Menschen mobben, auslachen normal?

8 Antworten

also was mich an der Antwort sehr stört:

das er selber Schuld ist und sich aufraffen muss und es vollkomen normal
ist ausgelacht zu werden wenn man nicht normal ist oder unterentwickelt
ist.

Mit Schuldzuweisungen wäre ich da vorsichtig. Vor allem gibt er die Schuld ja dem Opfer. Wenn man mir den Geldbeutel klaut, bin ich dann schuld, weil ich nicht aufgepaßt habe, oder hat der Taschendieb schuld?

Und das mit dem ausgelacht werden, wenn man nicht normal ist - wer definiert was normal ist? Und demnach wäre es also negativ, wenn man nicht mit der Masse mitschwimmt? Wenn man individuell ist, ist das die Legitimierung von Mobbing?

Und was ist mit "unterentwickelt"? Wie ist das gemeint? In Bezug auf Pubertät? Die läuft bei jedem Menschen anders ab. Bei manchen Mädchen entwickelt sich der Busen schon mit 10, bei anderen erst mit 16 oder später.

Aber am meisten ärgert mich das hier:

Das ist nicht böse sondern normal und gerecht. Er hat gesagt schwache
Persönlichkeiten werden halt erniedrigt und du musst stark werden.

Aha, also Leute, die mobben machen also nichts falsches? Nichts böses? Mobbing wäre gerecht?

Für mich ist das kein Persönlichkeitscoach sondern nur ein Idiot. Klar muß man stark werden, aber das sagt sich so leicht. Wenn dann noch jemand sagt "es ist normal und gerecht daß du gemobbt wirst" ...

Das ist natürlich nicht normal. Ich weiß nicht, welcher Youtuber es war und warum ihr einen Youtuber wegen persönlichen Problemen befragt, aber dieser Mensch ist offensichtlich extremst unempathisch, besitzt kein Einfühlungsvermögen und ein schwach ausgebildetes soziales Gewissen.

Ich weiß nicht, in welchem Kontext es gesagt wurde und ob es eine Spaß-Aussage war, aber die Realität sieht selbstverständlich so aus, dass Mobbing ein absolutes No-Go ist. Nichts schädigt das Wohlbefinden eines Menschen so sehr, wie die Ausgrenzung und die Entwertung der Persönlichkeit durch einen oder mehrere Mobbende.

Es liegt garantiert nicht in der Verantwortung der gemobbten Person, sich dem Mobbing zu widersetzen. Es ist ein Armutszeugnis, dem Opfer noch die Schuld für sein Leid in die Schuhe zu schieben. Insbesondere, wenn die Person sich aufgrund ihrer psychologischen und physiolgischen Verfassung nicht wehren kann.

In welcher Welt ist dieser Mensch Persönlichkeitscoatch? Das ist doch kein geschützter Titel. So kann sich jeder nennen, ganz egal, wie inkompetent oder ahnungslos von der Materie er auch sein mag.

Kurzum: Hier spricht ein Blinder über Farben. Wer nie eine Mobbing-Erfahrung erlebt hat, hat es schwer, die Tragweite zu erfassen. Wer sich aber dennoch ein Urteil erlaubt und dieses auch noch zu Ungunsten des Gemobbten ausfallen lässt, disqualifiziert sich komplett als ernstzunehmender Ratgeber.

Gute Antwort :-) Er hat mir geantwortet: Du solltest erwachsen werden und aus deiner Rosaroten Brille aufwachen, nett und bescheiden sein bringt nichts. Es ist nicht böse auszulachen sondern normal, es ist aber falsch kommunikativ unterentwickelt zu sein und dafür ausgelacht zu werden ist das Resultat. 

Aber danke für den Kommentar.

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Der Youtuber hat nicht recht.  Man ist nicht selber Schuld daran, das man gemobbt wird. Jeder hat es in der Hand wie er auf die Behinderung oder psychischen Probleme eines anderen reagiert. Man kann verständnisvoll und hilfsbereit reagieren oder auch schadenfroh und gemein  Und jemandem zu sagen, du musst stark werden ist auch Unsinn.  Sowas kann man nicht so einfach ändern oder beeinflussen.  Es gibt ja Gründe dafür,  z.B. negative Erfahrungen, Probleme in der Familie usw.  Die lassen sich nicht so einfach ausschalten.

