Messerkauf

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6 Antworten

Ich habe einen erheblichen Erfahrungsschatz sowohl in der Kampfkunst als auch im Umgang mit Messern und möchte Dir dazu was sagen, was hier auch schon mehrfach anklang, aber genauer erläutert gehört: Ein Messer bedeutet ohne entsprechende Ausbildung eine größere Gefahr für Dich als für einen Angreifer.

Zum Hintergrund:

  1. Ein ernsthafter Angreifer hat auf die eine oder andere Art und Weise Erfahrung im Nahkampf gesammelt, die Du offensichtlich nicht hast. Ein Angreifer wird Dir sehr schnell sehr nahe kommen, bevor Du reagieren kannst - eben um Deinen (Re-)Aktionen direkt und unmittelbar begegnen zu können. Im Zweifel ist er so nahe bei Dir, das Du nach dem Ziehen des Messers und bevor Du es offen hast so einen in die Fresse gekriegt hast, daß Du günstigstenfalls noch Sternchen siehst. Wenn Du in einer Bedrohungssituation in die Tasche greifst, wird er davon ausgehen, das Du eine Waffe ziehst; noch während Du in die Tasche greifst, wird er in Aktion treten.
  2. Gehen wir mal davon aus, daß Du das Messer ziehen und öffnen kannst. Dann gibt es vier Möglichkeiten:Du hast es mit einem Möchtegern zu tun, der sich in Unkenntnis der Gefahr dann doch noch in Bewegung setzt, Du hast jemanden, der im Nahkampf ausgebildet ist oder Du hast es mit einem Möchtegern zu tun, der sich davon beeindrucken lässt.
    • Stichst Du im ersten Fall zu und triffst nicht, wird er Dich windelweich prügeln, sich holen, was immer er von Dir wollte (Sex und/oder Güter) und hat hinterher ein Messer griffbereit, um die Tat zu vertuschen.
    • Angenommen Du triffst, hast Du unter nicht unwahrscheinlichen Umständen einen Notwehrexzess an der Backe. Erkennt das Gericht darauf, darfst Du Dich auf eine Verurteilung wegen Gefährlicher Körperverletzung oder Tatschlag freuen. Von der Tatsache mal abgesehen, das es nicht angenehm ist, mit dem Wissen zu leben, jemanden schwer veretzt zu haben - ganz egal, wie berechtigt es war.
    • Hast Du jemanden, der sich im Nahkampf auskennt nutzt Dir das Messer, wenn Du nicht gut damit umgehen kannst, gar nix. Ende wie im ersten Fall.
    • Nur im letzten Fall nutzt Dir das Messer; gegen ein Großmaul reichen aber meist schon verbale Mittel, spätestens reicht es, Dich heftig zu wehren.

Fazit: Ohne ausreichende Ausbildung nutzt Dir ein Messer gar nichts und erhöht das Gefahrenpotential (im günstigsten Fall hast Du nur juristische Konsequenzen zu erwarten), mit ausreichender Ausbildung brauchst Du es nicht mehr.

Deswegen - wie schon häufiger erwähnt wurde: Wenn Du Dich unsicher fühlst, mach eine Kampfkunstausbildung. Nutzt zur Selbstverteidigung, macht Spaß und ist auch noch gut für den Körper

Hallo Tinka,

ein Messer darf man grundsätzlich nicht als Waffe führen, zudem ist es vollkommen nutzlos, wenn Du den Messerkampf nicht beherrschst. Lediglich mit einem Messer zu drohen, wird Dich in einer Notlage sehr schnell in große, wenn nicht gar in Lebensgefahr bringen. Für den von Dir befürchteten Notfall ist ein Messer also vollkommen ungeeignet.

Lass dir von deinem Vater lieber Pfefferspray kaufen. Oder willst das Messer wirklich benutzen wenn's Ernst wird und jemanden abstechen? Bedenke dass in dieser Gegend dein Gegenüber ,vor dem du Angst hast, mit sicherheit nicht zimperlich sein wird wenn du das Messer rausholst.

Mit 8 cm Klingenlänge fällt das nicht unter das Führverbot.

http://www.outdoor-foren.de/outdoor-messer/24-achtung-beim-messerkauf-waffengesetz-beachten.html

Aber was willst du mit so einem Messer? Wenn dich wirklich jemand angreift, hast du das schneller im eigenen Bauch, als du dich damit verteidigt hast. Du kannst davon ausgehen, dass die Leute, die dich angreifen, im Zweifelsfall besser mit Messern umgehen können als du.

