer vergleichbaren Wohnung.

Welche Art Zähler hast du? Hast du sie auch abgelesen? Oder welcher Dienst ? Wer hat die Schätzung veranlasst, der Dienst oder dein Vermieter?

Möglicherweise waren deine Verbräuche so niedrig, dass man einfach behauptet, die Zähler seien defekt und dir irgendwelche Verbrauchswerte angedichtet hat. Ich erachte es für unwahrscheinlich, dass zwei Jahre hintereinander die Zähler defekt sein sollten.

Du hast Anspruch auf Einsichtnahme in sämtliche Ablesewerte aller Wohnungen im Haus bzw. der Wirtschaftseinheit.

Lege schriftlich Einspruch ein (Einwurfeinschreiben), begründe diesen mit Nichtnachvollziehbarkeit der Höhe der berechneten Heizkosten und fordere wie zuvor ausgeführt, die Einsichtnahme in die betreffenden Originalbelege.

Das Du die Heizung nie anmachst entbindet dich nicht davon dafür zu zahlen. Zumindest den Teil der Nach der Wohnfläche abgerechnet wird.

Wie groß ist denn die Wohnung und wie hoch die Vorauszahlungen?

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