Merkt man dass man stirbt? (Erfahrungen?)

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7 Antworten

Ich spreche Dir zuerst mein tiefstes Mitgefühl aus. Ja, ich denke, einige kranke Menschen ahnen ihr Ende. Meine Mutter zum Beispiel, sie hatte Krebs, war nur noch ein Knochengerüst und wußte genau, es geht zu Ende. Sie hat mich gebeten ich solle auf die Tante hören (icjh war 15 Jahre). Dann vor einigen Jahren meine Schwester. Sie hatte auch Krebs. Es war Ostersonntag, ich habe angerufen und es dauerte, bis sie ans Telefon kam. Sie sagte, ich kann nicht stehen. Ich habe sofort den Notarzt zu ihrer Wohnung bestellt und bin hingelaufen. Der verfügte sofort eine Einweisung in KH. Ich habe ein paar Sachen gepackt, habe sie angezogen, dann stekkte sie sich in die Wohnzimmertür und besah sich noch einmal ihr fast neuen Möbel, die ein Tischler angefertigt hatte. Es sah so aus, als nähme sie Abschied. Im KH hat es einige Zeit gedauert über die Notaufnahme und als sie endlich im Bett lag, hat man einen Tropf angeschlossen und die Flasche mit einem Beutel umhüllt. Ich sollte wohl nicht shen, was da drin war. Die ÄÖrztin meine zu mir, ich könne dort auch übernachten. Ich war erstaunt und meinte, ich kann morgen wiederkommen. Aber ich bin dann doch geblieben, meine Schwester sagte, sie hätte so kalte Füße. Tatsächlich, eiseskalt. Ich habe ihre Hand gehalten und sie guckte an mir vorbei, als sähe sie etwas Schönes. Ich habe sie angesprochen, aber keine Reaktion. Die Ärztin kam und meinte, sie sei schon ganz weit weg. So bin ich also bei ihr geblieben, bis zum lewtzten Atemzug. Ich habe mir auch Vorwürfe gemacht, daß ich sie nicht eher zu mir geholt habe, aber sie war am Telefon immr ganz munter und es ginge ihr gut. Ich bin auch noch am Karsamstag bei ihr gewesen, ich hatte ür sie eingekauft, wie schon einige Zeit vorher. Ich denke, sie wollte mir nicht zur Last fallen. Ich war auch sehr, sehr traurig.

Vielen Dank für die Antwort. Kannst du mir vielleicht auch sagen wie du damit umgegangen bist, als deine Mutter starb? Ich bin ungefähr im alter wie du damals.

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@Leeeona

Ich war ja dann Vollwaise, mein Vater war auf der Arbeit im Krieg durch eine Bombe zu Tode gekommen. Meine Schwester war 6 Jahre älter, also volljährig. Ich bekam von Amts wegen einen Vormund, den ich nie zu Gesicht bekommen habe. Ich war im ersten Lehrjahr für eine Ausbildung als Industriekaufmann. Es war unendlich schwer, alles mußten wir nun allein machen, kochen, putzen, Wäsche waschen - es gab noch keine elektr. Waschmaschinen. Und wir haben uns dauern getritten. Meine Leistungen in der Berufsschule ließen nach - auf der Arbeit nicht, die hat mir gefallen. Ich bin dann aber auch mit Freundinnen und Freunen viel unterwegs gewesen und ganz spät nach Hause gekommen. Bis die Nachbarn gesagt haben, so geht das nicht, sie würden das melden. Das habe ich natürlich eingesehen und mich gebesseret. Es war eine Flucht vor der Einsamkeit, denn meine Schwester kam auch spät heim, da sie lange arbeiten mußte. Beschäftigung ist das beste Mitel und Freunde sollte man nicht vernachlässigen. Mit der Zeit verblasst der Schmerz und auch die Traurigkeit. Nur an Feiertagen fällt es schwer, fröhlich zu sein, obwohl man immer an die Verstorbenen denkt. Auch Du wirst es schaffen. Behalte Deinen Vater dankbar in guter Erinnerung.

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Ich bin sicher, dass diejenigen das merken !! Meine Mutter verteilte kurz vorher ihren Schmuck, weihte meinen Vater in die finanziellen Gegebenheiten ein.

Leider kommt die Erkenntnis, zu wenig Zeit verwendet zu haben, meist zu spät. Aber ich glaube, man macht sich im Nachhinein immer diese Vorwürfe......hätte man doch ........

Aber es lässt sich dann nicht mehr ändern....

