Menschen, die nicht nein sagen können

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Nun ja, seneca, Du beschreibst es sehr schön als "Nächstenliebe",

aber Du, falcona, fragst da mit Recht nach dem Selbstwertgefühl und auch nach der Menschenwürde des oder der Betreffenden. Selbstlosigkeit ist gewiss eine Tugend. Aber wenn sie zur praktisch völligen Selbstaufgabe, Selbstverleugnung führt, dann ist sie wiederum nichts wert.

O. k., falcona, gehe mit diesem Menschen mal auf die Suche! Ganz konkret, frage nach, weshalb er oder sie in dieser und in jener Situation nicht nein gesagt hat. Du wirst bohren müssen bis zur Unerträglichkeit, denn zunächst wird sich wahrscheinlich der oder die Betreffende tatsächlich verstecken hinter Motiven, die man mit "Nächstenliebe" umschreiben könnte.

Schließlich aber wird man auf Verlustängste stoßen, auf die Angst, von dem anderen nicht geliebt, von dem anderen verstoßen, von dem anderen ignoriert zu werden. Die BEACHTUNG des anderen zu "erkaufen" durch praktisch bedingungslos angenommene "Liebesdienste", das ist zu einfach, zu billig. Denn die "Freunde", die man dabei erringt, sind keine echten Freunde: Das sind Freunde, die einen mögen, weil man ihnen stets irgendeinen verdammten Dienst erweist. Das sind Freunde, die einen fallen lassen, wenn man ihnen nicht mehr stets nur hinterher eilt!

Es ist wohl nichts Verwerfliches dabei, wenn man seine eigene Würde besitzt, seine eigenen Bedürfnisse hat, und wenn man für diese auch eintritt. Es ist nichts Verwerfliches dabei, wenn man also von Situation zu Situation die Abwägung trifft, ob man nun die Erwartungen anderer zurück stellt, oder ob man einen Kompromiss zwischen eigenen und den Erfordernissen des anderen trifft, oder ob man etwaig tatsächlich die eigenen Bedürfnisse erst einmal zurück stellen kann.

Es gibt da nämlich noch einen anderen Aspekt der so genannten "Nächstenliebe": Liebe den anderen wie Dich selbst! Nur so (!) kann eine Gesellschaft entstehen, die auf Gegenseitigkeit beruht. Andernfalls, wenn man stets den anderen über sich selbst stellt, schafft der Begriff der Nächstenliebe genau das, weshalb Kirche, ach was, weshalb jegliche große Religionen so erfolgreich sind: Sie schaffen ein Heer von Dienern für eine kleinere Schar von Herrschenden, die in Wahrheit fast alle nur Nutznießer und Schmarotzer sind, aber keineswegs "führen" zum Nutzen der Allgemeinheit!!!!!!!!!!

das hat bei mir was mit dem selbstwert gefühl zutun.... es ist warscheinlich das es bi jeden anders ist ... aber wenn du ihn helfen willst mußt du selber herrausfinden worn es liegt...und dort den hebel ansetzen

Wenn jeder Mensch so wäre, wäre diese Welt um einiges Lebenswerter! Für alle! Leider ist verteilung von Egoismus und Hilfsbereitschaft sehr einseitig und absurd! Die, die es nicht nötig hätte hilfe zu bekommen erhalten am meisten hilfe! Umgekehrt bekommen die bedürftigen kaum hilfe!

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