Merkwürdiger Junge!

...komplette Frage anzeigen

12 Antworten

Autismus (ohne h) ist in erster Linie eine "seelische" Behinderung.

Für ihn ist es eine enorme Anstrengung mit den ganzen Geräuschen, Gerüchen, Farben usw. klar zu kommen.

Hat er einen Schulbegleiter und wissen die Lehrer Bescheid?

Ihm sollte die Option, den Klassenraum zu verlassen gegeben werden, wenn es wieder mal zu viel wird und er kurz vor einem Overload steht. Meine Tochter hat diese Möglichkeit.

Seine Gefühle unter Kontrolle zu bringen? Keine Ahnung - aber vielleicht würde es etwas helfen, wenn er ein Zeichen geben könnte, damit ihr darauf reagieren könnt.

Wie viele Schüler seid ihr in der Klasse?

Naja, sooo mekrwürdig ist das ja auch nicht; da gibt es zig Leute die psychisch vollkommen in Ordnung sind und trotzdem so reagieren.

Wenn er denn tatsäclhich authistische Züge hat kann das evlt schon dazu beitragen.

Du kannst letztendlich nur normal mit ihm umgehen; das diese heftigen Emotionen besser in den Griff kriegt oder die Phasen verkürzt ist ein Lernporzes - ggf wenn das von alleine ncihts wird auch im Rahmen von Psychotherapie, wobei solche Reaktionen an sich nichts außergewöhnliches sind; nur wenn sie sehr häufig bzw bereits bei kleineren Dingen auftreten und/oder sehr starke Ausprägungen haben muss man natürlich schauen das die Person damit v llt etwas besser umgehen oder sie besser kontrollieren kann.

a) Es schreibt sich Autismus.
b) Autismus ist keine Geisteskrankheit. Man erkrankt nicht daran, es ist angeboren. Und der Begriff geisteskrank ist schon ziemlich ... abwertend. Es handelt sich um eine Tiefgreifende Entwicklungsstörung laut ICD.

Die Formulierung "wenn ihm etwas nicht passt" ist ziemlich sicher unzutreffend bzw. sehr unscharf.
Autisten können Overloads bekommen. Sensorische und emotionale. Dann kann die Folge ein Shutdown (sich vor den reizen schützen durch Rückzug in sich selbst) oder ein Meltdown (das was du "Wutausbruch" nennst) sein. Das wird also ziemlich sicher kein "das passt mir nicht, ich werd jetzt wütend" sein, sondern etwas, was er nicht steuern kann.
Vermeiden kann man dies, indem man diese Reize vermeidet. Der Autist kann ggf. lernen, einen Overload so rechtzeitig zu merken, dass er sich selbst aus der Situation rausnehmen kann. Dazu sind Nachteilsausgleiche in der Schule gedacht, wie zum Beispiel, dass er die Klasse auch während des Unterrichts verlassen darf in so einem Fall. Oder dass er die Pause nicht auf dem reizflutenden Schulhof verbringen muss zum Beispiel.

Jetzt Autismus hier vollumfänglich zu erklären, sprengt den Rahmen. Sprich doch mal mit ihm.
Wurdet ihr als Klasse eigentlich nicht von einem Integrationshelfer oder Psychologen oder sowas dahingehend wenigstens ein bisschen aufgeklärt?

Danke für die Antworten, und auf Grund von ZAHLREICHEN Erwähnung eine Korrektur: Autismus, ohne h. Jedoch wurde meine Frage anscheinend missverstanden. Ich wollte wissen, wie ich und meine anderen Mitschüler mit ihm umgehen können, so dass diese "Gefühlswallungen" nicht so stark auf ihn einwirken, und es ihm etwas leichter gemacht wird? Ich kenne den Film "Rain Man" und weiß, dass es Autisten nicht leicht haben. Darum versuchen wir, ihm zu helfen, seine Gefühle ein wenig unter Kontrolle zu halten. Er hat in der Schule auch einen Betreuer, der allerdings nicht alle Unterrichtstunden bei ihm sein kann. Er möchte später natürlich auch einen Beruf haben, und dort wäre es auch "unangebracht" während der Arbeit aus dem Büro zu stürmen und, was er gerne macht, sich vor der Tür auf den Boden zu legen und zu weinen. Ist Reize vermeiden die einzige Methode, wie wir es ihm leichter machen können?

Guck bitte den Film BenX, der dürfte viel näher an der Lebensrealität deines Mitschülers sein als Rain Man. Rain Man beschreibt vorwiegend das Savant-Syndrom, Autismus eher so am Rande.

Ja, Reize vermeiden wird erst mal die einzige Methode sein, die ihr als Mitschüler aktiv anwenden könnt.
Was willst du sonst machen? Ihm durch Trost (reden oder gar umarmen) noch mehr Reizen aussetzen?

Das was er lernen muss, um im "normalen" Berufsleben, wie es sich gestaltet, zu bestehen, Kompensation in einem "gesellschaftlich akzeptierten Maß" anzuwenden, das könnt ihr als Mitschüler nicht leisten. Da seid ihr auch nicht für zuständig. Das lernt er mit der Zeit, in der Familie (hoffentlich) und/oder mit einem Therapeuten/Coach.

1

Er ist dein Kumpel! Du weist es genau das du oder auch die anderen in nicht ärgern sollen was du so gerne machst. Du weist auch schon mittlerweile wie du mit ihm umgehen kannst es wurde in der klasse aufgeklärt das man auch rücksicht nehmen soll stimmt es? Ihr sollt ihn einfach in ruhe lassen dann geht es .

Woher willst du das alles wissen? Ich kenne dich nicht!