Ja, ich denke, man merkt es, wenn die Lebenskraft schwindet... Es gab aber auch schon Fälle wo jemand dachte, dass er stirbt (weil ihm zum Beispiel eine unheilbare Krebserkrankung diagnostiziert wurde), und dieser hat daraufhin sein ganzes Geld verschwendet. Und dann hat er danach noch jahrelang weitergelebt.

Betrifft zwar nicht direkt deine Frage: Aber du solltest dir keine Gedanken darüber machen, dass dein letztes Treffen mit deinem Vater, bevor er ins Koma fiel, nicht so "gut" verlaufen ist. Zum einen konntest du nicht wissen, wann genau er euch verlassen wird. Zum anderen wird er sich im Moment seines Sterbens nicht an diesen letzten Moment mit dir erinnert haben, sondern an die gesamte Zeit, die er mit dir und mit deiner Familie verbracht hat.

Ich spreche dir hiermit mein Beileid aus und wünsche dir Kraft für die Zukunft.

Vielen Dank!

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Also ich vermute, dass man merkt, dass etwas passieren wird. Aber bitte mach dir keine Vorwürfe, denn das ist Schwachsinn, denn du hast sicherlich genug zeit mit deinem Vater verbracht, hattest Spass mit ihm, er hat gesehen wie du aufgewachsen bist usw. Denk einfach an die schönen Tage mit ihm zurück, wenn du dich damit beschäftigen möchtest.

Alles gute dir weiterhin :)

Vielen Dank!

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ja in der tat spürt man es!!

ich habe selber die Erfahrung damit gemacht.. und hab diese Phase letztes Jahr am eigenen leib miterlebt.. meine mutter hat das gespürt.. und wir,die kinder und mein Papa auch,  wir haben schon im voraus gewusst, das was schlimmes auf uns zukommen wird...dummerweise hat keiner von uns,  in den Monaten wo wir dieses gewissen hatten  was dazu gesagt.. erst nach dem meine mutter gestorben ist.. haben wir plötzlich eine Unterhaltung gehabt.. das wir diese Gefühl hatten.. das alles was wir unternehmen eines Tages eine Erinnerung bleiben wird.. aber mit den Gedanken das wir uns das einbilden..!. ich habe gemerkt wie meine mutter antriebslos und zurückhaltend in den 6 Monaten kurz vor ihrem Tod war.. und ich mir dabei nix schlimmes gedacht habe, nur das ich einmal im Internet nachfragen wollte was mit ihr los ist.. aber nie Gelegenheit hatte. ich habe sogar gesehen wie sie ständig starr schaute.. und sie einmal fragte, ob alles in Ordnung mit ihr sei.. auf meine frage hat sie mit ja geantwortet.. aber ich trotzdem dieses Gefühl hatte,. das mit ihr irgendwas nicht stimmt.. nach der Pilgerfahrt,.. hat sie die Geschenke, die sie gebracht hat.. rasch fertig gemacht, hat dafür 5 stunden gebraucht.. ich hab sie gefragt.. sind die tage in die Mülltonne gelandet ,oder warum beeilst du dich so,. ???sie hat nix gesagt, sie sah so traurig und lustlos aus.. meine mutter ist dann im Oktober plötzlich an einem Herzstillstand verstorben und das mit 47 ohne Vorerkrankungen.. jeder mensch spürt das.. auch ein gesunder mensch...und die außenstehende auch!!!!!!!!!! ich für meinem teil ,habe sogar videos und fotos von ihr gemacht mit den Gedanken.. vielleicht werde ichs bereuen. wenn ich das nicht mache ..11 tage später war sie dann weg..

Die Phantasien, die sich jemand zuvor über das Sterben macht, sind meist viel dramatischer als der tatsächliche Sterbeprozess.

Ja, das kann gut sein, er hat es bestimmt irgendwie "gewusst" oder eher gespürt. Der Tod eines Menschen (oder anderen geliebten Wesen) kommt immer sehr unerwartet, egal wie und wann es passiert. Man ist nie darauf vorbereitet. Und man macht sich IMMER Vorwürfe, egal wie gut das Verhältnis zu dem Wesen war, es gibt immer etwas, das man bereut und wieder gut machen möchte. Das geht wirklich jedem so, damit bist du nicht alleine. Aber auch wenn du mehr Zeit mit deinem Vater verbracht hättest, sein Tod hätte dich in jedem Fall genau schockiert und getroffen, deswegen solltest du auch die schlimmen Gedanken loslassen, sie nutzen keinem. Besser wäre es, du denkst liebevoll und mit schönen Gedanken an deinen Vater. Trauere nicht all den verpassten Gelegenheiten nach sondern erfreue dich an dem was du mit ihm hattest. Alles Liebe für dich.

Danke für deine Antwort!

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