Meinung des Tages: Sollte Containern straffrei werden?

Das Ergebnis basiert auf 190 Abstimmungen

Containern soll erlaubt sein 77%
Andere Meinung 16%
Containern sollte eine Straftat bleiben 7%

60 Antworten

Containern soll erlaubt sein
  1. Containern kann dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden, da es Menschen ermöglicht, Lebensmittel aufzufangen, die sonst weggeworfen würden.
  2. Es kann dazu beitragen, dass weniger Menschen von Armut betroffen sind, da es ihnen ermöglicht, Lebensmittel zu erhalten, die sie sich sonst nicht leisten könnten.
  3. Es kann dazu beitragen, dass weniger Umweltverschmutzung durch den Abfall von Lebensmitteln entsteht.
  4. Es kann dazu beitragen, dass weniger Ressourcen verschwendet werden, da Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden, stattdessen genutzt werden.
  5. Es kann dazu beitragen, dass die Gesellschaft insgesamt solidarischer wird, da es ermöglicht, dass Ressourcen und Lebensmittel gerechter verteilt werden.
  6. Es kann dazu beitragen, dass weniger Kriminalität entsteht, da Menschen, die sich sonst durch Stehlen von Lebensmitteln versorgen müssten, jetzt legal an diese kommen können.
  7. Es kann dazu beitragen, dass weniger Menschen von Hunger betroffen sind, da sie Zugang zu Lebensmitteln haben, die sie sonst nicht hätten.
  8. Es kann dazu beitragen, dass die Gesellschaft insgesamt nachhaltiger wird, da Ressourcen und Lebensmittel besser genutzt werden.
  9. Es kann dazu beitragen, dass die öffentliche Gesundheit verbessert wird, da Menschen Zugang zu frischen Lebensmitteln haben.

Mal eine Frage: Wer haftet, wenn im Container auch giftige, schädliche, verschimmelte oder sonstwie gefährliche Sachen sind, die jemand isst und schwer erkrankt?

4
@FinanceRookie

Haftung? Da sollte einfach der gesunde Menschenverstand reichen, denn schimmliges kann auch daheim entstehen und dafür ist jeder selbst zuständig. Giftige Sachen erkennt doch jeder an der Verpackung, wenn sie nicht geöffnet worden ist und bspw Reinigungsmittel hält niemand für ein Getränk.

2

Alles was hier aufgezählt ist in allen Ehren...
Aber Containern heißt, Waren aus Müllbehältern herauszuholen. Wie an anderer Stelle schon gefragt wurde ist dabei auch nicht sicher, was denn wäre, wenn z.B. verschimmelte Ware mit darunter war - oder noch schlimmer, andere, ggf. gar giftige Bestandteile. Und hygienisch ist das Ganze schon mal wahrlich nicht gerade - geschweige denn "würdig".
Containern ist glaube ich der falsche Ansatz - VORHER schon müsste das Verschenken erlaubt werden oder wie in anderen Ländern noch besser zur Auflage gegen sinnloses Wegwerfen an sich noch guter Waren sein.

Dazu würden dann alle genannten Punkte doch noch viel besser passen, oder nicht?!

4
Andere Meinung

Das ganze hat leider einen Haken. Es wird garantiert Schindluder damit getrieben. Zum Beispiel werden sicherlich irgendwelche Subjekte versuchen, das aus den Containern gefischte Zeugs noch zu verkaufen. Viele wären sicherlich nicht froh darüber, wenn sie wüssten, dass das Grünzeug im Döner vorher beim Aldi im Müll lag.

Und es gibt mit Sicherheit noch jede Menge Möglichkeiten, mit dem Zeug irgendwelche Betrügereien abzuziehen, die mir spontan nicht einfallen. Ich sehe definitiv schon Kleintransporter vor mir, die dann allnächtlich die Tonnen abfahren. Da haben dann die Bedürftigen auch nichts davon.

Natürlich ist es eigentlich eine gute Sache. Aber aus lieber, alter Gewohnheit neige ich dazu, zu befürchten, dass das gehörig nach hinten losgehen wird.

Andere Meinung

Ich hab eine bessere Idee.

Es gibt z. B. bei Möbel Sozialkaufhäuser. Das sollte man bei Lebensmitteln auch machen. Wegwerfverbot noch genießbarer Ware durch reguläre Lebensmittelhändler.

