Menschen suchen Probleme und möchten sie doch los sein!

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8 Antworten

Menschen halten nach Problemen Ausschau, weil sie über das Lösen von Problemen nach Selbstbestätigung, Anerkennung und Lob suchen. Sie bekommen damit das Gefühl, dass ihr Wert innerhalb der Gemeinschaft gestiegen ist. Dahinter steht auch ein Streben nach Profilierung, Bestätigung von Kompetenz und letztlich Macht. Derjenige, der Probleme lösen kann, ist gefragt, er wird umworben, belohnt und bewundert. Das gleichzeitig damit steigende Risiko jetzt auch beneidet und bekämpft zu werden, wird als Preis für die gewonnene Anerkennung in der Regel in Kauf genommen. Darum neigen Menschen auch dazu, ihre herausragenden Leistungen klein zu reden, weil sie so hoffen können, die Neidreflexe bei ihren Mitmenschen möglichst zu unterdrücken. Folglich steht auf der Skala der allgemeinen (nicht der moralischen) Tugenden neben der 'Exzellenz' auch die 'Bescheidenheit'. -- Ferner sollte festgehalten werden, dass wir nur bestimmte Typen von Problemen los sein wollen, und zwar die echten Misslichkeiten wie Krankheiten oder das Versagen von Mitmenschen bei gemeinsamen Unternehmungen, Ausfälle von Geräten und die mannigfachen Widrigkeiten von Mitmenschen hervorgerufen durch Unzuverlässigkeit, Suchtverhalten, Kriminalität oder Perversionen. 'Gute' Probleme wie die Optimierung eines Systemverlaufs, Strategieentwicklungen für die Verbesserung der Lebensqualität, Erkenntniserweiterungen und die Entwicklung und Einübung von Verhaltensstrukturen zur Verbesserung des Gemeinschaftserlebens werden dagegen aktiv gesucht und lustvoll angegangen.

Das ist bei genauerem Hinsehen kein Widerspruch. Denn nach Sensationen gieren, bei Unfällen der Schaulust nicht widerstehen können, Krimis und andere schauerliche Geschichten lesen, im Film anschauen usw. ist etwas anderes, als eigene Probleme. Das sind die Probleme der anderen. Das kann sogar von eigenen Problemen ablenken oder als Trost dienen: Sieh nur, andere haben noch schlimmere Probleme. Es gibt also einen prinzipiellen Unterschied zwischen eigenen Problemen, in denen man selbst steckt und mit denen man zu kämpfen hat und den Problemen der anderen.

Die "Geiz ist geil"-Mentalität oder "Ich bin doch nicht blöd"-Einstellung läuft bei genauerer Betrachtung doch darauf hinaus, eigenen Vorteil zuungunsten anderer durchzusetzen. Wenn ich etwas "billig" haben will, muss ja ein anderer für wenig arbeiten. Das ist ja dann dessen Problem. Wenn ich beim "übers Ohr hauen" vorneweg sein will, hat der ein Problem, der als letztes in der Kette der Prügel nicht mehr ausweichen kann. Ich bequem, andere arbeit, ich Füße hochlegen, andere springen lassen: Dass diese Einstellung geradezu die Ursache vieler eigener Probleme ist, z.B. weil man entlassen wird, weil gespart werden muss, verlangt schon soviel Durchblick, dass es bei vielen dazu nicht reicht. Dummheit freut sich an den Problemen anderer, ohne zu bemerken, dass es die eigenen Probleme im Schlepp hat. Widersprüche werden nur dort erkannt, wo die Logik über die eigene Nasenspitze hinausgeht.

"...Dummheit freut sich an den Problemen anderer, ohne zu bemerken, dass es die eigenen Probleme im Schlepp hat. Widersprüche werden nur dort erkannt, wo die Logik über die eigene Nasenspitze hinausgeht..."

Du hast so recht! Allerdings gibt es meiner Meinung nach auch viele Menschen, die gar nicht über die eigene Nasenspitze hinausdenken wollen (obwohl sie es könnten, da sie nicht "dumm" sind). Dann müssten sie nämlich einsehen, dass ihnen die eigene Bequemlichkeit das Wichtigste ist und sie aus den Ressourcen anderer Menschen oder der Natur und Umwelt schöpfen, sich also extrem egoistisch verhalten. Was natürlich keiner gern von sich zu gibt, der ein bißchen Wert auf soziale Anerkennung legt bzw. nicht völlig verdummt ist.

