Mich graust fast vor Weihnachten, was tun?

29 Antworten

Etwas, was immer zutrifft, egal um welche Art von sozialen Beziehungen geht ist folgendes: Jemand kann dir kaum negativ gegenüber treten, wenn du voller Mitgefühl bist.

Wenn du Komplimente gibst, dich aufrichtig um das Leben der anderen sorgst, Fragen stellst, wie "der Umzug muss anstrengend gewesen sein, oder?", sogar offen zugibst, dass dir die Person angenehm ist oder dass es schön ist, dass diese Person da ist - dann können die allermeisten nicht anders, als lieb zu werden. Jedenfalls ist es dann fast unmöglich, dich in jeglicher Art anzugreifen. Wenn sich die Person gut, erwünscht und geliebt fühlt

Wenn dein größter Feind aufrichtig auf dich zugeht, und sich eingesteht er sei im Unrecht, dir ein Kompliment macht, dass dir das Herz flattert - wie könntest du noch die Motivation haben, böswillig zu sein?

So aufrichtig zu sein erfordert Mut und so selbstlos zu sein erfordert Nachlässigkeit mit dem eigenen Ego. Klar, das geht nicht so einfach; vor allem bei so einer Familie nicht, die dich immer wieder verletzt hat. Aber vielleicht kannst du trotzdem etwas von meiner Antwort mitnehmen.

Der erste Schritt ist auch für jeden machbar. Zu realisieren, dass fast jedes feindselige Verhalten von einem Ort tiefer Verwundbarkeit und Schmerz stammt.

Deine Mutter hat, womöglich, ich kenne sie ja nicht, Angst, dass das Weihnachtsfest nicht harmonisch wird und sie fühlt den seelischen Schmerz, wenn die Feier entartet - deshalb ihre übertriebene, krankhafte Aufmerksamkeit auf dein Lächeln.

Deine Tante macht sich womöglich viele Gedanken um ihr Äußeres, ist vielleicht mit sich selbst nicht zufrieden oder hat vielleicht schon viele miese Kommentare wegstecken müssen - deshalb ihr unangebrachtes Verhalten, um sich besser zu machen.

Wie Du beschützen sie ihr eigenes Ego vor Verletzungen. Aber die weisere Person schluckt den Stolz, bleibt ruhig, entgegnet Schlägen mit dem Bewusstsein, dass es an dem Gegenüber liegt, nicht an dir - und am Besten verteilt die weisere Person Mitgefühl und Aufrichtigkeit.

Wenn alles den Bach runtergeht, sei dir selbst treu und reflektiere über dein eigenes Handeln. Selbst wenn die anderen sich vollkommen daneben benehmen, solange DU ruhig und belassen geblieben bist, ist der Abend erfolgreich für dich gewesen.

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Wow, vielen Dank! Das ist sehr hilfreich.

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@Lichtpflicht

Kein Problem! Hier ist noch ein sehr ähnliches Video (3min auf englisch): https://youtu.be/8Qjy-ydl9QE

Dass man liebevoll auf den Feind zugeht, ist etwas dass ich mitnahm von einem Gespräch mit einem Buddhisten (auch wenn ich denke, dass andere religiöse und atheistische Denker zu dieser Schlussfolgerung gekommen sind).

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@Lichtpflicht

Ich rate dir streng von diesen pazifistischen Verhalten ab. In der Theorie ganz nett, klappt das bei verhärteten Fällen doch eher selten. Da drehst du vielleicht besser den MP3 Player zum Anschlag.

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@ElendesElektron

Da hast du womöglich recht. Deshalb der letzte Absatz meiner Antwort. Sich selbst treu bleiben, sich selbst respektieren...

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Nimm es mir nicht übel, aber so eine Antwort kann nur von einer berauschten Person kommen. Ich sehe förmlich jemanden vor mir, der schon in höheren Sphären schwebt und seinen "alles ist toll......... alles ist schick...... alles ist schön" - Feenstaub verteilt.

Deine Mutter hat, womöglich, ich kenne sie ja nicht, Angst, dass das Weihnachtsfest nicht harmonisch wird und sie fühlt den seelischen Schmerz, wenn die Feier entartet - deshalb ihre übertriebene, krankhafte Aufmerksamkeit auf dein Lächeln.

WO steht geschrieben, dass der ganze Haufen zuhause durchgefüttert werden muss? WARUM muss dieses verlogene "Weihnachten ist das Fest der Liebe" so verdroschen werden? WARUM soll man lächeln, nur damit sich jemand gut fühlt? Ist man der Pausenclown für alle?

Deine Tante macht sich womöglich viele Gedanken um ihr Äußeres, ist vielleicht mit sich selbst nicht zufrieden oder hat vielleicht schon viele miese Kommentare wegstecken müssen - deshalb ihr unangebrachtes Verhalten, um sich besser zu machen.