Die Lebensmittel kommen dann in ein Kaufhaus, wo ausschließlich Rentner, Geringverdiener und Arbeitslose einkaufen können. Der Laden wird staatlich gefördert und sollte in jedem größeren Dorf oder Stadt stehen. Betrieben wird es durch Ehrenamtliche, Eurojobber, Leute im sozialen Jahr.

  • ersetzt Tafeln, wo auch nicht jeder einkaufen kann, da einige keine Neukunden annehmen
  • Kunden suchen sich Produkte alle aktiv und in Ruhe selbst aus und bekommen nicht ein mehr oder weniger Pauschalpaket am Tresen zugeschoben
  • Kunden können alle Produkte vorher begutachten bevor sie es mitnehmen und bekommen es nicht schnell eingesteckt wie bei der Tafel, weil noch 20 andere anstehen
  • es gibt Hygienestandards, die bei Containern fehlen
  • schafft Arbeit

Im Grunde also eine bessere Tafel (Punkte 1-3 eigene Erfahrung als Mitarbeiter) und Gesetze gegen Lebensmittelverschwendung

Wo sind denn die Hygienestandards, wenn immer mehr Obdachlose die Essensreste aus sämtlichen Mülleimer fischen?

Dort holen sie sich viel eher Krankheiten, die sie dann an alle Leute problemlos weitergeben können, was beim Containern schließlich nicht der Fall ist.

Die Tafeln nehmen echt keine neuen Leute mehr auf ? Krass.

0
@BrittaSchuld230

Dann müsste ja keiner mehr zum Mülleimer. Ja, einige Tafel sind überfüllt, Aufnahmestop und Wartelisten.

0
@BrittaSchuld230

Digga ich lebe im Müllcontainer und semmel da regemäßig einen rein. Stink halt bisschen geht aber schon irgendwie, das sollte Hyginestandard sein.

0

finde ich gut. In Frankreich gibt es das Wegwerfverbot für Lebensmittel schon, warum nicht auch hier.

0
Andere Meinung

Ich sehe es mittlerweile geteilt. Ich empfinde es als menschlich abartig, wenn weiterhin bedenkenlos verwertbare Lebensmittel entsorgt werden dürfen und sich die bedürftigen Menschen, die sie brauchen und von ihrem Geld nicht kaufen könnten, diese nicht nehmen dürfen. Solche Lebensmittel gehören zu den Tafeln.

Andererseits ist Containern für die Leute oft weit gefährlicher, als sie meinen. Auch optisch noch ansprechende, verpackte Lebensmittel können längst kontaminiert sein, Ratten finden auch ihre Wege hinein und über die Kontaminierung werden Krankheiten übertragen, welche sich auch ausbreiten können.

Also straffrei Containern sehe ich auch kritisch, da eine Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten besteht. Es geht mir hier nicht um Eigentum, sondern um die Gefahren.

Ich wäre dafür, dass Lebensmittelproduzenten und -händler dazu verpflichtet werden, eine Trennung der Lebensmittel vorzunehmen und noch verwertbare Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. Empfindliche Strafen könnten dabei helfen, dass solche Lebensmittel zu den Tafeln kommen.

Aber das Containern ist kein guter Weg. Die Lebensmittel sollten verteilt werden.

Ok, mag sein, dass da eine gewisse Gesundheitsgefährdung besteht. Ich schätze diese übrigens als gering ein, wenn man dabei ein bisschen die Sinne eingesetzt, die die Evolution uns seit Jahrmillionen mitgegeben hat, um verdorbene Lebensmittel zu erkennen.

Aber unabhängig davon: ist es tatsächlich mit unserer Rechtsordnung vereinbar, etwas zu einem Straftatbestand zu erklären, nur weil man dabei ein gewisses Risiko eingeht? Wohlgemerkt, es geht ja nicht um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um eine Straftat! Das heißt, wenn man erwischt wird, dann ist man hinterher vorbestraft! Anders als jemand, der zB ohne Sicherheitsgurt erwischt wird, der hat sich "nur" ordnungswidrig verhalten, zahltveine Geldbuße, fertig. Und trotzdem kann ich mich erinnern, dass das damals bei der Einführung riesige Diskussionen gab, ob das ein zu starker Eingriff in Freiheitsrechte wäre. Steht das mit dem Containern dann noch in einem ausgeglichenen Verhältnis dazu, wie sonstiges riskantes Verhalten bei uns geahndet wird, zB

  • Rauchen
  • Alkohol trinken
  • Fahrrad ohne Helm fahren
  • "Risikosportarten"?
9
@Pomophilus

