Meinungsfrage - Physik odeer VWL-Studium (Warnung: Viel Text)?

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4 Antworten

ich kann dir bei deiner entscheidung nicht helfen, nur ein paar anmerkungen:

...in Physik werde ich nicht um einen Master drum kommen...´

Wenn ich Physik studiere strebe ich den weg als Forscher...

dann wirst du in physik auch um einen doktor nicht drum kommen (auch wenn du während des doktorats natürlich schon bezahlt wirst, aber deutlich weniger als außerhalb der forschung)

Physiker haben mehr Möglichkeiten ihre Freizeit zu gestalten (Investmentbanker sollen ja teilweise überbelastet sein und kaum Freizeit haben)

ich denke das ist ganz unterschiedlich.

es gibt forscher die sich halb zu tode arbeiten, und wahrscheinlich auch banker die es locker angehen.

Ich weiß nicht ob man als Physiker einen Quereinstieg notfalls machen kann zum Banksektor

ja, das ist auch nicht unüblich. denn nur ein sehr kleiner prozentsatz kann in der forschung bleiben (es gibt einfach nicht mehr stellen), und der bankensektor ist für physiker/mathematiker durchaus kein unübliches auffangbecken.

also sogar wenn du dich für die physik entscheidest und eigentlich in die forschung willst, ist es gar nicht so unwahrscheinlich dass du erst recht wieder in einer bank endest.

Hallo ChoiceSeemsHard,

was für ein treffender Name in deiner Situation ;-). Ich studiere Physik und bin bald mit meinem Bachelor fertig. 

Eins vorweg: Physik ist ein harter Weg und macht nicht immer Spaß. Die wichtigste Persönlichkeitseigenschaft die ein Physiker haben muss ist wohl die Frustrationstoleranz. Du bist in der Schule gut mit Physik klargekommen? Das ist schonmal eine gute Voraussetzung, sagt aber nur wenig über deinen Studienerfolg in der Physik aus. Ein besserer Indikator ist wahrscheinlich Mathematik.

Als Physikstudent wirst du dich ab dem ersten Tag damit abfinden müssen nicht alle Zusammenhänge von Anfang an zu verstehen und dir wird zunächst das "Big Picture" fehlen, zumindest ging mir das so. Nach den ersten Semestern schließen sich dann ein paar Lücken, dafür kommen aber auch neue hinzu. Die Physik ist nicht immer strukturiert und exakt, anders als man in der Schule vielleicht den Eindruck hat.

Eine physikalische Theorie tiefergehend zu erforschen und damit einen experimentellen Befund (zumindest näherungsweise) erklären zu können ist aber ein tolles Gefühl. Wenn du daran keinen Spaß hast, wird es extrem mühselig. Wichtig ist auch: Physik ist nichts für Perfektionisten! Eine 1,0 in einer Klausur ist zwar möglich, aber hängt neben deinen persönlichen Parametern (Lernbereitschaft, Auffassungsgabe,...) auch noch von vielen anderen Faktoren ab.

Soweit erstmal zur Physik. Zur Volkswirtschaftslehre kann ich nur grundsätzlich sagen, dass es ungefähr den selben Mathematikanteil wie ein Physikstudium haben kann (Das variiert mit der Uni). Auch in der VWL geht es um Systeme. Die Systeme der VWL sind aber auf jedenfall weniger prinzipiell und deterministisch als die meisten physikalischen Systeme (Die Quantenmechanik einmal ausgeklammert). Es geht viel um Stochastik und statistische Modelle, die auch nur eine Annäherung an die reale Situation beschreiben. Ich bezweifle aber nicht, dass es den Aha-Effekt auch in der VWL geben kann.

Mit Investmentbanking kenn ich mich nicht aus. Ich finde das aber eher einen ethisch fraglichen Beruf. Ein Jahresabschlussbonus von mehren Millionen US-Dollar kann man sich mit redlichen Mitteln eigentlich nicht verdienen, der Übergang zur legitimierten Kriminalität ist da für mich fließend. Aber das ist ja auch nur meine persönliche Meinung dazu.

Ich empfehle dir, dich einfach mal in Physik und VWL Vorlesungen reinzusetzen und reinzuschnuppern. Wahrscheinlich bist du dann um einiges schlauer.

Ich hoffe ich konnte dir helfen

StormRider00

"Physiker haben mehr Möglichkeiten ihre Freizeit zu gestalten"
Physik-Studenten haben (fast) keine Freizeit!

Physik ist der schwierigste, anspruchsvollste und arbeitsintensivste Studiengang überhaupt.
Abbrecherquote: Ca. 80% der Physik-Studenten scheitern - nicht nur an den Physik-Anforderungen, sondern auch an den Mathe-Anforderungen.
Physik-Studenten müssen in den ersten Semestern die selben Vorlesungen und Klausuren bewältigen wie Mathe-Studenten und die Physik-Vorlesungen und Physik-Klausuren kommen noch dazu.
Zu deinen Mathe-Leistungen in der Schule hast du nichts geschrieben, ist denn Mathe bislang perfekt gelaufen?

Sorry, aber mein persönlicher Eindruck aus deiner Frage:
Du unterschätzt die Anforderungen Physik-Studium.

ChoiceSeemsHard 11.08.2017, 21:50

Mit der Freizeit meine ich das spätere Berufsleben. Das man im Studium kaum Zeit mehr übrig hat weiß ich bereits, habe mich da vielleicht unglücklich ausgedrückt. Ich hatte mit Mathematik nie Probleme, ich habe durchschnittlich 13 NP gehabt. Aber soweit ich weiß ist die Mathematik in der Universität nicht mit der im Gymnasium zu vergleichen. Mein Mathelehrer übrigens hat mir Physik empfohlen, meinte aber ich müsste akzeptieren auch etwas mal nicht zu verstehen (meistens mache ich eher Flüchtigkeitsfehler als Denkfehler). Das könnte ich durchaus unterschätzen, dieses Gefühl kenne ich in der Form nicht in Mathe. und ich habe durchaus Sorgen bezüglich Physik (siehe pro VWL, hatte Nachhilfe in Physik aufgrund von SORGEN um im 1er Bereich mich halten zu können), logischerweise ist mir bewusst das ein Studium ein ganz anderes Niveau beschreibt.

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