Miet-Küche in Mietwohnung?

... komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Die Nutzungsgebühr ist nichts anderes als Miete. Die Miete ist eine Gebrauchsüberlassung gegen ein bestimmtes Entgelt. Die 50,00 € monatlich sind vollkommen in Ordnung und nicht überteuert.

Zur Verständnis der Mietkosten für die Küche:

Waschmaschine: 500,00 € ; Spülmaschine: 500,00 € ; Herd: 700,00 € ; Kühlschrank: 400,00 € ; Küchenzeile: 3.000,00 €

Bei den durchschnittlichen Preisen kommst du auf etwa 5.100 € Anschaffungskosten für die komplette Küche. Da ist dann nicht wirklich viel hochwertiges dabei, sondern nur eine mittelmäßige Ausstattung. 5.100 € / 50,00 € p. Monat / 12 Monate p.a = 8,5. Somit wäre die komplette Kücheneinrichtung nach 8,5 Jahren abbezahlt.

Die Küchenzeile muss nach 10 Jahren und die E-Geräte nach 5 - 7 Jahren abgeschrieben werden. Somit müsste theoretisch nach 5 Jahren bereits ein Teil der Einrichtung aufgrund von Altersschwäche getauscht werden (z.B. Defekte).

Diese erneuten Anschaffungskosten, welche irgendwann definitiv anfallen werden, müssen natürlich auch über die Mietzahlung rein geholt werden.

Du kannst ja auch nicht vom Vermieter verlangen, nur weil du 30 Jahre lang in der selben Wohnung wohnst und monatlich 500,00 € Kaltmiete an den Vermieter zahlst (180.000,00 €), die Wohnung aber nur ein Wert von 150.000,00 € hat, dass diese nun in dein Eigentum übergeht oder du Mietfrei wohnen darfst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Eine lange Antwort, damit Du hoffentlich verstehst, was Sache ist. Vergiss die Empfehlungen mit Rechtsanwalt oder Mieterverein. Was der Vermieter macht, ist völlig legitim.

Nutzungsgebühr oder Miete: Rechtlich das gleiche.

Du zahlst monatlich 50 €, weil Du Dich bei Anmietung der Wohnung dafür entschieden hast, eine Wohnung mit Einbauküche zu mieten, also keine selbst kaufen zu müssen und dafür eben statt einer Ratenzahlung für eine neue Küche, so lange Du in der Wohnung wohnst, diese 50 € zu bezahlen.

Konntest Du damals schon wissen, dass Du mal so lange in der Wohnung wohnen wirst?

Du bist dem Risiko aus dem Weg gegangen, für mehrere Tausend Euro eine Küche einbauen zu lassen, um vielleicht nach einem Jahr oder zwei feststellen zu müssen, dass ein Umzug notwendig ist und die Küche leider nicht in die neue Wohnung passt. Mehrere Tausend Euro Verlust fängt man sich damit schnell ein.

Stattdessen ging Dein Vermieter das Risiko ein, seine noch gute Küche jemandem zu überlassen, den er noch gar nicht kennt und der es u. U. fertig bringt, sie in relativ kurzer Zeit vollkommen zu ruinieren, sodass er beim nächsten Mieterwechsel entweder eine Menge Reparaturen hat oder aber vorzeitig eine neue Küche anschaffen muss. U a. für dieses Risiko, das bisher wohl gut für ihn lief, bekommt er 50 € pro Monat auf Dauer von Dir bzw. evtl. Nachfolger/in.

Es ist absolut üblich, ob bei Küchen, Autos, Investitionsgütern, Wohnmobilen oder eben auch Wohnungen, genau aus diesen Gründen vermieterseits diese Form der Besitzübertragung zu wählen und mieterseits eben nicht zu kaufen, sondern zu mieten, um damit flexibel zu bleiben und Risiko fern zu halten.

Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob man mit den 50 € für die Küche oder den 500 € für die Wohnung irgendwann den Anschaffungspreis der Küche oder der Wohnung bezahlt hat.