Ich habe vor einigen Jahren einen sehr interessanten Bericht zum Thema "Containern" gesehen, in dem die Gesundheitsgefährdung eindeutig nachgewiesen wurde. Dazu wurden den Containern Lebensmittel entnommen, die für das bloße Auge absolut unauffällig wirkten. Die Verpackung war intakt. Labortests haben gezeigt, dass auch diese Lebensmittel teilweise stark kontaminiert waren und die belastenden Keime schlimme Erkrankungen zur Folge haben können, die zudem nicht nur den Konsumenten direkt schädigen können. Man kann Keime auf vielerlei Wegen übertragen. Nun bin ich keine Biologin oder Chemikerin, vertraue aber auf die Erkenntnisse solcher Untersuchungen.

Die interviewten Containernden waren sehr "überrascht", welchem Risiko sie sich selbst aussetzen. Sie hatten einfach bisher Glück gehabt, waren aber dann aber auch nicht mehr uneingeschränkt überzeugt.

Es geht hierbei nicht nur um Eigen-, sondern auch um Fremdgefährdung durch infizierte Lebensmittel.

2
@isilang

Nochmals: Die Frage ist doch gar nicht so sehr, ob überhaupt und wenn ja wie groß die Gefahr tatsächlich ist. Die Frage ist doch, ob die Einstufung als Straftat in Relation zu anderen Verhaltensweisen in unser Rechtssystem passt.

3
@Pomophilus

Doch, genau das ist die Frage. Es sind Schaden und Nutzen gegeneinander abzuwägen. Selbstverständlich muss man die Gefahren beachten. Und da der Mensch diese oft nicht erkennen kann, besteht ein großes Risiko.

Es geht in dieser Frage ums Containern an sich. Dazu muss ich keine anderen Risiken als Vergleich hinzuziehen.

1
@isilang

Sorry, hatte zu schnell auf Senden gedrückt. Bitte lies noch den inzwischen bearbeiteten Kommentar.

2
@isilang

Aber ist das nicht ungerecht? Warum nur das Containern so behandeln? Müsste man dann nicht alle Handlungen, die irgendwie zu einer Gefährdung führen können als Straftat verfolgen, müssten dann nicht alle Raucher vorbestraft sein?

2
@Pomophilus

Aus Rauchern entsteht ja schlimmstenfalls keine Epidemie oder Pandemie. Das ist das persönliche Risiko. Heute haben Nichtraucher die Möglichkeit, sich von Rauchern zu entfernen und nicht "belästigt" zu werden. Raucher bleiben oft unter sich.

Die ggfs. entstehenden gesundheitlichen Auswirkungen und finanziellen Belastungen der Allgemeinheit durch "riskantes Verhalten" wären als Thema ein Fass ohne Boden. Dann dürfte kaum noch einer von uns irgendetwas tun. Von daher möchte ich davon weg, es sprengt den Rahmen

Es geht zumindest mir bei diesem Thema gar nicht um Un/Gerechtigkeit.

Mein Fokus liegt mehr darauf, dass den Lebensmittelhändlern unter Strafe untersagt wird, genießbare Lebensmittel zu entsorgen.

Wenn man das Containern nicht als Straftat behandelt, entsteht im Umkehrschluss das Signal, dass es legal ist. Dann ändert sich nichts, alles bleibt, wie es ist.

So wird die Problemlösung nur aufgeschoben.

Davon abgesehen, dass ich denke, dass sich die Regierung einen sehr schlanken Fuß macht, sich auf die Tafeln zu verlassen. Es wäre Aufgabe der Regierung, dafür zu sorgen, dass es keine Tafeln geben müsste. Der Vorstoß von den Grünen und der FDP ist für mich scheinheilig, sonst gar nichts.

Das Thema ist viel zu komplex.

Das ist meine Sicht, die du vielleicht akzeptieren kannst.

0
@isilang

Akzeptieren natürlich, verstehen nicht.

Aus Rauchern entsteht ja schlimmstenfalls keine Epidemie oder Pandemie. Das ist das persönliche Risiko.

Kann denn durch Containern eine Pandemie entstehen?

Heute haben Nichtraucher die Möglichkeit, sich von Rauchern zu entfernen und nicht "belästigt" zu werden. Raucher bleiben oft unter sich.

Was ist zB mit rauchenden Eltern von Kleinkindern?

Wenn man das Containern nicht als Straftat behandelt, entsteht im Umkehrschluss das Signal, dass es legal ist.

