Meinung über Christentum?

18 Antworten

Ich bin Mitglied der evangelischen Landeskirche, und gedenke, das auch zu bleiben. Das war es aber dann auch.

Von der Überzeugung her bin ich eher so etwas wie ein deistischer Universalist. An Dinge, wie etwa die Trinität glaube ich nicht. 

Als Begründung für Welt gehe ich mit der Naturwissenschaft absolut konform. Dinge wie Urknall, Entstehung des Sonnensystems aus einer riesigen Materiewolke, die sich immer weiter zusammen zog, oder auch die Entstehung des Lebens durch Abiogenese und die Weiterentwicklung durch die Evolution, halte ich für gegeben.

Etwas ausführlicher habe ich das  u. a. hier im GF Forum vor gut 5 Jahren (ziemlich weit unten auf der Seite) schon häufiger mal beschrieben.

https://www.gutefrage.net/forum/thread/893292/gott-christlich-glaubt-ihr-daran/2

Zu der Zeit war ich vermutlich noch etwas mehr religiös angehaucht, als ich es jetzt noch bin.

Als Epikureer bin ich Agnostiker, einer, der bezüglich Gott oder Nicht-Gott keine Beweise anerkennt, weil sie uns in unserem begrenzten Erfahrungswissen nicht möglich sind. Ich baue auf Gründe und da gibt es für mich keine Gründe, die stark genug sind, ein Göttliches als ursächlich anzuerkennen. Das betrifft alle Religionen. Es ist aber eine persönliche Entscheidung, welche Lebensgrundlage man sich gibt, soweit sie die Entscheidung anderer respektiert. Ich habe daher diverse christlich orientierte Freunde und Bekannte, auch einige Moslems und witzigerweise kaum Agnostiker oder Atheisten. Dennoch spielt die unterschiedliche Glaubensfrage keine Rolle.

Eine Meinung zum Christentum habe ich deshalb nicht, weil es ein einheitliches Christentum so wenig gibt wie einen einheitlichen Islam. Für mich ist Religion eine Privatsache und da zählt jeder einzeln. Was die Erde angeht gibt es in religiösen Überzeugungen tausende diverser Schöpfungsgeschichten, weil die Menschen sich schon immer eine Vorstellung machen wollten, woher die Welt kommt und da sind diverse Erfahrungen in Entstehungslegenden unterschiedlichster Art zusammengeflossen. Das hat sich erst bei den Naturphilosophen so ab dem 6. JH v.Chr. im antiken Griechenland geändert. Mit Epikur und dem noch älteren Parmenides bin ich der Meinung, dass das Sein ewig existiert und sich, wie es Heraklit (ca. 500 v.Chr.) dargestellt hat, in ständigem Wandel befindet. Die sog. wissenschaftlichen Entstehungslegenden halte ich für interessant, doch da ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

Ich bin Buddhist und damit gewissermaßen religiöser Atheist.

Was denkt ihr über das Christentum

Das Christentum ist für mich eine von vielen Glaubenslehren, die für sich in Anspruch nehmen, die alleinige, höchste Wahrheit zu besitzen.

Da das Christentum jedoch genau so vielfältig ist, wie die Zahl der Gläubigen, gibt es sowohl positive, als auch negative Entwicklungen.

Wie bei anderen Religionen auch begrüße ich beim Christentum Ansätze, die ich als positiv ansehe und kritisiere Haltungen, die ich weniger positiv finde.

Gerade weil Religion so vielfältig ist, halte ich es grundsätzlich für sinnvoller, sich auf die Gemeinsamkeit des Menschseins zu konzentrieren, als auf Dinge, die uns trennen.

wie denkt ihr ist die Erde entstanden?

Für mich persönlich ist die Entstehung der Welt, oder  nicht von besonderem Interesse. Wir sind nun eben einmal hier, auf diesem Planeten.

Die wissenschaftlichen Erklärungsmodelle sind aus meiner Sicht jedoch schlüssiger, als die Existenz eines allmächtigen Schöpfers anzunehmen.

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