Messer oder Patrone?

6 Antworten

alte vorderlader mit ihren meist runden kugeln verursachen trotz ihrer geringen geschossgeschwindigkeit meistens fuerchterliche wunden weil diese weichen bleibatzen sich beim aufschlag verformen, breiter werden und somit ihre energie vollständig abgeben. das gewebe wird vom geschoss zerrissen. diese geschosse sind meist nicht sofort tödlich und verursachen schlimme qualen bis das opfer verblutet ist oder an einer infektion verstirbt.
bei modernen geschossen mit ihren hohen geschwindigkeiten wird eine bedeutend höhere energie im körper freigesetzt d.h. das geschoss dringt ein und beschleunigt das gewebe, das sich dann aufgrund seiner seitwärtsbewegung vom geschosskanal selbst zerreißt. so entstehen kurzfristig riesige wundhöhlen die nach verlassen des geschosses aus dem körper wieder zusammenfallen.
der effekt ist bei modernen geschossen noch gesteigert worden als bei den alten vorderladergeschossen weil die modernen geschosse eine vielfach höhere geschwindigkeit und trotz ihres geringeren gewichts eine vielfach höhere energie besitzen.
man steigerte die wirkung noch indem man z.b. fuer die jagd spezielle deformationsgeschosse entwickelte die den aufpilzeffekt ''auf die spitze'' trieben und ca. 3-4000 joule energie fast vollständig im wildkörper abgeben können. die folge ist ein sofortiger tod des getroffenen lebewesens aufgrund des nervenschocks. der jäger sagt dann ''fiel im feuer'', gemeint ist das wenn z.b. das wild noch kurz steht aber schon tot ist und dann zu boden geht.
es wurden fuer das militär schweinereien wie das ''taumelgeschoss'' oder ''löffelspitzgeschoss'' erfunden um den beschossenen gegner noch ''besser'' und schneller töten zu können. beim taumelgeschoss wird der bleikern im mantel extra unwuchtig eingebracht damit das geschoss im fluge instabil fliegt und beim aufprall auf den körper des gegners sich sofort im körper ueberschlägt. die folgen sind auch schlimmste verwundungen.
das ''löffelspitz-geschoss'' verfolgt denselben effekt des ueberschlagens, hat aber keinen extra unwuchtigen bleikern sondern an der spitze befindet sich eine schräge ausfräsung die das geschoss beim aufschlag im weichziel sofort sich ueberschlagen läßt.
solche geschosse sind verboten und werden trotzdem noch hergestellt.
messerwunden sind beim stich, obwohl sie auch sehr oft tödlich sind, nicht so gewebezerstörend wie eine schusswunde weil die klinge schneidend durch das fleisch geht, dort auch nervenstränge, blutgefäße, sehnen und muskelfleisch durchtrennt.
ein messerstich verursacht auch keine großvolumigen gewebezerstörungen wie geschosse.
der erste weltkrieg war der erste krieg in dem man rasante geschosse verwendete und die damalige medizin sich mit ganz neuen phänomenen der verwundungen abplagen mußte. man beobachtete daß sehr oft körperteile wie beine und arme einfach teilweise der länge nach platzten und man oft keine eintrittswunde mehr erkennen konnte aufgrund der totalen zerstörung des körperteiles. da half nur noch amputation wenn das opfer nicht schon verblutet war.
ganz neu war z.b. die verwundung durch granatsplitter die einerseits die eigenschaft einer klinge mitbringen(rasiermesserscharf) und andererseits auch noch durch ihre hohe geschwindigkeit eine ähnliche wirkung wie rasanzgeschosse hatten. sie verursachten schrecklichste verwundungen und nicht selten tötete ein splitter mehrere soldaten. da ja eine granate sich manchmal in hunderten von splittern auflöste, konnte man sich denken was so ein ding in einer gruppe soldaten anrichten konnte.

Eine Schusswaffe macht viel größere Wunden, als nur den den Schusskanal.

Gewebe besteht zum großen Teil aus Wasser und verhält sich auch so. D. h. es entstehen Wellen, die Risse an Organen und weitere Schäden verursachen.

Kommt auf die Waffe und Situation an.

Statistisch sind im zivilen Leben die Überlebensraten höher bei Schusswundunen, als im Vergleich zu Stich- und Schnittverletzungen bei Gewalttaten.

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