Meldung beim Jugendamt Was passiert, wenn man dem Jugendamt eine Meldung macht eben einem Kind, das von ihren Eltern wie Dreck behandelt wird?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das kommt erstmal darauf an, was genau damit gemeint ist, dass die Eltern das Kind "wie Dreck behandeln" .

Das erste was passiert ist, dass du diese Phrase sehr konkret beschreiben musst, wenn du beim Jugendamt anrufst: WAS ist WANN, WIE und WO passiert ? Du solltest möglichst den vollen Namen des Kindes und der Eltern haben, oder/und den Wohnort/Adresse.

Wenn du gewichtige Anhaltspunkte für eine mögliche Kindeswohlgefährdung nennst, wird nach deinem Anruf (der übrigens auch anonym sein darf), innerhalb des Jugendamtes beraten wie vorgegangen werden soll um zu überprüfen ob wirklich eine Kindeswohlgefährdung vorliegt.

Und genau diese Vorgehensweise bzw. das Ergebnis der Teamberatung kann dir hier leider nicht näher erklärt werden, weil sie/es eben davon abhängt, was genau, im Einzelnen, hinter deiner Phrase steckt.

Wenn dahinter z.B. ein Kleinkind stecken sollte, bei dem dir Dinge aufgefallen sind, die auf massive Vernachlässigung, Gewalt etc.. hindeuten könnten, wird i.d.R. am gleichen Tag ein unangekündigter Hausbesuch gemacht, oder erstmal die Kita/Tagesmutter kontaktiert bzw. das Kind dort angesehen.
In wieder anderen Fällen kann es sein, dass ein Gespräch mit einem älteren Kind/Jugendlichen in der Schule geführt wird, oder ein unangekündigter Hb ein paar Tage später gemacht wird, oder der Hb angekündigt ist, oder die Eltern ins Amt eingeladen werden.... das ist sehr unterschiedlich und hängt von einigen Kleinigkeiten ab, warum diese oder jene "Taktik" eingeschlagen wird.

Nach der Überprüfung gibts verschiedene Möglichkeiten - je nach Ergebnis, grob gesagt:

1. Kindeswohlgefährdung lag nicht vor und kein Hilfebedarf - Es passiert nix.

2. Kindeswohlgefährdung lag nicht vor, aber Hilfe/Unterstützungsbedarf - Hilfe wird mehr oder weniger dringend empfohlen, kann jedoch nur eingesetzt werden, wenn die Eltern bereit sind sie anzunehmen.

3. Kindeswohlgefährdung = Inobhutnahme (wenn Eltern nicht kooperationsbereit), oder andere, schnelle Schutz- /Entlastungsmöglichkeiten mit Einverständnis der Eltern.

Um deine Frage genauer beantworten zu können, fehlen wichtige Hintergrundinformationen. Um so genauer du deine Frage stellst, um so genauer, können wir dir darauf antworten.

Es ist von Jugendamt zu Jugendamt unterschiedlich was unternommen wird, es kommt auch viel auf den einzelnen Sachbearbeiter drauf an.

 Zuerst einmal kommt das Jugendamt und überzeugt sich selbst nach dem Rechten. Wenn alles i. O. ist und sie nichts finden, gehen sie wieder.

Ansonsten werden Auflagen erstellt, die erfüllt werden sollen und kontrolliert werden (sollten).

Auch können kinder mitgenommen werden, in ein Heim untergebracht werden, bei Pflegeeltern, u.s.w.

Wenn Kinder geschlagen werden, sofort die Polizei informieren, die können alle nötigen Schritte in die Wege leiten und das Jugendamt wird dann sofort informiert.

LG Pummelweib :-)

...es kommt auch viel auf den einzelnen Sachbearbeiter drauf an.

Naja das könnte man falsch verstehen: Der zuständige Sozialarbeiter hat natürlich einen gewissen Einfluss auf sein Team/seine Kollegen, insbesondere wenn er die Familie schon kennt. Jedoch ist bei Kinderschutzmeldungen, gem. §8a SGB VIII, das sogenannte 4-Augen-Prinzip vorgeschrieben, ob eine Gefährdung vorliegt oder nicht, muss "im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte" eingeschätzt werden. Das heißt, das hängt letztlich - Gott sei Dank (!)  - nicht vom EINZELNEN ab.

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@HobbyPianistin

Theoretisch ist das richtig, aber praktisch sieht es leider oft ganz anders aus...LG Pummelweib :-)

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Als erstes wenn du dahin gehen willst, fragen die dich genau aus... Was du gesehen hast bzw ob du auch Beweise hast.  

Es kommt außerdem darauf an wem du es sagst und wo du wohnst.  Bei uns hier wird leider dann nichts unternommen.  

Ich kenne nämlich auch eine Familie die ihre Kinder schlägt und die kaum was zu essen bekommen und man den Kindern schon anmerkt, dass irgendwas nicht stimmt.  Die sind zb so 7 Jahre und haben alle Sprachfehler.  Nicht weil es so vererbt wurde, sondern weil sich da keiner drum kümmert. Das einzige was die sehr gut können ist,  Leute beleidigen. 

