Meinung der SPD zum 1. weltkrieg?

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6 Antworten

Die Meinung innerhalb der SPD war uneinheitlich und unterlag zudem einem Wandel. Zunächst war man naturgemäß mehrheitlich gegen das Führen von Kriegen. Eine Zäsur bildeten die sogenannten Hottentottenwahlen (Reichstagswahl von 1907). Die SPD sprach sich im Vorfeld vehement gegen einen Nachtragshaushalt von 29 Mill. Reichsmark für den Krieg gegen die Herero und Nama in Deutsch-Südwest aus. Zusammen mit dem Zentrum verhinderte sie eine entsprechende Regierungsvorlage. Daraufhin ließ Wilhelm II. per Verordnung den Reichstag auflösen und Neuwahlen ansetzen. Es folgte eine Wahlkampagne, die der SPD Vaterlandsverrat unterstellte. Aufgrund dieser Hetze und wahltaktische Manöver des rechtskonservativen Bülow-Blocks erhielt die SPD statt der 81 Mandate nur noch 43. Dieser Schock führte zu einem Meinungswandel innerhalb der rechten SPD-Führung. Man wollte nicht mehr als vaterlandsloser Geselle abgestempelt sein sondern lieber im warmen, bequemen Reichstag sitzen. 1913 starb zudem August Bebel. Der rechte Flügel um Ebert, Noske, Scheidemann, Bauer usw. hatte die Führung übernommen. Man verwarf das Erfurter Programm, entschloß sich zur Burgfriedenspolitik und bewilligte Kriegskredite für den 1. WK.

“Unsere Stellung zum Militärwesen ist gegeben durch unsere Auffassung des Nationalitätenprinzips [...] unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit [...] dafür zu sorgen, daß das deutsche Volk nicht von irgend jemandem anderem an die Wand gedrückt wird“ (Gustav Noske, 1907)

„Die Kriegsfrage ist kein prinzipielles sondern ein taktische Problem. Es gilt für das Proletariat der einzelnen Länder abzuwägen, ob der Krieg Vorteile bringen könnte ...“ (Gustav Bauer, 1913)

Letztendlich führte diese Entwicklung zur Spaltung der deutschen Linken.

Die SPD-Reichstagsfraktion stimmte mehrheitlich den Kriegskrediten zu. Unter "Kriegskredit" versteht man generell die Ermächtigung, im Staatshaushalt die Position des Armeeetats zu erweitern, also aus dem Staatshaushalt Geld für den Krieg zu verwenden.

Im Laufe des Krieges wuchsen aber die Spannungen der beiden Flügel, weil der eine Flügel der kaiserlichen Regierung bedingungslos bei jedem Kriegsziel beistehen wollte, der linke Flügel aber nur solange kämpfen wollte, bis die Kriegsgegner zu einem Frieden bereit wären, auch einem sog. "Verständigungsfrieden", bei dem Deutschland nicht der klare Sieger wäre und evtl. nichts gegenüber der Ausgangslage gewonnen werden würde.

1917 (Oktoberrevolution in Russland!) spaltete sich die Partei in zwei, dann drei selbständige Parteien auf. Die Mehrheitssozialdemokratie unterstützte weiterhin den Kaiser, Spartakus, aus dem die KPD wurde, und die Unabhängige Sozialdemokratie traten für das sofortige Ende des Krieges ein.

Unter Suchworten wie Kriegskredite oder Burgfrieden solltest Du in Verbindung mit SPD aber auch genug mit Suchmaschinen finden.

Die SPD war erstmal gegen Krieg, aber nachdem die sozialistischen Parteien der anderen Länder für den Krieg gegen Deutschland waren (d.h., die Politik ihrer Länder unterstützt haben), haben sie ihre Zustimmung zu den Kriegskrediten gegeben. Sie schlossen zudem mit dem Kaiser und den anderen Parteien den sogenannten und vviel kritisierten "Burgfrieden". Das bedeutete, das sie für die Zeit des Krieges die Interessend der Partei hinter die des Kaisers stelleten und ihn gewähren ließen, um den Krieg zu gewinnen.

Was willst du da schon groß erfahren, die Kriegskredite, für die die SPD stimmte, werden sie wohl kaum erwähnen und wenn doch, eine faule Ausrede parat halten. Die ökonomischen Hinteergründe werden gleichfalls nicht erläutert, oder nur mit ein paar dürren Worten abgetan. Bleibt noch der Schlachtenverlauf, der aber von jeder x-beliebigen anderweitigen Richtung, Organisation gleichfalls dargestellt wird.

Aus welcher Zeitsicht? Vor - während - nach dem 1. WK?

vor- während. also ob sie generell am anfang dafür oder dagegen waren und so.

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