menschen psychisch verändern

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5 Antworten

Ja, das funktioniert. Allerdimngs müssen Rahmenbedingungen und dann die Verstärkerpläne stimmen (ist nicht so einfach wie beim Hundedressieren). Aber in der Verhaltenstherapie hat des System der Tokens eine große Bedeutung.

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Kommentar von MSPriv
12.05.2013, 20:37

Danke :-)

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Hallo Schulbus. Ich möchte dich gern mit meinem guten Freund Guy bekannt machen. Guy Lefrancoise ist Psychologe und seit ich meine Facharbeit zum Thema "Lernen" schreiben musste, führen wir eine ganz besondere Beziehung.

Er hat eine Buch geschrieben das "Psychologie des Lernens" heißt. Es ist schon anspruchsvolle Fachliteratur, aber man muss kein Psychologiestudium bestanden haben, um eine Menge über Theorien des menschlichen Lernens zu erfahren. So werden in diesem Buch diverse Theorien erläutert. Du wirst es in jedem besseren Buchladen bestellen oder in einer (dir vielleicht zugänglichen) Unibibliothek lesen können.

Um aber auf deine Frage zu antworten: Der von Dr. Cooper demonstriert Effekt des Verstärkungslernens nach Skinner würde so nicht eintreten. Logischerweise, da Penny eine Erwachsene ist und sein Muster durchschauen würde. Wäre Penny ein Kind von 0 - 3 Jahren, so wären Sheldons Chancen sehr hoch, ein entsprechendes Verhalten durch zuerst kontinuirliche, später intermetierende (sprich zufällige, sich aber wiederholende) Verstärkung, ein Verhalten zu festigen, dass ihm angenehm ist. Funktioniert wunderbar vor allem bei Tieren.

Mein Freund Guy erzählt dazu eine Anekdote: Ein Verhaltensforscher wollte seinen Hund dazu bringen, zu bellen, wenn das Futter kam. Er stellte es dem Hund hin und bellte dazu. Also, der Mensch. Der Hund schaute verdutzt und fraß dann sein Futter. Um dem Hund zu zeigen, was er tun sollte, begab sich der Forscher am nächsten Tag auf alle viere und bellte vor dem vollen Futternapf. Das ganze wiederholte er mehrere Tage. Der Hund bellte nie. aber nach dieser Zeit fraß er nur, wenn der Verhaltensforscher sich vor den Napf gekniet und gebellt hat.

Du kannst Leute prinzipiell über all ihre Sinne beeinflussen. Dazu gibt es zum Beispiel die Gestalttheorie, die beschreibt, wie etwas geschaffen sein muss, damit wir es als "gute Gestalt" sprich als angenehm wahrnehmen. Auf den selben Prinzipien riechen und hören wir. Du kannst also davon ausgehen, dass wir vertraute Klänge und Klangbilder (Sprache) als angenehmer empfinden, als fremde. Wir werden zum Beispiel eher auf die Muttersprache reagieren, als auf eine Fremde. Weil wir den Klangrythmus der eigenen Sprache gelernt haben und ihn deswegen als geschlossen empfinden. Während uns oft chinesisch oder auch russisch sprechende Menschen vorkommen, als wären bei ihnen die Worte abgehakt.

Die heute verbreiteste Theorie ist wohl der Behaviorismus von Watson und Skinner, also das Lernen durch Verstärkung, wie von Sheldon demonstriert.

Aber es gibt noch eine große Möglichkeit: Lernen am Modell. Wenn ich ein bestimmtes Verhalten erzielen will, muss ich dafür Sorgen, dass jemand dieses Verhalten zeigt, mit dem die Leute, von denen ich will, dass sie dieses Verhalten zeigen, sich identifizieren. Beispiel: Du willst, dass ein 3,5 Jahre altes Kindergartenkind etwas tut?! Sorge dafür, dass der 5 Jährige es tut. Der 3,5 Jährige wird es nachmachen, weil der 5 Jährige für ihn durch Alter, Vorsprung an motorischen, geistigen, sozialen Fähigkeiten und die damit Verbundene Anerkennung durch die Gruppe als Vorbild, Modell erscheint.

Fies, schwierig zu ermöglichen, aber ebenso schwer wieder los zu werden wäre auch das klassisches Konditionieren. Das geht so: Du ist gerne Schokolade. Jedes Mal, wenn du eine bestimmte Sorte Schokolade ist, wird dir ein Lied vorgespielt. (oder ein ton erzeugt). Das wiederholt sich über mehrere Wochen. Dann gehst du in den Supermarkt und sollst ganz spontan irgendeine Schokolade kaufen. In dem Moment, als du vor dem Regal stehst, wird das Lied gespielt. Welche Schokolade nimmst du?!

Es gibt unheimliche viele Wege, sich in den Kopf eines anderen zu schleichen, wenn man das denn will. Die Methoden, die man nutzt, um Lerninhalte besser zu behalten oder um ein Kind zu motivieren, Dinge zu erlernen, die man eben täglich braucht (Sprechen, Essen mit Messer und Gabel...) sind die selben, mit denen man auch einen Erwachsenen immer wieder zu einer bestimmten Handlung veranlassen kann.

Ich hoffe, jetzt habe ich dich nicht totgelabbert. great kelly

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Kommentar von schulbus
12.05.2013, 20:40

oh so ein mist, deine antwort wurde mir erst angezeigt als ich die andere schon als hilfreichste makiert habe aber trotzdem: danke für die ausführliche erklärung und solange es sinn macht, kann man mich damit nicht totlabbern :D

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Psychisch Verändern würde ich das nicht nennen. Immerhin kannst du ja nicht die Psyche direkt verändern, sondern du manipulierst diese und versuchst durch aktive Beeinflussung etc eine bestimmte Reaktion bei der Person hervorzurufen.<

Klar, theoretisch wirst du das mit Pralinen oder eben Gummibärchen können. In der Praxis wird das ganze aber schon schwerer, da die Psyche eines Menschen nunmal sehr komplex ist. Meist wird das Vorhaben wohl daran scheitern, dass jeder Mensch anders reagiert. Und dass nicht bloß die Beeinflussung von dir da ist, sondern jeder Mensch von unzähligen anderen Dingen im Leben beeinflusst wird. Beeinflussungen, über die du weder Übersicht noch Macht hast

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Willst du Menschen dressieren? Belohnungsprinzip wie bei Hunden? Mich schreckt oft die furchtbar laute Musik in Jeansläden ab ... ich verlasse panikartig den Laden. Bin auch schon mal aus einem Friseur-Salon aus dem gleichen Grund geflüchtet :D.

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Also das mit den Pralineen funktioniert nur bei ziemlich dummen Leuten :D!

Aber prinzipiell ist sowas natürlich möglich! Was macht sonst ein Boss mit seinen Arbeitnehmern :D?

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Kommentar von schulbus
15.02.2013, 20:42

;D

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