0

Gerade wenn er sich nicht in einer Tätigkeit verlieren kann tippe ich darauf, dass er dauernd überfordert ist. Ich bin auch Autist und habe viel Erfahrung damit, wie das ist, sich mit allen Umgebungsgeräuschen beschäftigen zu müssen, weil man sie nicht ausblenden kann. Manchmal hilft laute Musik dagegen, welche die Geräusche übertönt. Aber das schafft sie nicht immer und manche Autisten sind auch sehr schmerzempfindlich gegenüber Geräuschen. Falls ihm Musik hilft sollte er sie selber aussuchen. Ein IPod wäre dann praktisch.

Ansonsten ist es hilfreich, die Geräusche in der Umgebung zu minimieren. Habt ihr irgendeinen stillen Raum, wie Bücherei, wo er in der Pause hin kann?

Und wenn ihr was von ihm wollt redet nicht gleichzeitig auf ihn ein. Das wäre wahrscheinlich nur verwirrend.

Ich finde aber auch, es ist besser, wenn sich die Eltern darum kümmern. Er geht ja nicht nur zur Schule, sondern hat doch auch ein Zuhause. Dort muss er auch klar kommen.

Das ist ganz schwierig, Authisten lassen so schnellkeinen an sich ran. Google mal Authismus, übrigens würe ich das nicht als geistenkrank bezeichnen. Diese Leute sind oft künstlerisch begabt und sind keinswegs dumm. Kinder sollten besonders beutreut und gefördert werden, ist mit unendlicher Geduld verbunden und es gibt immer wieder Rückschläge. Film: Einer flog über das Kukuksnest.

Korrigiere den Film: Ist Rain-Man mit Dustin-Hoffmann

0
@Reanne

Rain Man. seufz
Entschuldige meine Reaktion. Rain Man ist leider der Film schlechthin, der Autisten stets mit Klischees konfrontiert, über die man als Autist dann aufklären darf.
Das Hauptaugenmerk des Films liegt auf dem Savant-Syndrom. Das ist extrem selten.
Das Vorbild für die Figur Raymond Babbitt, Kim Peek, war Savant, aber nicht Autist.

Ich empfehle diese Filme:
Snow Cake
BenX
Adam

2

ich denke hier käme maximal Asperger Authismus in Frage und dabei reicht die Bandbreite von "stark eingeschrüänkt bzw starke offensichtliche Ausprägung" bis hin zu "durch Lernvorgänge ausgeglichen, (fast) keinerlei Ausprägung oder EInschränkung vorhanden"

Gerade das macht eine Diagnose oft schwer und erhöht die Fehlerqoute drastisch.

Aber letztendlich geht es ja ohehin darum an ggf vorhanden Probleme dranzugehen; das ist ja sowieso eine individuelle Sache und sollte nicht zu sehr von einer ggf vorhandenen Diagnose abhängen.

1

Google lieber Autismus, ohne h, dann findest du auch was.

0

Nimm ihn einfach, wie er ist. "Merkwürdige" Menschen wirst Du noch viele kennenlernen, insbesondere Choleriker und Psychopathen - mit etwas Pech wird so einer sogar Dein Chef oder Dein wichtigster Kunde! Umso besser, wenn Du dann bereits Erfahrungen gesammelt hast, wie man damit umgeht.

Ist das eine Gleichsetzung von Autisten mit Cholerikern und Psychopathen?

1
@Rechercheur

Nein, es ist eine Subsummierung unter der Kategorie "merkwürdige Menschen".

0

Du kannst nicht so über deinen Mitschüler urteilen . Meiner Meinung nach (von dem was ich gelesen habe) denke ich er bemüht sich sehr um gute leistung in der schule und kann Rückschläge nicht sonderlich gut verkraften. Nimm ihn hin wie er ist. Er ist auch nur ein Mensch

Wenn er Autist ist, kann es gut sein, dass seine Wutausbrüche nicht dadurch kommen dass er nicht verlieren kann, sondern viel eher, dass ihm etwas nicht passt und zwar weil es im zu laut ist, zu viele Menschen um ihn herum sind o.ä., was für ihn Reizüberflutungen darstellen können. Es kann auch sein, dass es an neuen, unerwarteten Situationen liegt, die er nicht einschätzen kann. Somit sollten die Lehrer sich mit dem Problem auseinandersetzen und für ihn passende Lösungen finden. Er könnte auch unabhängig davon therapiert werden.

Wenn er Autist ist, ist er übrigens nicht gleich geisteskrank.

In meiner Klasse gibt es einen Jungen, der sich SEHR merkwürdig verhält

1.) Merkwürdigkeit ist subjektiv.

2.) Das kann alles sein.

Wenn er eine schlechte Note bekommt oder die Hausaufgaben nicht gemacht hat und Ärger bekommt, fängt er an zu heulen

Das könnte ein emotionaler Overload sein. So etwas kommt bei Autisten oft vor, auch mir ist das schon passiert.

Möglichkeit 2 ist ein Wutausbruch

Auch das könnte ein emotionaler Overload sein.

Ärzte haben bei ihm eine Geisteskrankheit diagnostiziert, eine Form von Authismus

1.) Das heißt Autismus.

2.) Das ist keine Krankheit, sondern eine tiefgreifende Entwicklungsstörung.

Frag ihn am besten mal selbst, was du tun kannst, um alles für ihn etwas leichter zu gestalten, von uns hier kennt ihn keiner.

So hart es auch klingen mag, aber ihn "unter Kontrolle" bringen ist denk ich nicht wirklich möglich. Es ist ja nicht so, dass er unausgeschlafen ist, sondern er ist wie du selber sagst Authist, das ist bei denen im Hirn verwerzelt wenn man so will.... Versucht ihn efinach nicht zu Reizen oder Ähnliches.

Was möchtest Du wissen?