Menschenrechte der Ritter?

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4 Antworten

Die Frage nach Menschenrechten der Ritter verweist darauf, dass das Mittelalter völlig andere Strukturen hatte als unsere Zeit.

Es gab keinen modernen Staat, der Menschenrechte hätte garantieren können, sondern nur Rechtsbeziehungen zwischen Personen, die man, um den Vergleich zu ermöglichen und den Unterschied deutlich zu machen, Personenverbandsstaat genannt hat. 

Inhaltlich hat Arnold alles Wesentliche gesagt. Aber vor allem muss man sich den entscheidenden Unterschied klar machen: Rechte galten nicht allgemein, sondern in Bezug auf Personen. Es gab keinen Rechtsstaat, sondern einerseits die Fehde, in der sich die Adligen (und die Städte) ihr Recht erkämpften, und andererseits den Herrscher, der, wenn er Recht sprach und durchsetzte, Fehden überflüssig machte (bzw. beendete).

Dann aber gab es zivilisierende Regeln, (nach und nach) besonders weit entwickelt innerhalb der Ritterschaft.

Im übrigen sind gerade für das europäische Mittelalter allgemeine Aussagen, wie ich sie oben versucht habe zu machen, sehr problematisch, ebendeshalb, weil es eine Fülle von Einzelrechten und -ansprüchen gab, eine Person zum Beispiel drei verschiedenen Personen zu Abgaben und Dienstleistungen verpflichtet sein konnte etc.

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Im Zeitalter der Ritter, sagen wir im Hoch- und auch noch im Spätmittelalter, waren den damals lebenden Menschen "Menschenrechte", so wie wir sie kennen, weder als Begriff noch inhaltlich bekannt.

"Ritter" - das war eine gesellschaftliche Gruppe von Kriegern, die schwerbewaffnet zu Pferde kämpften und teils dem Niederadel, teils dem Hochadel angehörten. In dieser Funktion übten sie in unterschiedlichem Umfange Herrschaft über andere Menschen aus, z. B. über die Bauern auf ihren Besitzungen.

Das in der mittelalterlichen Gesellschaft herrschende Recht war in erster Linie das Recht, das sich aus Christentum und Bibel ergab, aber es gab auch weltliches Recht, das z. T. kodifiziert, also in Rechtsbüchern beschrieben war (z. B. im sog. "Sachsenspiegel"), z. T. aus mündlich überliefertem, regional unterschiedlichem Gewohnheitsrecht bestand.

MfG

Arnold

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Kommentar von Celineccc
15.11.2016, 17:11

Kann man denn überhaupt konkrete Rechte von damals nennen? Ich soll auch die Unterschiede der Rechte zwischen Bauern ,Bürgern und Rittern darstellen. Jedoch habe ich keine aufgelisteten im Internet finden können .. Ich schaue sonst nochmal unter Sachsenspiegel und hoffe ,dass ich dort Informationen herausschreiben kann. :)

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Dein Lehrer bzw. deine Lehrerin muß recht seltsam drauf sein, denn sonst würde so eine seltsame Frage nach Menschenrechten in der Ritterzeit nicht gestellt werden.

Das Thema Menschenrechte tauchte ewrst kurz vor der Franz. Revolution auf, war mithin eine Forderung des Bürgertums, dasses in Ritterszeiten in der modernen Form entweder garnicht, oder aber ziemlich anders überhaupt gab.

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Was sollten sie für besondere MR haben? Ritter sind Menschen, also gelten dioe MR. Wie für jeden anderen menschen auch.

Dass sie ggf. eine eigene Ethik/ Ehrbegriff hatten, ist was anderes.

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Kommentar von Dahika
15.11.2016, 17:28

Das sagen wir heute. Aber zu der Zeit der Ritter, also bis ca 1430, gab es den Begriff noch nicht. Klar,waren die Ritter Menschen. Das waren die leibeigenen Bauern auch. Aber dass sich aus der Tatsache Menschenrechte herleiten ließen, war den Leuten damals unbekannt.

Den Begriff Menschenrechte gibt es erst mit der amerikanischen Revolution  1784 - oder so.

Ein Mensch hatte je nach Stand unterschiedliche Rechte. Je höher der Stand, umso mehr. Der Leibeigene hatte so gut wie keine Rechte. Er war der Willkür der Oberen ausgesetzt.

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