Ist bei dir irgendwie das Signal angekommen, dass Falschparken, Ausgraben von geschützten Pflanzen, Lärmbelästigung, unsachgemäße Abfallbeseitigung,... legal seien? Nichts davon wird als Straftat behandelt!

Dann ändert sich nichts, alles bleibt, wie es ist.

Containern wird ja momentan als Straftat behandelt. Ändern deswegen die Lebensmittelhändler ihre Entsorgungspraxis? Ich meine nein, sie sind anscheinend mit der Rechtslage ganz zufrieden, sie sind es die deswegen bequem so weitermachen können, sie sind es, die diejenigen anzeigen, die containern. Würde es nicht sogar im Umkehrschluss Drück auf den Lebensmittelhandel aufbauen, wenn sie diese Möglichkeit nicht mehr hätten?

Es geht zumindest mir bei diesem Thema gar nicht um Un/Gerechtigkeit.

Ich finde, in einem Rechtsstaat kann man das nicht außer acht lassen. Verschiedene Regelverstöße sind unterschiedlich schlimm. Deswegen ist in einem Rechtsstaat eine Person, die bei Rot über die Ampel geht anders zu behandeln wie ein Massenmörder. In diesem abgestuften System ist bei uns aber Containern momentan sehr viel schlimmer eingestuft als die Dinge, die ich weiter oben genannt habe.

1
@Pomophilus
Containern wird ja momentan als Straftat behandelt. Ändern deswegen die Lebensmittelhändler ihre Entsorgungspraxis? Ich meine nein, sie sind anscheinend mit der Rechtslage ganz zufrieden, sie sind es die deswegen bequem so weitermachen können, sie sind es, die diejenigen anzeigen, die containern. Würde es nicht sogar im Umkehrschluss Drück auf den Lebensmittelhandel aufbauen, wenn sie diese Möglichkeit nicht mehr hätten?

Das denke ich nicht. Die Händler könnten einfach niemanden mehr anzeigen, aber trotzdem weiter entsorgen. Es wäre für sie vielleicht ärgerlich, mehr nicht. Der einzige Druck für die Lebensmittelhändler wäre die Entsorgung genießbarer Lebensmittel unter Strafe. Damit das Containern aufhört, müssen alle Beteiligten reglementiert werden.

Aber für mich wirklich nun zum Abschluss drei Artikel über Lebensmittelinfektionen bzw. die Möglichkeit einer Pandemie. Du fragtest ja danach, ob durch Containern eine Pandemie möglich ist. Ja, wer kontaminierte Lebensmittel zu sich nimmt, tut schlimmstenfalls nicht nur sich selbst nichts Gutes.

https://www.infektionsschutz.de/infektionskrankheiten/uebertragungswege/lebensmittelinfektion/

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Ausbrueche/LM/lebensmittelbedingte_Ausbrueche_node.html

https://www.welt.de/jahresrueckblick-2008/februar/article2716962/Norovirus-Epidemie-mit-dramatischen-Ausmassen.html

Das ufert mir zu sehr aus. Ich habe meine Sicht dargelegt. Ich werde das nicht ausweiten. Das war ein Aspekt, nicht mehr.

0
@isilang

Nur noch soviel:

Ich finde in deinen Quellen zu Krankheitsübertragung durch Lebensmittel keinerlei Bezug zum Containern! Stichwort EHEC 2011: Ob nun Sprossen, Gurken oder Tomaten, jedenfalls kam alles kontaminiert aus dem Laden, war dort bereits kontaminiert! Trotzdem, meines Wissens wurde damals von den Verursachern niemand als Straftäter behandelt, was sie taten war wohl lange nicht so schlimm wie zum Eigenbedarf containern! Und eine Pandemie war das natürlich auch nicht einmal im Ansatz, es gab wohl noch nie eine durch Lebensmittel verursachte Pandemie.

Und nochmals zur Klarstellung: Das zynische Kalkül des Lebensmittelhandel lautet: "was ich nicht verkaufen kann, das soll bloß niemand kostenlos bekommen, das muss vernichtet werden, die Leute müssen dann wieder neue Lebensmittel teuer kaufen!" Dieses Kalkül würde durchbrochen, wenn sie die Leute, die sich trotzdem bedienen nicht mehr, so wie du das forderst, kriminalisieren könnten. Wäre zumindest ein erster Schritt gegen die Lebensmittelvernichtung!!