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Die meisten Menschen verbringen ihr Leben in einer programmierten Abfolge von Sorgen und Ängsten, in einem sozialen Umfeld das Sicherheit und Komfort nur dann gewährleistet, wenn in einem gewissen Umfang Kriesen vorherrschen.

Der menschliche Geist verabscheut das Vakuum. Weil beim Menschen nicht alle Gehirnzellen funktionieren, und die Sinne auch verkümmert sind, muss er unentwegt an seiner Existenz erinnert werden.** Dafür ist ihm jedes Mittel recht.** Wenn es nichts geschieht, wird sein Leben schmerzhaft und unerträglich. Er sucht sich Ärger, Streit, Probleme, weil er aus eigener Kraft nichts erschaffen kann, was seine geistige Stimulation aufrecht erhält.

Stress ist zum genormten, und angenehmen LEbensstil geworden, daß die Menschen zum Überleben brauchen. Ein Ereignis, daß unerfreulich anfängt, entwickelt sich oft zur heißersehnter Genugtuung. Wenn ein Kind z.B. zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, es sei denn durch Bestrafung - dann fängt es an Bestrafungen herauszufordern.Es findet die Strafe stimulierend, und zahlt gern dafür den Preis. Friede empfinden sie für unerträglich!

Leute. die Ärger und Sorgen suchen, fühlen sich wertlos. Die Welt ist überbevölkert, und sie werden unterschätzt. Auf ihn werden so viele Forderungen herangetragen, daß er sich wie ein Trottel vorkommt.

Was macht er also um zu spüren, ob er noch da ist? Er kann entweder selber Ärger machen, aber da müsste er mit unangenhmen Fragen und Verdruss rechnen- oder er "verwickelt sich in Irgendwas" , das ihn dermaßen aufwühlt, das er sich seiner Existenz bewußt wird. Seine eigenen Probleme sind nicht grawierend genug, Andere interresieren sich nicht dafür. Also bürdet er sich lieber Probleme lokaler, nationaler, internationaler, gesellschaftlicher u.s.w.Tragweite sich auf,dann findet erer jede Menge Gesellschaft um sich zusammen mit anderen aufzuregen, Freunde und Feinde zu finden, und sich wie ein Typ zu fühlen, bei dem im Allgemeinen alles in Ordnung ist.

Der Meisterwerk eingeplanten Problemen, die zur Unterhaltung dienen sollen nennt sich : Seifenoper :D. Und viele Menschen leben auch nach ähnlichem Drehbuch!

Gruß: Isa`

Ich befürchte, das könnte wahr sein....

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Wie läßt sich dieser Widerspruch erklären?

Weil die Lösung nur eine vermeintliche Lösung ist. In Wirklichkeit ist sie der Beginn eines neuen Problems. Schau dir irgendein Problem an, und du wirst immer finden, daß es aus einer "Lösung" resultiert.

Ich mach das nicht. Aber meiner Erfahrung nach ist das eher ein deutsches Problem! Deutsche haben immer sauviele Probleme. Liegt wohl daran, dass sie gerne meckern.

Na ja... Probleme machen das Leben interessant - geben einem Herausforderungen. Und wenn man ein Problem erfolgreich gelöst hat, fühlt man sich gut. Es gibt einem Befriedigung. Danach wendet man sich dem nächsten Problem zu. Warum sollte das merkwürdig und widersprüchlich sein ?

Das größte Problem bei einem Problem ist allerdings oft das eigentliche Problem erstmal zu erkennen. Meistens liegt es an etwas ganz anderem als man zunächst vermutet. Vor allem dann, wenn man es verdrängt, ergibt sich kaum 'ne Chance an das eigentliche Problem heranzukommen. Darum sollte man jedes Problem als etwas Wertvolles achten und nicht einfach aus Bequemlichkeit oder sonstwelchen nichtigen Gründen unter den Tisch kehren. Zumindest kann man sich ja mal die Mühe machen und eine Kurzanalyse über das Problem geistig oder sogar schriftlich ausführen und sich dabei Gedanken über die Ursachen des Problems machen. Man wird überrascht sein, wie oft man mit seiner voreiligen Prognose falsch liegt...LG

"Er" sucht sie so lange, bis er sich als der Schöpfer derselben erkennt...

Ey,

Menschen,also die Masse sind wie Seiltänzer die ihr Gleichgewicht dadurch halten,indem sie das Gegenteil dessen tun was sie behaupten!

LG

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