WAS belastet sie andere damit? Ist ihr Spiegel kaputt? WER ist für sie verantwortlich?

Da beschützt keiner sein Ego. Da wird nur das Ego anderen aufgezwängt.

Vor solchen Familienmitgliedern kann man nur schnell flüchten. Aber nicht noch den verständigen Kopfstreichler mimen. Die Fassade ist schon zusammengebrochen. Da braucht keiner mehr einen morschen Ast dagegenstemmen.

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@Nashota

Ich stimme dir hier sogar zu:

Vor solchen Familienmitgliedern kann man nur schnell flüchten. Aber nicht noch den verständigen Kopfstreichler mimen. Die Fassade ist schon zusammengebrochen. Da braucht keiner mehr einen morschen Ast dagegenstemmen.

Deshalb der letzte Absatz.

Das beste wäre tatsächlich, so wenig Zeit bei ihnen wie möglich zu verbringen. Ich kann mir nur sehr gut vorstellen, dass der Fragesteller ein Mindestmaß mit der Familie zu tun haben muss. Und wenn meine Antwort dabei hilft, dann ist das schon Mal was.

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@rosepetals

Keiner muss mit seiner Familie was zu tun haben, wenn es Gründe dagegen gibt.

Was hat man davon, drei Tage unter Starkstrom zu stehen, nur weil unbedingt das "es ist Weihnachten, da muss sich jeder liebhaben" - Fiasko durchgeprügelt werden soll?

Es gibt nun mal zig Familien, wo ein Zusammentreffen alles ist, nur nicht entspannend. Und ehe man zum Alkoholiker wird, um auf Leckmich-Modus zu schalten, ist es dreimal klüger und auch ehrlicher zu sagen, sie mögen sich alleine die Köpfe einschlagen.

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@Nashota

Ich mach es Mal ganz transparent. Ich musste im Alter von 13-18 mit Eltern zusammenleben, die sich besonders in diesen Jahren nicht sehr nett benommen haben. Ja, mit 19 konnte ich ausziehen, aber davor war es unmöglich, nicht jeden Tag zuhause zu sein und Weihnachten mitzufeiern. Obige Antwort hat mir persönlich sehr geholfen. Deshalb habe ich sie geschrieben.

Ich verstehe was du meinst. Jeder sollte sich vor solchen Familien distanzieren. Aber es ist naiv anzunehmen, dass die Entscheidung bei jedem absolut frei ist.

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Vielleicht bringt es was, wenn jemand (das kannst auch du machen, wenn du dich das traust) zu Beginn der Feier sowas sagt wie: Heute ist Weihnachten. Lasst uns heute mal nicht streiten, sondern einfach das Fest geniessen. Okay, dass dein demenzkranker Opa aggressiv wird, dagegen kann man nicht viel machen. Vielleicht besänftigt ihn seine Lieblingsmusik oder ein Film, den er gerne mag. Aber alle anderen können sich doch wohl zusammen reissen einmal im Jahr. In unserer Familie gibt es auch Atheisten und Christen, trotzdem gibt es nie Streit deswegen. Wir handeln einfach nach dem Motto : Leben und leben lassen, also dem anderen seinen Glauben oder Nichtglauben lassen.

Wie kann man das am besten überstehen, ohne Drogen?

Indem du dir ein dickeres Fell anschaffst und gelassener darauf reagierst.

Weihnachten sollte eigentlich ein Fest sein, wo Familien sich treffen, sich wieder mal sehen und austauschen können und was passiert in vielen Familien?

Alle überschlagen sich, weil das Fest harmisch stattfinden muss und dann brechen Konflikte auf, die man eigentlich an solchen Tagen vor der Türe lassen sollte.

Helfe deiner Mutter bei den Vorbereitungen, nimm ihr einiges ab, dann ist sie auch nicht so gestresst und kann sich erholsam auch ihren Gästen widmen.

Übersehe oder überhöre die Argumente deines dementen Opas, denn er reagiert nun mal anders, gehe auf die anderen Äußerungen hinweg, die sich in Gefühlsausbrüche ergiessen, die an diesem Tag nicht angebracht sind.

Manchmal erreicht man mehr, wenn man sich nicht auf jede Diskussion einlässt oder man äußert sich, dass man zusammengekommen ist, um gemütlich zusammen zu sitzen und nicht um zu streiten.

Manchmal ist zuhören interessanter und auch entspannter, als zu streiten.

Dass du Single bist, ist dein Problem, auch da musst du nicht einsteigen.

Man kann auch für ein paar Stunden mal über einiges hinwegsehen und seine eigene Einstellung ändern, dann übersteht man auch diesen Tag.

Wenn man ständig Drogen bräuchte um viele Situationen zu überstehen, dann wären manche das ganze Jahr nur zugedröhnt.

Wenn du nicht hingehen willst, dann kann dich keiner zwingen.

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