Meinung zu Adam und Eva Geschichte?

21 Antworten

Das ist mit Sicherheit eine Geschichte, die sich aus vielen einzelnen Geschichten zusammengesetzt hat. Interessant dabei ist, dass hochgradig philosophische Grundsatzfragen enthalten sind, die ich der damaligen Zeit gar nicht zugetraut hätte. In der damaligen war es üblich, mit Gleichnissen zu argumentieren, um einen bestimmten Sachverhalt verständlich zu machen. Im alten Testament der Bibel findet man häufig solche Gleichnisse. Wer auch immer sich das ausgedacht hat, stellt das Paradies ein sehr genau durchdachtes Gleichnis zum Thema Erkenntnis dar. Es geht davon aus, dass die Menschen in Urzeiten nicht wussten, dass sie zwangläufig eines Tages sterben müssten. Sie lebten deshalb unbeschwert und in gewisser Weise glücklich. Irgendwann haben diese Menschen erkannt, dass dem Leben unausweichlich der Tod folgt ohne zu wissen, was es damit auf sich hat. Das hat sie beunruhigt und unglücklich gemacht. Sie sehnten sich nach der Zeit zurück, wo sie das noch nicht wussten und deshalb glücklich waren und sich in einem Paradies wähnten. Sie wären gerne wieder in dieses Paradies zurückgegehrt, aber die Erkenntnis, die sie gewonnen hatten, hat dies verhindert. Die Erkenntnis hat den Weg zum Paradies versperrt. Dieses Gleichnis soll vermitteln, dass eine Erkenntnis nicht rückgängig gemacht werden kann. Die Schlange verkörpert die Heimtücke dieses Sachverhalts, indem sie wohlwissend in böser Absicht die ahnungslosen Menschen, hier verkörpert durch Adam und Eva, bewusst reingelgelegt hat, indem sie die Eva neugierig gemacht hat. Dieses Gleichnis ist Haupbestandteil der Geschichte, deren Einzelheiten vermutlich aus mehreren Quellen stammen. Dieser wirkliche Hintergrund ist leider kaum noch zu erkennen und wird weitgehend ignoriert. Eigentlich sehr schade.

Hallo Peter,

diese uralte Geschichte beeindruckt mich heute in ihrer Symbolik: eine mögliche intrinsiche Göttlichkeit der Menschen, wobei wir Eva und Adam als Modellmenschen betrachten dürfen.

Gleichermaßen erlaubt Göttlichkeit die Freiheit, sich auch gegen Göttlichkeit zu entscheiden - in der Symbolik des Apfelbaum. Die Konsequenz ist reine Natürlichkeit.

Wir können jetzt sagen, dass menschheitsgeschichtlich reine Natürlichkeit eine große Prominenz hatte und auch heute noch hat: jede(r) für sich, ggf. unter Ausnutzung anderer - im Gegensatz zu einem gemeinsamen Schaffen von für alle gleichermaßen Fülle und größtmöglichen Freiheitsgraden sowie Einheit (im Symbol des Paradieses).

Wenn diese Archaik unbewusst oder auch bewusst in unserem Leben greift, wir damit fast schon wie von selbst unsere intrinsische Göttlichkeit aufgeben, können wir per Entscheidung wieder zur Göttlichkeit finden.

Mit vielen lieben Grüßen
EarthCitizen

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – früherer Glaube - heutige Plausibilität vieler Dinge

... und jetzt im Klartext, bitte.

Danke

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@naaman

Die Thematik mag nicht schnell eingängig sein, denn Göttlichkeit ist in sich ein abstrakter Begriff, wobei sich Göttlichkeit in der Attitude von Menschen im Leben ausdrücken kann.

Schauen wir mal ins Paradies und betrachten es als etwas Symbolisches und nicht als eine historische oddr literarische Landschaft. Im Paradies gibt es alles zur Verfügung: von Gott bereitet. Das dürfen wir verallgemeinert als Fülle, die unter Göttlichkeit entsteht betrachten.

Eine andere Dimension ist die freie Bewegung, Nacktheit, keine Bedrohungen - wieder von Gott arrangiert. Das betrachten wir als Freiheitsgrad oder Raum, der aus Göttlichkeit entsteht.

Gott ist mit Eva und Adam im Paradies anwesend. Das betrachten wir als Einheit in Göttlichkeit.

