Messer, Sozialadäquater Grund?

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11 Antworten

Man kann sich in der Tat lange mit der Unsinnigkeit des §42 a WaffG. beschäftigen, aber wir haben ihn nun leider jetzt und müssen damit leben.

Doch auch wenn das Ergebnis ein ziemlicher Blödsinn ist, so steckte bei der Verabschiedung ein gewisser Grundgedanke dahinter, nämlich der, es der Polizei leichter zu machen:

Und zwar die Abnahme und Konfiszierung mancher Messer, die sich in den Hosentaschen oder an den Gürteln ganz bestimmter Konsorten immer zuverlässig finden. Ich meine diese ganz besonderen Strategen, die jeden zweiten Satz mit "isch schwör" einleiten und mit "wennsu verstehs' was 'sch meine" aufhören, am liebsten Bushido oder Haftbefehl hören - und natürlich ihre Messer "nur zur Selbstverteidigung" dabei haben.

Genau solchen Jungs haben wir diesen Unsinnsparagrafen zu verdanken, die zwar immer von "Selbstverteidigung" daherreden, aber eigentlich vielmehr "Einschüchterung und prahlerisches Herumgefuchtel" meinen - und sich für eine Art "Jason Statham" aus "Expendables" halten.

Ein guter Sportfreund von mir ist Polizist. Er hält den Paragrafen auch für ziemlich überflüssig - bis auf diese kleine Ausnahme: Er schafft eine einfache gesetzliche Grundlage dafür, einem solchen "Gangsta-Rappa" sein Stecheisen zu beschlagnahmen, bevor noch Schlimmeres passiert.

Einem Rentner hingegen (der vielleicht in früheren Zeiten Ausbilder und Offizier bei den Fallschirmjägern war) und der gerne längere Waldwanderungen macht, würde er auch ein größeres Messer nicht konfiszieren.






Da bist du leider auf die Verar3che bei der Begründung des Gesetzes hereingefallen.

Genau das (Abnehmen gefährlicher Gegenstände von irgendwelchen Spackos) war der Polizei schon immer ein Leichtes, nennt sich Gefahrenabwehr. Hier hat der 42a absolut NICHTS gebracht.

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Weil das zu allgemein wäre und sich jeder jederzeit darauf berufen könnte.
Das würde den bereits unsinnigen §42a vollends ad absurdum führen.

Es gibt genug Messer die du Führen darfst, welche Du auch zur Selbstverteidigung einsetzen kannst. Wie sinnvoll das sein mag musst du für Dich selbst entscheiden, da ich nicht weiß wie geübt du im Umgang mit Messern bist.

Weil ein Messer NUR zum ermorden wirklich geeignet ist. Du kannst damit keine Schläge parrieren, sprich nichts abwehren, niemanden auf Distanz halten, selbst wenn du jemanden erstichst hat er vorher noch Zeit dich zu treffen, und es grundsätzlich schwere Verletzungen hervorruft.

Es ist die schlechteste Verteidigungswaffe die es gibt. Es ist eine Waffe die sich für den klassischen Meuchelmörder eignet, mehr auch nicht und damit ist es gut, dass diese Waffe öffentlich verboten ist.

wie kommst du auf die Idee Messer wären 1. Waffen und 2. öffentlich verboten? zu viel Computerspiele?

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@ES1956

Obwohl der Kommentar extrem sinnlos ist..

1. er fragt explizit nach Selbstverteidigung, er hat also das Messer bei sich um es gegen andere Lebewesen zu verwenden. Aus welchem Grund ist hierbei egal trotzdem hat er vor dieses als Waffe zu verwenden. Ich schneide mein Steak auch mit einem Messer, da er hier aber nach Selbstverteidigung fragt gehe ich davon aus, dass er nicht von dem Messer spricht das er zum Stullen schmieren verwendet.