Was bedeutet seine Reaktion und sein Verhalten?

Ein Mann starrt mich ziemlich oft an.

Einmal kam ich in einen Raum und setzte mich schräg gegenüber an seinem Tisch. Ich bemerkte schon beim hereinkommen, das er mich die ganze Zeit angestarrt hatte, aber sah ihn erst so richtig an, als ich mich hinsetzte und er sich komplett mit dem ganzen Körper zu mir drehte und mich anstrahlte.

Ich reagierte daraufhin etwas ernst mit der Frage: warum er am lachen ist und sein Lächeln verging darauf ziemlich schnell, er schaute daraufhin etwas geknickt und mit einem etwas enttäuschenden Ton: "Einfach nur so".

Ein anderes Mal sprach er mich draußen an und fragte mich wie es mir geht. Ich antwortete das es mir gut geht und irgendwann kamen wir über einen komischen Mann ins Gespräch, der auf der anderen Straßenseite stand. Meine Aufmerksamkeit war dann für einige Sekunden auf den Mann auf der anderen Straßenseite gerichtet und als ich wieder zu dem Mann, mit dem ich über ihn sprach, sah, starrte er mich bereits wieder an. Ich ignorierte es und sprach weiter über den Mann auf der anderen Straßenseite und er reagierte daraufhin damit den Blick zu lösen und mit einem großen Schnaufen einfach aus dem Nichts zu gehen. Ich war mega verwirrt in dem Moment, weil wir uns davor ganz normal unterhalten hatten. Es gibt noch andere komische Momente, die ich aufzählen könnte.

Warum verhält er sich so?

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Was tun wenn man auffallend hässlich ist?

... Und dem entsprechend immer in der Öffentlichkeit von fremden Menschen abgewertet, ausgelacht, erniedrigt und beleidigt wird. Das drückt auf Dauer erheblich die Stimmung, egal wie hart die äußere Schalle (erzeugtes Selbstbewusstsein) auch sein mag und versucht sich krampfhaft nichts anmerken zu lassen, dass es einem sauer aufstöst. Blankes ignorieren ist für mich nichts weiter als den Frust hineinfressen. Es ändert ja nichts am Umfeld und das man vom Großteil der Gesellschaft nicht positiv aufgenommen wird oder zumindest respektiert oder ernst genommen, wodurch sich weitere Nachteile im privaten, beruflichen und Liebesleben bilden.

Jaja, ich kann mir schon die 0815-Anworten denken wie z.B.:

  • "Aussehen liegt im Auge des Betrachters" (was ein Schwachsinn. Es gibt eine gewisse gesellschaftliche Norm die genetische Gesundheit signalisiert)
  • "Lass deinen Frust beim Sport wie z.B. Boxen raus" (Powerd den Körper aus - ändert aber nichts grundlegendes an den Umständen und den Daueraufschlag auf die Psyche)

Jeden stumpf zurückbeleidigen oder sogar in die Mangel nehmen kann ja auf Dauer sehr anstrenged und auslaugend sein.

Soll ich jetzt etwa mit einer Tüte überm Kopf herum laufen? Irgendwohin auswandern wo es kaum Menschen gibt? Wie kann man ein menschenwürdiges Leben in einer oberflächligen Gesellschaft bestreiten?

Ich hoffe eher Tipps von Leidensgenossen zu erhalten, denn viele Außenstehende entgegnen immer mit einer überdrüssigen Arroganz und Gleichgültigkeit, von wegen "Stell dich nicht so an! so ist nunmal dein Leben", "Sowas glaube ich nicht, denn mir passiert ja sowas nicht." etc. Für Leute die sowas tagtäglich gehört bekommen:

"Bähhh ... was für eine Misgeburt!"

"Oh Gott, ist der hässlich!"

"Wähh ... wie ekelhaft"

"Schaut euch das Opfer mal an! Ahahahaha!"

Ich verstehe nicht wie Rassismus zurecht schon lange als eine klare Form von Diskriminierung angesehen wird, aber Lookismus immer noch gesellschaftsfähig ist.

Ich hoffe auf hilfreiche Antworten.

Vielen Dank

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