Menschen suchen Probleme und möchten sie doch los sein!

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Menschen halten nach Problemen Ausschau, weil sie über das Lösen von Problemen nach Selbstbestätigung, Anerkennung und Lob suchen. Sie bekommen damit das Gefühl, dass ihr Wert innerhalb der Gemeinschaft gestiegen ist. Dahinter steht auch ein Streben nach Profilierung, Bestätigung von Kompetenz und letztlich Macht. Derjenige, der Probleme lösen kann, ist gefragt, er wird umworben, belohnt und bewundert. Das gleichzeitig damit steigende Risiko jetzt auch beneidet und bekämpft zu werden, wird als Preis für die gewonnene Anerkennung in der Regel in Kauf genommen. Darum neigen Menschen auch dazu, ihre herausragenden Leistungen klein zu reden, weil sie so hoffen können, die Neidreflexe bei ihren Mitmenschen möglichst zu unterdrücken. Folglich steht auf der Skala der allgemeinen (nicht der moralischen) Tugenden neben der 'Exzellenz' auch die 'Bescheidenheit'. -- Ferner sollte festgehalten werden, dass wir nur bestimmte Typen von Problemen los sein wollen, und zwar die echten Misslichkeiten wie Krankheiten oder das Versagen von Mitmenschen bei gemeinsamen Unternehmungen, Ausfälle von Geräten und die mannigfachen Widrigkeiten von Mitmenschen hervorgerufen durch Unzuverlässigkeit, Suchtverhalten, Kriminalität oder Perversionen. 'Gute' Probleme wie die Optimierung eines Systemverlaufs, Strategieentwicklungen für die Verbesserung der Lebensqualität, Erkenntniserweiterungen und die Entwicklung und Einübung von Verhaltensstrukturen zur Verbesserung des Gemeinschaftserlebens werden dagegen aktiv gesucht und lustvoll angegangen.

Das ist bei genauerem Hinsehen kein Widerspruch. Denn nach Sensationen gieren, bei Unfällen der Schaulust nicht widerstehen können, Krimis und andere schauerliche Geschichten lesen, im Film anschauen usw. ist etwas anderes, als eigene Probleme. Das sind die Probleme der anderen. Das kann sogar von eigenen Problemen ablenken oder als Trost dienen: Sieh nur, andere haben noch schlimmere Probleme. Es gibt also einen prinzipiellen Unterschied zwischen eigenen Problemen, in denen man selbst steckt und mit denen man zu kämpfen hat und den Problemen der anderen.

Die "Geiz ist geil"-Mentalität oder "Ich bin doch nicht blöd"-Einstellung läuft bei genauerer Betrachtung doch darauf hinaus, eigenen Vorteil zuungunsten anderer durchzusetzen. Wenn ich etwas "billig" haben will, muss ja ein anderer für wenig arbeiten. Das ist ja dann dessen Problem. Wenn ich beim "übers Ohr hauen" vorneweg sein will, hat der ein Problem, der als letztes in der Kette der Prügel nicht mehr ausweichen kann. Ich bequem, andere arbeit, ich Füße hochlegen, andere springen lassen: Dass diese Einstellung geradezu die Ursache vieler eigener Probleme ist, z.B. weil man entlassen wird, weil gespart werden muss, verlangt schon soviel Durchblick, dass es bei vielen dazu nicht reicht. Dummheit freut sich an den Problemen anderer, ohne zu bemerken, dass es die eigenen Probleme im Schlepp hat. Widersprüche werden nur dort erkannt, wo die Logik über die eigene Nasenspitze hinausgeht.

"...Dummheit freut sich an den Problemen anderer, ohne zu bemerken, dass es die eigenen Probleme im Schlepp hat. Widersprüche werden nur dort erkannt, wo die Logik über die eigene Nasenspitze hinausgeht..."

Du hast so recht! Allerdings gibt es meiner Meinung nach auch viele Menschen, die gar nicht über die eigene Nasenspitze hinausdenken wollen (obwohl sie es könnten, da sie nicht "dumm" sind). Dann müssten sie nämlich einsehen, dass ihnen die eigene Bequemlichkeit das Wichtigste ist und sie aus den Ressourcen anderer Menschen oder der Natur und Umwelt schöpfen, sich also extrem egoistisch verhalten. Was natürlich keiner gern von sich zu gibt, der ein bißchen Wert auf soziale Anerkennung legt bzw. nicht völlig verdummt ist.

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