Naja jedenfalls bin ich auch zum Amt und die haben nix gemacht.  

Meistens muss erst was passieren, bevor etwas unternommen wird.  

Wenn du Glück hast gehen die vorbei und kontrollieren ob das Kind dort gut aufgehoben ist.  Ob es Kinderzimmer hat.. Wie die Ordnung ist... Wie es dem Kind geht... Ob es Verletzungen am Körper hat. 

Wenn du unbedingt willst das dort jmd mal guckt und das Amt nix unternimmt.  Dann ruf die Polizei an... Klingt vielleicht doof aber die machen echt was.  

Sag du willst anonym bleiben und sag einfach du wohnst dort in der Nähe und hast gehört das, dass kind geschlafen wurde und es ständig schreit Oder sowas.. Jenachdem wie alt das Kind ist... Dann kommen die wenigstens sofort und gucken nach :) 

Es ist verständlich dass man manchmal von außen den EIndruck hat, das JA macht Nix. Leider gibt es tatsächlich Jugendämter die nix oder zu wenig machen. Oft jedoch handelt es sich eher um ein Missverständnis, was aus Wissen (JA) und NIcht-Wissen (Bürger) u.a. über rechtliche Möglichkeiten, sowie aus Schweigepflicht besteht.

Aufgrund von Letzterem z.B. kann man doch gar nicht mitkriegen, ob was gemacht wurde oder nicht. Da frage ich mich immer, woher man sich da so sicher ist - denn zusätzlich zur Schweigepflicht kommt das JA nunmal auch nicht Blaulicht und Sirene angefahren, noch werden Uniformen getragen oder sonst was. Woher weiß z.B. der Nachbar also, ob nebenan nicht ein Hausbesuch gemacht wurde ? Woher weiß der Nachbar ob das JA dem Gericht seine Sorgen mitgeteilt hat, mit der Bitte den nicht-kooperationsbereiten Eltern - eine Hilfe zur Erziehung zur Auflage zu machen, aber der Richter diese Sorge nicht teilen konnte und gesagt hat: Lass mal gut sein Jugendamt, das ist zwar alles nicht gut für die Kinder, aber es ist auch nicht schlimm......

Und zu den rechtlichen Möglichkeiten:

Um in, der dir bekannten Familie - ohne Einverständnis der Eltern, etwas machen zu können (also Inobhutnahme und/oder Gerichtsanschreiben bezügl. der Annahme von Hilfen), muss das JA entweder untypische Verletzungen an den Kindern sehen (oder deutliche Unterernährung/Abmagerung), von den Kindern erzählt bekommen, dass sie geschlagen werden, oder die Eltern "in flagranti" erschwischen wie sie ihre Kinder verprügeln.
Ist das nicht der Fall und gibt es auch sonst in keinen anderen Bereichen eine akute Kindeswohlgefährdung, fehlt die rechtliche Grundlage für eine Inobhutnahme oder/und das Kontaktieren des Familiengerichtes. Sprachfehler alleine (wären ja dann die einzige  Tatsache die das JA nachweisen könnte), sind keine akute Kindeswohlgefährdung. Sie deuten auf einen Mangel an Förderung hin.

Letzteres, in Verbindung mit psychischen Auffälligkeiten ("man merkt den Kindern an, dass etwas nicht stimmt" - also z.B. besondere Ängstlichkeit, Traurigkeit o.ä.), in Verbindung vielleicht mit kritischen Meinungen aus Kita u. Schule, in Verbindung vielleicht mit Überforderungstendenzen der Eltern, usw.....

führt - auch beim Jugendamt - zu einem "unguten Bauchgefühl" und den dringenden Empfehlungen (wenn nötig auch sehr bestimmend) eine Hilfe anzunehmen. Wenn die Eltern sich partout weigern und FAKTISCH nur dieses "ungute Bauchgefühl" bzw. Unterstützungsbedarf vorliegt (aber eben keine akute Kindeswohlgefährdung) - kann das JA NICHTS tun (außer sich den Mund fusselig zu reden). Dann ist es tatsächlich leider so, dass gewartet werden muss bis sich die Situation so zuspitzt, dass eine akute Kindeswohlgefährdung vorliegt. Oder aber es gehen bereits vorher immer wieder Kinderschutzmeldungen von außen ein - u.a. vielleicht auch eine Mitteilung der Polizei, von ihrem Einsatz am Wochenende in der Familie (Polizei rufen- daher auch eine gute Idee !)... dann kann das Jugendamt irgendwann, in Verbindung mit seinem ohnehin schlechten Bauchgefühl, das Gericht anschreiben, mit dem Hinweiß, dass es sehr wahrscheinlich bald zur akuten Gefährdung kommt, wenn Nix gemacht wird. In der Hoffnung der Richter teilt diese Sorge/Einschätzung - siehe oben.

Du weißt nicht ob letztere Situation vorliegt - daher melde ruhig weiter, bleib dran, auch wenn sich für dich erstmal - rein äußerlich - "Nix tut" - Du weißt nicht, ob du dem Jugendamt damit nicht vielleicht sogar in die Hände spielst. Besser wäre es allerdings, wenn von unterschiedlichen Leuten Meldungen eingehen.

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