Mietausfallversicherung über Nebenkosten umlegen, mündliche Zustimmung rechtsgültig?

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4 Antworten

Die 170 € zieht ihr von der Abrechnung ab. Notfalls soll doch der Vermieter darauf klagen. Er wird 1. Schwierigkeiten haben, die mündliche Zusage zu beweisen, 2. ein Problem damit haben zu belegen, dass diese Zusage nicht gerade im Rahmen einer Drucksituation abgenommen wurde und 3. dass er überhaupt eine solche Nebenkostenart umlegen darf.

Aber: Wenn er schlau ist, werdet ihr die Versicherung doch bezahlen müssen. Er erhöht einfach die Miete um 15 € je Monat. Das kann er in dem Moment verlangen, wo das Mietverhältnis wenigstens 1 Jahr alt ist und rund drei Monate später wird die Erhöhung wirksam.

Bei 500 € Kaltmiete wären das gerade mal 3 %. Vielleicht erhöht der dann gleich um 5 % oder noch mehr. Dann habt ihr zwar die Nebenkosten erfolgreich abgewehrt, zahlt aber jetzt dafür einen umso höheren Risikozuschlag auf die Miete.

Wäre es vielleicht dann nicht doch besser, man würde der Kostenübernahme für die Versicherung doch zustimmen und dafür aber eine Festsetzung der Miete auf derzeitigem Niveau für mehrere Jahre aushandeln? Immerhin hat der Vermieter durch diese Regelung eine zusätzliche Absicherung bzw. ein deutlich geringeres Risiko.

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Kommentar von jul3m4us
06.08.2017, 15:13

Den Gedanken mit der Mieterhöhung hatte ich auch schon, dachte aber auf der anderen Seite, dass er das sowieso tun könnte. Ich wüsste nur nicht, warum er einer Mietfestsetzung zustimmen sollte, wenn er sich doch angesichts der mündlichen Absprache im Recht fühlt. 

Von der Abrechnung abziehen können wir auch nicht, haben ein Guthaben und er müsste uns jetzt die 170 zusätzlich überweisen. 

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Kommentar von albatros
07.08.2017, 09:45

Trotzdem Zahlung darf der Vermieter die Miete erhöhen, es handelt sich ja bei der Versicherung um Betriebskosten.

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Diese Versicherung ist nicht umlegbar, egal ob schriftlich oder mündlich zugestimmt. Es gilt das Gesetz und das besagt, dass es sich nicht um umlegbare Betriebskosten handelt.

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Eine Mietausfallversicherung darf vom Vermieter nicht auf den Mieter umgelegt werden:

http://www.nebenkostenabrechnung.com/mietausfallversicherung/

Mit mündlichen Absprachen ist das öfter so eine Sache. Aber hier in diesem Fall mach deinem Vermieter (möglichst schriftlich) klar, dass du keine Veranlassung siehst, die Kosten mitzutragen, da so etwas im Mietrecht nicht vorgesehen ist.

Du hast sicher eine Kaution hinterlegen müssen. Die ist eigentlich auch für solche Fälle, dass der Vermieter keine Miete erhält, gedacht.

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Kommentar von PiKay100
06.08.2017, 12:52

Nein, Kaution ist NICHT für Mietausfälle gedacht! Die darf nur für Schäden an der Mietsache verwandt werden. 

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