2. Messer die  als Waffe definiert sind, soweit ich weiß fällt darunter jedes Messer mit Klappmechanismus sowie feststehende Messer einer gewissen Länge und zweischneidige Messer, darfst du nicht öffentlich führen. Wenn du mir das nicht glaubst dann frag bei deiner örtlichen Polizeidienststelle nach

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ok, du hast hier offensichtlich erhebliche Wissenslücken die ich dir gerne zu füllen helfe: Was in D als Waffe gilt definiert sich nicht aus der Absicht sondern wird im WaffG beschrieben. Siehe §1 in Verbindung mit Anlage 1 und 2. Das Führverbot nach §42a hat absolut nichts mit der waffenrechtlichen Einstufung zu tun und umfasst auch bei weitem nicht alle von dir vermuteten Messer. Hier damit du nicht zum nächsten Polizeirevier laufen musst:https://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/index.htmll

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@ES1956

Du scheinst irgendwie nicht begreifen zu wollen worum es mir geht, oder du bist ein Duden-faschist und kannst den Gedanken an eine nicht korrekte Definition des Begriffs Waffe nicht ertragen.

Wie dem auch sei nachdem ich meine erheblichen Wissenslücken nun gefüllt habe weiß ich das der Klappmechanismus also einhändig bedienbar sein muss, sprich ein Spring- oder Fallmesser.
Das Schweizer Taschenmesser beispielsweise ist davon ausgehend also keine Waffe im Juristischen Sinne.

Das entscheidende ist aber das diese juristische Definition, wohlgemerkt juristisch denn der Begriff "Waffe" ansich wird sehr unterschiedlich ausgelegt, in dieser Situation nicht relevant ist.

Der Unterschied liegt darin, dass du das eine öffentlich nicht führen darfst (Waffe), worunter immernoch sehr viele Messer fallen, und das Andere unter gegebenem Umstand mit dir führen darfst.( du bist zum Beispiel ein Koch und hast auf dem Weg zur Arbeit dein Messerset dabei)

Wenn du allerdings mit einem Fleischerbeil vor einem Nachtclub stehen würdest und es unbegründet bei dir hast dann ist das sehr wohl Ordnungswiederig, weil es dann im Ermessen des Polizisten liegt dies als Bedrohungssituation zu werten und somit zur Anzeige zu bringen.

Die Frage auf die ich ursprünglich geantwortet habe, bevor du dich auf eine juristische Definition des Begriffs Waffe festgelegt hast, bezog sich aber konkret auf das Beispiel der Selbstverteidigung.

Ich wiederhole nochmals das dieser Begriff der Selbstverteidigung vorraussetzt, das Messer gegen ein anderes Lebewesen, wahrscheinlich einen anderen Menschen verwenden zu wollen.

Und das ist der springende Punkt: Bei einem Angriff durch ein Messer ist es unerheblich, ob dieses als Waffe gilt oder nicht, da das Gesetz zu schwerer Körperverletzung ( § 224 I Nr. 2 StGB)
keinen Unterschied zwischen einer Waffe und einem gefährlichen Werkzeug macht. Ein gefährliches Werkzeug ist Zitat 
 "jeder Gegenstand, der unter Berücksichtigung seiner Beschaffenheit und der Art seiner Benutzung konkret geeignet ist, erhebliche körperliche Verletzungen beim Angegriffenen hervorzurufen."
Das heißt, dass es egal ist ob dein Messer legal, illegal oder nur ein langer Schraubenzieher ist. Spätestens wenn du es gegen einen anderen Menschen verwendest, egal aus welchem Grund, ist es juristisch mit der Waffe gleichgestellt.

Und da der gerichtliche Entscheid zur Verhältnismäßigkeit der Mittel und zur Berechtigung von Notwehr stets ein Fallentscheid ist, stehen deine Chancen sehr schlecht, wenn du von vornherein ein Messer mit dir geführt hast mit der Absicht es gegen andere Menschen zu verwenden. Darauf das ein Messer nebenbei der ungeeignetste Gegenstand ist den man sich als Selbstverteidigungswerkzeug (bevor ich wieder auf die Waffe festgenagelt werde) aussuchen kann bin ich hier schon gar nicht mehr eingegangen.

Wenn du jetzt immernoch der Meinung bist, dass ich mit irgendetwas grob Unrecht habe dann schreib das von mir aus, aber lass es jetzt mit der Definition verschiedener Messer gut sein. Da sich meine Messer in der Küche befinden und die Art der Verletzung bein fast jedem Messer die selbe ist sind die genauen Unterschiede für mich unerheblich.

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Weil die deutschen gesetze hierzu bescheuert sind, nach dem motto "es muss erst was passieren" .

Du musst dich selbst entscheiden ob du ein messer mit dir führen willst und gegebenenfalls auch einsetzt und dann halt vor einem richter stehst oder ob du "gesetzestreu" bist und dann im krankenhaus oder friedhof liegst, leider ist das keine übertreibung mehr heutzutage.