Gruß Ragnar

PatrickLassan 25.03.2012, 19:29

Da es sich anscheinend um ein feststellbares Einhandmesser handelt, fällt es sehr wohl unter das Führungsverbot nach § 42a Waffengesetz, da es für Einhandmesser gar keine festgelegte Klingenlänge gibt. Die Längenangabe von 12 cm gilt für feststehende Messer.

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  1. Dein Vater hat Recht... schon der Besitz ohne Waffenschein ist ggf strafbar.

  2. Dein Geld lege lieber in Selbstverteidigung an. ich meine keinen kampfsport, sondern Selbstverteidigung mit dem, was du hast... ein Schlüsselbund durchs Gesicht (in Höhe von Hals und Kinn, nicht Richtung Augen) gezogen tut dem Angreifer verdammt weh und er lässt kurz los, für dich Gelegenheit zur Flucht.... nur so als Beispiel.

  3. Wenn du dich mit einer Waffe wehrst, provozierst du den Angreifer zu mehr gewalt... das kann für dich dann erst richtig ins Auge gehen. DU beherrschst die Waffe nicht.-... der Angreifer nimmt sie dir weg und wendet sie dann gegen dich...autsch!

  4. Die meisten Angriffe erfolgen nicht in "verlassenen gegenden" sondern mittn drin... ZB an U-Bahnhöfen! und Jeder schaut weg...

Fazit:

Deine Idee ist schlecht und die Angst vor der "verlassenen" Gegend irrational.

PatrickLassan 25.03.2012, 19:26

schon der Besitz ohne Waffenschein ist ggf strafbar.

Es gibt in Deutschland keinen Waffenschein für Messer, sondern nur für Schusswaffen. Es gibt allerdings ein Führungsverbot für bestimmte Messer, und das Böker Magnum fällt darunter.

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Kurushiyama 27.03.2012, 18:35

Deine Idee ist schlecht und die Angst vor der "verlassenen" Gegend irrational.

Ersterem stimme ich vorbehaltlos zu, letzteres ist blanker Unsinn.

Angst ist immer irrational, hat aber Sinn und Zweck: Sie macht Dich durch das ausgeschüttete Adrenalin aufmerksamer, schneller und stärker.

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Messerschmied 01.04.2012, 22:52
@HektorPedo

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bei all diesem ständig wiederkehrenden "Gerede" von Notwehr, Kampfkunst hin oder her - Ängste, rational oder nicht, läßt sich überhaupt das Meiste bestreiten. In einem Alter von 50 Jahren (meist schon mit Arthrose irgendwo in den Knochen, oft eben das Knie. . .) meist aber schon in jüngerem Alter ist mit weglaufen oder sonstwie "geschickt kämpfen" und blitzschnell reagieren in der Regel nix mehr . . . . . ............ und gerade die Ausnahmen haben bei solch einer "Diskussion" nichts zu suchen. Sicherlich gibt es ab und zu mal einen rüstigen, trainierten älteren Menschen, der das Glück hatte, sich aus einer mißlichen Lage zu retten.

In der Regel braucht es geraume Zeit und regelmäßiges, häufiges Training, damit jemand mittels Kampfkunst etwas werden kann.

Wenn eine brenzlige Situation vielleicht noch rechtzeitig erkannt wird - geht nix über einen Revolver, griffbereit!! (. . . . und auch damit sollte man geübt haben und braucht eine gewisse seelische Stabilität (gute Nerven), treffende Entschlußfreudigkeit.). Letztlich sind Konfliktsituationen, bei denen es auf eine körperliche Auseinandersetzung hinausläuft grundsätzlich ein Übel und daher zu vermeiden.

Es ist mir schon klar, was auf dieses "Argument" erwidert werden wird und ich verstehe wohl die emotionale Lage all jener, welche die zwingende Notwendigkeit verspüren, sich als besonders guter Mensch zeigen zu müssen und daher aus ihrem großen, großen, großen Erfahrungsschatz schöpfen und ganz genau wissen, weshalb der Revolver in der Tasche ein absolutes "Nogo" ist.

Mit 18 Jahren oder selbst noch mit 35 Jahren sah ich das alles auch anders. Allerdings kam die Erkenntnis mit MItte 30 schon in Sichtweite.. . . .

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Ein Messer ist für Notwehr denkbar ungeeignet, du gefährdest dich nur selber damit.

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