Ist zunächst Gott per se Göttlich, übertragen wir die Göttlichkeit auf Eva und Adam, die miteinander eins Ihre Fülle und Freiheitsgrade teilen.

Es sieht so aus, als müssten sie nichts dafür tun. Das sehen wir als Symbol einer Selbstverständlichkeit, mit der Göttlichkeit dies alles "kann".

In einer reinen Natürlichkeit, die wir aus dem menschlichen Leben und einer Archaik heraus betrachten, ist nichts selbstverständlich. Alle arbeiten in die eigene Tasche, um zu überleben, um die Art in eigener Auffassung optimal zu erhalten. Dabei schaffen die Menschen für sich individuell Fülle und Freiheitsgrad, auch auf Kosten, zu Lasten oder tun Schaden anderer.

Es ist ein Moment von Göttlichkeit im Sinne von Freiheitsgrad, dass die Menschen sich für dss eine oder andere entscheiden können. Der Apfelbaum sei dafür Symbol. Ich gehe im Moment von einer "voreingestellten" Göttlichkeit, die aber in vielen Fällen aus der Archaik und einer sichtlichen Notwendigkeit zu Gunsten reiner Natürlichkeit aufgegeben wird.

Der Mensch hat aber die Freiheit, sich wieder zur Göttlichkeit zu entscheiden. Darin würde der Mensch diese Fülle und Freiheitsgrade sowie Einheit für alle gleichermaßen - zunächst in einer eigenen Umgebung der Einfachheit halber - schaffen.

Gott als Persönlichkeit mag Glaubensinhalt sein. Göttlichkeit lässt sich glaubensfrei modellieren. Und so wird Göttlichkeit die "Quelle" all dessen: alles kommt auf den Menschen zurück, lässt sich an keinen Gott delegieren. Gott mag allenfalls - und verbreitet - eine Manifestation der eigenen Göttlichkeit (oder eines Wissens darum) in Form einer Persönlichkeit in der eigenen Gedankenwelt sein.

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Diese Sichtweise gefällt mir wirklich sehr. Vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar

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@TZBau

Gerne ...

Ich hatte die Geschichte von Eva und Adam lange für eine aus dieser Epoche stammenden Erklärung der Menschheit gehalten. Doch ergibt sich in der Geschichte für mich dieser theologische Sinn.

Die intrinsiche oder "voreingestellte" Göttlichkeit der Menschen - allgemeiner: zumindest bewusster Lebewesen - ergibt sich für mich aber nicht aus der Geschichte, sondern erscheint mir universal plausibel: wenn sich die Raumzeit aus Göttlichkeit ergeben sollte (deren reines Sein ist zunächst nur denkbar), dann ist alles darin per se Göttlich - wenn auch mit dem Göttlichen Freiheitsgrad so einiger reiner Natürlichkeit.

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Ich bin zwar religiös glaube aber nicht an die Geschichte.

Außerdem finde ich, dass sie die Frauen etwas runter buttert. Ich meine Eva konnte nur aus Adams Rippen entstehen.. und Eva hat ja im Endeffekt dafür gesorgt, dass sie aus dem Paradies verband werden.

Die "Rippe" meint einfach, das Gott Eva dem Adam zur Seite gestellt hat, nicht über und nicht unter ihn.

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@Anastasia65

Woher weißt, du was die Rippe meint? Die Rippen, die ich kenne, haben keine Meinung.

Dir ist sicher klar, dass die Fundis diese Bibelstelle wörtlich nehmen...

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@earnest

Dir ist offensichtlich nicht klar, woher ich mein Wissen habe.

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Je nach Interpretation macht es mehr und weniger Sinn.

So wie sich das viele 0815 Atheisten ausmalen, ergibt 0 Sinn und ist in sich völlig inkonsistent. Ich verstehe vollkommen warum sie es als Blödsinn abtun. Würde ich auf ihrem Wissensstand auch so machen! :-)

Woher ich das weiß:Hobby – Beschäftigt mich

Adam heißt ganz einfach Mensch. Der Mensch wurde zur Person des Adam.

Es geht in der Erzählung um eine Offenbarung Gottes, damit wir Menschen etwas Grundsätzliches über uns erfahren.

Der moderne Mensch tut sich sehr schwer mit solchen Bibelaussagen. Zu früheren Zeiten haben Menschen es sehr gut verstanden, worum es dabei geht. Man glaubt mit dem Herzen und nicht mit dem Verstand, obwohl Glaube und Verstand immer zusammen gehören.

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