Wenn du aber eine waffe mit dir führst ganz egal ob schuss oder stichwaffe und du angegriffen wirst MUSST du sie letztendlich auch einsetzen!

Du musst dich selbst entscheiden ob du ein messer mit dir führen willst und gegebenenfalls auch einsetzt und dann halt vor einem richter stehst oder ob du "gesetzestreu" bist und dann im krankenhaus oder friedhof liegst, leider ist das keine übertreibung mehr heutzutage.

Es gibt ausreichend Rechtfertigungs- und Schuldausschließungsgründe in der deutschen Gesetzgebung, welche eine Abwehr von Angriffen oder Gefahren auf Rechtsgüter des Einzelnen erlauben.

So lange man sich in dem gesetzlichen Rahmen bewegt hat man vor Gericht nichts zu befürchten.

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Nicht alle Messer sind Waffen, es gibt genug, die als Werkzeug zu führen sind, auch ohne Grund! Warum gleich immer eine Wafe führen wollen, wie kommt man auf sowas?

12cm Klingenlänge sollten eigentlich reichen, bei Klappmessern, die geführt werden dürfen gibt es gar keine Längenbegrenzung, das Opinel 13 lässt grüssen.

Ich trage eigentlich seit Jahren fast immer ein EDC (meist Sanrenmu 9054) mit mir rum und musste es bis jetzt noch nicht gegen irgendwen einsetzen. Aber ich hab wenigstens die Möglichkeit - die hat jemand, der nur eine Pfeife in der Tasche hat schon mal nicht. Bis da der Angreifer einen Tinitus hat und abbricht, kann es schon zu spät sein...

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Dann nenne mir mal bitte die Gelegenheiten, wann und vor allem WIE Du dein Messer zur Selbstverteidigung einsetzen möchtest.

Abschreckung mit einem Messer funktioniert meist nicht. Für Imponiergehabe ist ein Messer ziemlich schlecht geeignet.

Du mußt also zustechen. Wann tust Du das? Bei einem blöden Spruch?

Bedroht mich jemand mit einem Messer, auch wenn er nur rumfuchtelt, MUSS ich bis zum Äußersten gehen, denn ein Messer ist die gefährlichste Nahkampfwaffe, die es gibt. Beim Kampf mit einem Messer geht es um Leben und Tod.

Ich bin froh, wenn nicht ganz soviele Leute mit einem Messer rumlaufen. Vielleicht! gehen sie nüchtern noch normal damit um, aber wenn sie dann trinken? 

Davon ab, ich brauchte mich noch nie anders als verbal selbst zu verteidigen. Mein Ego verträgt es auch, dass ich mich bei Stunk entferne, weil ich Stunk einfach nicht mag.

Weil hier keine Selbstjustiz herrscht und das schön Sache der Polizei ist, die im übrigen durch die Bürger dazu legitimiert wird. 

Das ist wie bei Hunden. Die Angstbeißer sind die Schlimmsten. Denen würde doch auch niemand die Reißzähne schleifen.


Weil man dafür kein Messer braucht. Bzw es wäre übertrieben. Aber kannst ja sagen du gehst wandern

Hochachtungsvoll Sloth

Gewaltmonopol des Staates, s. GG Art. 20

Sicher nicht denn Gewalt ist bei Notwehr erlaubt (§32StGB)

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@ES1956

Siehe auch:

§ 859 BGB. "Selbsthilfe des Besitzers"

(1) Der Besitzer darf sich verbotener Eigenmacht mit Gewalt erwehren.

(2) Wird eine bewegliche Sache dem Besitzer mittels verbotener
Eigenmacht weggenommen, so darf er sie dem auf frischer Tat betroffenen oder verfolgten Täter mit Gewalt wieder abnehmen.

(3) Wird dem Besitzer eines Grundstücks der Besitz
durch verbotene Eigenmacht entzogen, so darf er sofort nach der
Entziehung sich des Besitzes durch Entsetzung des Täters wieder
bemächtigen.

(4) Die gleichen Rechte stehen dem Besitzer gegen denjenigen zu, welcher nach § 858 Abs. 2 die Fehlerhaftigkeit des Besitzes gegen sich gelten lassen muss.

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Da hast Du anscheinend etwas falsch verstanden.

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