1
@Pomophilus
Dieses Kalkül würde durchbrochen, wenn sie die Leute, die sich trotzdem bedienen nicht mehr, so wie du das forderst, kriminalisieren könnten

Was fordere ich? Ich fordere überhaupt nichts

Also straffrei Containern sehe ich auch kritisch, da eine Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten besteht. Es geht mir hier nicht um Eigentum, sondern um die Gefahren.

Das ist eine Forderung? Das ein Gedanke, eine persönliche Einschätzung. Und die kannst du bitte so stehenlassen.

Diese Energie wäre woanders besser investiert. Dann setze dich dich für Straffreiheit ein, Demonstriere, starte Petitionen oder sonst etwas. Aber ich will mit dir nicht mehr diskutieren. Das führt zu gar nichts.

0
@isilang
Ich habe vor einigen Jahren einen sehr interessanten Bericht zum Thema "Containern" gesehen, in dem die Gesundheitsgefährdung eindeutig nachgewiesen wurdeDazu wurden den Containern Lebensmittel entnommen, die für das bloße Auge absolut unauffällig wirkten. Die Verpackung war intakt.

Du kannst dich darauf verlassen, dass die gleichen Lebensmittel über eine Tafel ausgegeben, nicht weniger "gefährlich" gewesen wären.

Und du kannst dich ebenso darauf verlassen, dass industriell verarbeitete Lebensmittel generell weder gefährlicher noch ungefährlicher sind, als frische vom Markt.

Tatsache ist, dass passend zu einem aktuellen Thema mehr oder weniger Dokumentationen, (schein)wissenschaftliche Untersuchungen von (Schein)Experten in den Medien auftauchen. Du solltest aber immer hinterfragen- Wer hat die Studie/Untersuchung in Auftrag gegeben?

Und wer profitiert an dem oder profiliert sich mit dem, was die Studie aussagt?

0
@Pomophilus

Hi, wichtig ist die Haftungsfrage. Wir leben in einem Staat mit komplizierten Gesetzen. Wenn jemand auf einem fremden Grundstück einen Unfall hat, was dann?

Warum nicht das wegwerfen von Lebensmitteln verbieten? Dann erübrigt sich diese Diskussion. Entweder kostenlos abgeben oder zu einem extrem günstigen Preis. Ich bin für ein klares Verbot von Lebensmittelverschwendung, dann kann man brauchbare Lebensmittel geordnet verteilen.

Es nur moralisch zu sehen bringt meineserachtens wenig, weil Händler ja Versicherungen abschließen müssen. Und dazu kommt, dass Menschen sich schelcht benehmen, viele räumen Container aus und lassen Lebensmittel liegen, Ratten kommen etc.

0
@isilang
Man kann Keime auf vielerlei Wegen übertragen. Nun bin ich keine Biologin oder Chemikerin, vertraue aber auf die Erkenntnisse solcher Untersuchungen.

Genau. Darum das wegwerfen verbieten, dann kann man saubere Wege nutzen, die Lebensmittel zu verteilen.

2
@adianthum
Du kannst dich darauf verlassen, dass die gleichen Lebensmittel über eine Tafel ausgegeben, nicht weniger "gefährlich" gewesen wären.

Was an Tafeln sauber weitergeben wird, wird niemals durch Müllcontainer kontaminiert.

Wenn man etwas aus einem Müllcontainer holt, der oft wochenland nicht gereinigt wird, zu dem teils Ratten zugang haben, kann sich darauf verlassen, dass dieser unhygienisch ist. Und wir reden hier auch von Grundstücken, die betreten werden. Die Haftungfrage bei Unfällen, unkontrollierter Zugang von jedem, der will. Das kann viel Vandalismus zur Folge haben!

Was spricht für dich dagegen, generell Händler zu verpflichten, essbare Lebensmittel so weiterzugeben, dass Konsumenten sie verzehren können? Containern ist nur EIN Weg von VIELEN, vom Handel nicht mehr verkaufte Lebensmittel zu retten!

0
@nochnefrage

Hi, es geht vorallem darum, ob es weiterhin als Straftat bewertet werden soll, wenn man sich weggeworfene Lebensmittel aneignet, das war jedenfalls die ursprüngliche Frage. Und da meine ich, dass das ein Tatbestand ist, der aus unser sonstigen Rechtsordnung weit heraussticht, nicht zu dem passt, was ansonsten als strafbar gilt oder nicht. Die ursprüngliche Begründung von @isilang war ja lediglich die Selbstgefährdung. Darum habe ich das mit anderen Verhaltenweisen und deren rechtlicher Einordnung verglichen.

