Meinungen zu Glyphosat

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5 Antworten

Es kann durchaus sinnvoll eingesetzt werden, das beschränkt sich aber im Wesentlichen auf ein paar Anwendungen für spezielle Standorte und eine Anwendung als Teil einer Unkrautbekämpfungsstrategie, also nicht als jährlicher alleiniger Wirkstoff.

Unter den Herbiziden gehört es zu denen mit geringsten toxischen Effekten. Ein gänzlicher Verzicht auf Herbizide allgemein würde die Produktivität senken und den Arbeitsaufwand erhöhen, hätte also eine Steigerung der Produktionskoten zur Folge.

Ich denke ein fachgerechter Umgang, das beinhaltet auch eine bedachte Anwendung bezogen auf die Mengen, ist (nach aktuellem Wissensstand zu dem Wirkstoff) unproblematisch.

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Kommentar von zetra
08.06.2016, 20:48

Agronom, du hast es schwer. Um deine positive Meinung glaubwürdig herüber zu bringen, musst du noch viel Überzeugungskraft in deine Artikel verpacken. Es ging hier ganz langsam los, ich dachte schon dieses Thema Glyphosat wird von anderen Themen überschattet. Jetzt hat es aber Fahrt bekommen und entwickelt sich zum Selbstläufer, ich bin damit auf jeden Fall zu frieden.

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Erstens: Glyphosat ist ein Herbizid, kein Pestizid. Herbizide töten Pflanzen, Pestizide töten Tiere. Man spritzt beides, um sowohl Unkraut, als auch Raupen etc. loszuwerden.

Zweitens: Das Problem mit Glyphosat als Herbizid ist, dass es nicht auf bestimmte Unkräuter spezialisiert ist, sondern pauschal alle Pflanzen tötet. (Mit Ausnahme bestimmter GVOs desselben Herstellers, die in Europa aber nicht zugelassen sind.) Man nennt es deshalb auch ein "Total-Herbizid".

Das hat zwei gefährliche Effekte:

  • Es gibt kaum noch Ackerrandkräuter, also Wildblumen auf dem Grünstreifen neben dem Feld. Der Acker ist eine ökologisch tote "Agrarwüste", neben der weder bestäubende Insekten noch Vogelfutter leben können. Dadurch sind die Bestände an Schmetterlingen und Singvögeln in den letzten 10 Jahren drastisch eingebrochen, viele - auch nützlich - Arten sind plötzlich vom Aussterben bedroht.
  • Einzelne Pflanzen entwickeln per Zufall eine Resistenz gegen Glyphosat. Das funktioniert im Prinzip genauso wie die bekannteren Resistenzen von Bakterien gegen Antibiotika. Diese "Super-Unkräuter" lassen sich mit gar nichts mehr bekämpfen.

Glyphosat wird also über die Jahre wirkungslos, weil das Unkraut resistent wird.

Die bis dahin ausgestorbenen Nützlinge kommen nie zurück.

Gegen das Gift-Drama, das danach kommt, ist jede Krebsgefahr harmlos.

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Ich finde eine Meinungsbildung schwierig. Wenn Glyphosat verboten wird, kommen andere, sicherlich nicht unbedenklichere Mittel ins Spiel.

Auf der anderen Seite wird es zu einer Verknappung der Lebensmittel führen, wenn sämtliche Unkrautvernichter aus dem Rennen genommen würden. Dadurch wird die Nahrung teurer.

Da sich ja schon in Kindern dieser Stoff finden lässt, reichert er sich im Körper an. Bislang wohl ohne Krankheiten auszubilden. Aber niemand weiß, ob andere Krankheiten nicht durch diesen Stoff getriggert werden, oder überhaupt erst ausbrechen.

So lange ein Stoff nicht absolut nebenwirkungsfrei ist, sollte er erst gar nicht zur Massenanwendung kommen.

Mir sind da zu viele Unbekannte im Spiel, als daß ich den weiteren Einsatz befürworten könnte.

Ich bin mir allerdings auch sehr bewußt, daß mit Abschaffung der Pest durchaus die Cholera Einzug halten kann.

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Kommentar von Agronom
07.06.2016, 23:45

So lange ein Stoff nicht absolut nebenwirkungsfrei ist, sollte er erst gar nicht zur Massenanwendung kommen.

Kein Stoff ist Nebenwirkungsfrei, es ist immer eine Frage der Dosierung.

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Glyphosat ist ein allesvernichtendes Pestizid. Dieses ist ein Teil der Kette die zur Entstehung von "Super-Unkraut" führte welche in den USA ~25mio ha Ackerland zerstört haben.
Nach den letzten TTIP-Leaks sieht es auch hier wohl in naher Zukunft so aus

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Eine bessere Mentalität der westlichen Industriestaaten und weniger Verschwendung wären ein Anfang.

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