Speziell bei Gütern, die sich abnutzen, muss der Vermieter zudem darauf schauen, dass er mit der Miete nicht nur irgendwann die Anschaffungskosten und ggf. Instandhaltungen herein bekommt, sondern auch soviel Geld, dass er auch wieder gleichwertigen Ersatz beschaffen kann. Darüber hinaus darf er damit auch ein Einkommen erzielen, denn das ist legitimes Ziel der Vermietung.

Geht man davon aus, dass mittlerweile durch Vermietung der Küche rund 7000 € nach 12 bis 14 Jahren rein gekommen sind, kann es gut sein, dass der Vermieter damit auch wieder eine neue Küche kaufen könnte für die wohl nicht allzugroße Wohnung. Dass es noch keine Defekte gab, zeigt, dass er auf Qualität bei der Anschaffung geachtet hat und das wohl auch zukünftig tun wird.

Wenn der Vermieter aber nach Dir an jemand gerät, der nicht so pfleglich damit umgeht, hat er womöglich wieder ins Klo gegriffen und die Rechnung geht nicht mehr auf. Der Vermieter muss alles sehr langfristig betrachten.

Eine gute Küche ist nach 15 Jahren noch lange nicht am Ende, wenn sie gut gepflegt wird.

Dass die Geräte immer noch laufen, ist ebenfalls für jeden von Euch ein Vorteil. Sie könnten zwar vom Energieverbrauch nicht mehr auf dem neuesten Stand sein, aber bis man durch niedrigeren Energieverbrauch das Geld eingespart hat, das ein neues sparsameres Gerät kostet, vergeht soviel Zeit, dass auch das neue Gerät bis dahin schon wieder am Ende sein kann. Das lohnt sich im Allgemeinen nicht.

Dennoch will ich Dir abschließend einen Vorschlag machen: Wenn Du neue Geräte willst, kannst Du Dir neue Geräte kaufen und die vorhandenen in den Keller stellen. Nach Deinem Auszug nimmst Du die Geräte mit und baust die vom Vermieter wieder ein. Damit sich das zusätzlich für Dich lohnt, frag doch den Vermieter, ob er in so einem Fall z. B. auf 30 € je Monat für die Küche verzichten könnte. Immerhin geht das ganze Risiko bei den Geräten auf Dich über.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Im Mietvertrag ist nicht geregelt das die Zahlungen irgendwann eine Ende haben sollten.

 

Das hätte man aber vereinbaren können.

Wurde hier nichts vereinbart, dann zahlst  Du die Miete für die Küche bis zum St. Nimmerleinstag.

 Habe ich irgendwann einmal einen Anspruch auf eine Küchen Erneuerung ?

 

Nein, das hast Du nicht. Gemäß § 535 muss der Vermieter lediglich den angemieteten Zustand (also samt Küche) erhalten, d.h. er ist für Instandhaltung und Instandsetzung verantwortlich.

 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DerHans
19.01.2017, 14:58

Auch " Ersatz" analog zum Teppichboden. Auch der wird ja nicht ersetzt, wenn er dem Mieter nicht mehr gefällt.

0

Wenn du für die Nutzung der Küche Miete zahlst, ist der Vermieter nicht nur für die Instandhaltung sondern auch für den Ersatz der Küche zuständig, sollte ein Austausch notwendig werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von HungrigerHugo04
19.01.2017, 14:24

Die Notwendigkeit besteht ja erst wenn die Küche hinüber ist :/ Die Geräte Funktionieren ja leider tadellos. Die Sache ist ja wenn ich weitere Jahre hier Wohne habe ich die Küche ja im Prinzip 3 mal abgezahlt und dann wäre es schön wenn ich einen Anspruch darauf hätte mal Neuere Geräte zu bekommen :D

0

Hallo,

ich bin zwar Rechtsanwältin, mache aber kein Mietrecht.

Ich würde anraten, das ganze mal anwaltlich prüfen zu lassen. Es kann durchaus sein, dass die vertragliche Vereinbarung insgesamt unwirksam ist und möglicherweise sogar ein Rückforderungsanspruch besteht.

Grundsätzlich sind Küchengeräte, soweit vorhanden, mit vermietet. Diese Regelung hier ist jedenfalls unüblich.

Ist es hier eine gesonderte Vereinbarung oder eine Klausel in dem Mietvertrag selbst? Findet sich eine Regelung zur gesonderten Kündigungsmöglichkeit?