Dass es darüberhinaus auch andere Rechtsnormen gibt, die man ändern könnte/sollte, zB im Hinblick auf Verbote von Lebensmittelverschwendung, ich denke, da sind wir uns weitgehend einig, außer, dass das weitere "komplizierte Gesetze" bringen wird. Und dieser Handlungsbedarf ist für mich auch kein Grund, dass man Containern unbedingt auf einer rechtlichen Stufe mit Fahrlässiger Tötung belassen müsste. Die bestehende Regelung hilft am meisten den Lebensmittelverschwendern!

Und wenn jemand in einer Weise containert, dass er nebenbei noch andere Tatbestände erfüllt - Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung - dass man das nicht weiterhin ahndet, das stand ja niemals zur Debatte! Aber manchmal geht es wohl auch um abgelaufene Lebensmittel, die auf öffentlich zugänglichem Grund bereitstehen, um zur Entsorgung abgeholt zu werden, möglicherweise nicht mal in einer Tonne. Selbst wenn man sich da bedient, ist das heute eine Straftat.

1

Aber da sehe ich wesentlich mehr Gefährdung der Gesundheit, Lebensmittel aus öffentlichen Mülleimern zu fischen, die schon offen u. angefressen sind !

Man weiß ja nicht, wer da vorher schon dran war, u. die Mülleimer werden ja nicht ständig desinfiziert, obwohl täglich Leute darum rumwühlen u. nach Pfandflaschen suchen.

Ich habe das schon gesehen, als jemand einen angefressen Döner rausholte u. weiter aß... Ich habe echt richtig würgen müssen! Allerdings weiß ich auch, wie schmerzhaft richtiger Hunger ist.

0

Gesundheitsgefahr hin oder her wieso muss man sowas über das Strafrecht lösen und nicht wie üblich über Platzverweise und Bußgelder?

Du argumentierst hier zwar mit Fremdgefährdung aber eine vergleichbare Fremdgefährung gab es ja z.b. in den schlimmsten Zeit der Pandemie bei Maskenverweigerern ebenfalls. Wer ohne Maske in Bus oder Bahn gefahren ist wurde trotzdem nicht direkt vor den Richter gezerrt, sondern rausgeworfen und bei Hartnäcktigkeit mit Bußgeld bestraft.

0
@Darkmalvet, UserMod Light

Wo sage ich, dass man das über das Strafrecht lösen muss? Nirgendwo. Ich sage, dass ich Straffreiheit kritisch betrachte. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

0
@Darkmalvet, UserMod Light

Wenn containern ein Straftatbestand ist, übrigens genau wie schwarzfahren, dann müsste man die Zuckerindustrie (Alkohol, Zigaretten, Waffen, Auto, Motorrad, Fleisch....-Industrie)von Rechts wegen doch logischerweise eigentlich auch als Straftäter Anklagen können 😂

Aber da zeigt sich mal wieder deutlich, dass wer das Geld hat auch die Macht hat, auch die Macht gesetzlich festlegen zu lassen was eine Straftat ist, und was nicht...

0
Containern soll erlaubt sein

Hallo @Team,

in dieser Frage zumindest in so weit, als nahrungsmittelsuchende Personen dabei keine Schließ- / und Zaunanlagen in Hinsicht auf Hausfriedensbruch illegal überwinden, und sie in ihren Suchen dazu auch keine Verunreinigungen und Beschädigungen im Bereich freiwillig frei zugänglicher Container verursachen.

Nicht jeder Einzelhändler kooperiert halt aus vermutlich organisatorischen und rechtlichen Gründen ( was darf offiziell weitergegeben werden, was kostet der Personal- / und Zeitaufwand ) mit den Tafeln.

Ich würde es allerdings nicht vollständig "legalisieren", sondern in Abstimmung mit Verbänden der Einzelhändler und Polizei samt Gerichtsbarkeiten in gewissen "Gegenseitigkeiten" mehr oder weniger nur "tolerieren", wenn individuell niemand konkret Strafanzeige stellt.

Aus Sicht der Einzelhändler darf deren Geschäftsmüll ja auch nicht wirklich zu ungeschützt öffentlich zugreifbar sein.

Ergänzung:

Letztlich kann durch wirklich verdorbene Lebensmittel macher Art aber auch echt mit einer Gefahr für Leib und Leben eines "Containererers" auszugehen sein beim Verzehr, bzw. unkontrolliertem Zugang dazu.

LG

Was möchtest Du wissen?