 

Viele Grüße

 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von HungrigerHugo04
19.01.2017, 14:43

§3 Miete, Betriebskosten

1. Die Nettokaltmiete beträgt monatlich 240 €

zuzüglich einer Vorauszahlung für die Betriebskosten von         monatlich 55 €

zuzüglich einer Vorauszahlung für die Heiz und Warmwasserkosten von  monatlich 50 €

zuzüglich Möblierung ( Küche ) monatlich 50 €

Gesamtbetrag der Miete monatlich 395 €

0

Das habe ich auch noch nicht gehört, echt clever von dem Vermieter. Man stellt jemand Geräte hin und verlangt jeden Monat über Jahre hinaus 50,-- Euro. Das hast Du gut erkannt, dass Du dafür auch neue Elektrogeräte nach Deiner Wahl hättest kaufen können.

Wenn das so im Mietvertrag steht, wird das wohl so weiterlaufen, es sei denn, der Vermieter ist damit einverstanden, dass Du veraltete Stromfresser rauswirfst und neue kaufst.

lg Lilo

Aber eines gebe ich zu bedenken, eine gute Waschmaschine von Miele kostet über 1500,- Euro, eine gute Spülmaschine ist auch nicht direkt günstig und dann hast Du immer noch keine Möbel. UNser Kühlschrank hat auch über 1000,- gekostet. Rechne das mal zusammen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ChristianLE
19.01.2017, 14:16

echt clever von dem Vermieter. Man stellt jemand Geräte hin und verlangt jeden Monat über Jahre hinaus 50,-- Euro. Das hast Du gut erkannt, dass Du dafür auch neue Elektrogeräte nach Deiner Wahl hättest kaufen können.

 

Mal als anderes Beispiel:

"echt clever von dem Vermieter. Man stellt jemandem eine Wohnung zur Verfügung und verlangt jedem Monat über Jahre hinaus 500 €. Dafür hättest Du eine Eigentumswohnung kaufen können".

Dauerhafte Vermietungen von Küchen sind durchaus üblich. Wenn hierfür keine Reparaturen anfallen, dann hat der Vermieter Glück gehabt.

 

0
Kommentar von HungrigerHugo04
19.01.2017, 14:18

Neue Geräte  dürfte ich Einbauen, allerdings müsste ich weiterhin die 50 € zahlen und nach meinem Auszug die alten Geräte wieder einbauen. Also das bringt ja nicht viel ;)  


0
Kommentar von bwhoch2
20.01.2017, 09:26

Echt clever? Ja, aber auch ganz normal. Üblicherweise sind Wohnungen, die schon eine EBK enthalten, auch um mindestens einen solchen Betrag pro Monat teurer als Wohnungen ohne EBK. Jeder Vermieter wird versuchen, für eine dadurch aufgewertete Wohnung auch mehr Geld zu bekommen. Deiner weist das separat aus, was ich nicht für besonders clever halte.

1

Solang die Küche mit den Geräten funktioniert, hast du keinen Anspruch auf deren Modernisierung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Sowas hab ich noch nie gehört. Wenn eine Einbauküche mit Geräten mitvermietet wird, wird das normalerweise in den Mietpreis integriert. 

Wende dich mit der Geschichte mal an einen Mieterverein. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von bwhoch2
20.01.2017, 09:28

Was soll der Mieterverein machen? Im Rahmen der Vertragsfreiheit hat die Mieterin eine Küche gemietet und so lange sie sie nutzt und der Vertrag fortbesteht, muss sie zahlen. Da die Klausel Bestandteil des Wohnungsmietvertrags ist, müßte sie aber schon den Wohnungsmietvertrag kündigen, um auch diese Miete los zu werden.

1

solange die geräte funktionieren muss der vermieter da auch nichts ersetzen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von HungrigerHugo04
19.01.2017, 14:12

Danke, das habe ich mir schon gedacht. Hätte ja sein können das es da mal ein Urteil zugunsten der Mieter gegeben hat

0

Naja, ich finde deine Küche ist zu gut gepflegt. In meiner geht dauernd was kaputt. Leider hab ich sie nicht gemietet:-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?