meint ihr durch das internet gibt es mehr missbrauch an kinder oder im gegenteil durch das internet werden mehr missbrauchsfälle aufgeklärt?

6 Antworten

Durch das Internet ist es schneller möglich missbrauchsfålle auf zu klären. Da die Ermittler oft die IP der Tätern ermitteln können. Oder wenn der Täter sich oder das Kind zeigt ist es auch einfacher da zu ermitteln. Leider macht das Internet den Tätern die Verbreitung einfacher als ohne a Internet. Auch verhindert der grössere Erfolg bei den Ermittlungen keinen Missbrauch. Sondern die Täter werden vorsichtiger. Mit vpn und/oder Tor und mit vollverschlüsselung von Rechner machen es die Täter den Ermittlern ziemlich schwierig. Da diese Verschlüsselung sehr schwer zu knacken ist. Und die IP ist auch unmöglich herauszubekommen. Also für die Täter ist das Internet besser als für die Ermittler. Würde ich sagen.

können die hunderten von VHS-Kassetten und Polaroid wo ich dabei war auch ins Internet?

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Die Vorstellung hinter der Frage ist, dass man durch die Aufklärung von Missbrauchsfällen über die Auswertung von kinderpornographischem Material, Missbrauchstäter aus dem Verkehr ziehen kann und dadurch die Fallzahlen zum Kindesmissbrauch sinken.

Das ist plausibel, der Effekt ist aber extrem gering weil:

  • die meisten Kindesmissbraucher keine Bilder / Video ihrer Taten verbreiten
  • die meisten Konsumenten von kinderpornographischen Material selbst keine Missbrauchstäter sind

Zum ersten Aspekt

Kindesmissbrauchern ist natürlich bewußt, dass jedes Bild, dass den Behörden bekannt wird, die Möglichkeit zur Identifizierung des Täters, des Kindes, des Tatortes oder der Tatzeit ermöglichen kann. Und es dann, wenn im Sinne des Kinderschutzes alles gut geht, es zur Verhaftung kommt. Entsprechend selten kommt das vor.

Lt. Polizeilicher Kriminalstatistik 2019 gab es 2019 13.670 Fälle von "Sexueller Missbrauch von Kindern §§ 176, 176a, 176b StGB" und 186 Fälle von "Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern zur Herstellung und Verbreitung pornographischer Schriften § 176a Abs. 3 StGB" (wobei die Verbeitungsabsicht zur Einstufung schwer führt, also alle Fälle sexueller Handlungen erfasst). Von den 186 Fällen sind dabei auch noch in etwas über 50% die Täter Minderjährige. Es gibt weniger als 100 Fälle mit erwachsenen Täter. Also deutlich weniger als 1 Prozent aller Missbrauchstaten. Man darf davon ausgehen, dass hier auch das Dunkelfeld viel geringer ist als im Grunddelikt, da die Verbreigung zur Aufklärung führt.

Im umkehrschluss bedeutet das, dass die aufgeklärten Fälle kaum etwas zur Verringerung der Masse der künftigen Taten beitragen (weil sie ja nur einen sehr kleinen Bruchteil der Gesamtmasse ausmachen).

Zum zweiten Aspekt

Die Nutzer von kinderpornographischen Material sind in der Regel selbst keine Missbrauchstäter. Sie weichen auf kinderpornographisches Material aus, um ihren Sexualtrieb zu befriedigen.

Eine Schweizer Studie zur Delinquenz von Konsumenten von Kinderpornografie, zu dem Ergebnis, dass der Konsum von Kinderpornografie alleine keinen Risikofaktor für spätere physische Sexualdelikte darstellt.

Viele Kinderporno-Konsumenten glauben, dass der Konsum aufgrund der Möglichkeit den Sexualtrieb alternativ zu befriedigen die Gefahr eines Übergriffs verringert. Unabhängig davon, ob das stimmt oder nicht, ist die Nutzung von kinderpornographischem Material, das sexuelle Handlungen echter Kinder zeigt, moralisch verwerflich. Illegal ist es ohnehin.

Ein dritter Aspekt: die Wirkung von Pornographie

Die Freigabe von Erwachsenenpornographie wird häufig mit einer Abnahme von Vergewaltigungsdelikten in Verbindung gebracht. Allerdings gibt es auch Gegenstimmen, die einen sexuellen Verrohungseffekt durch Pornographie auszumachen meinen. Dem steht entgegen, dass Gesellschaften mit einer höheren Rate an Pornografiekonsum (meiner Kenntnis nach) eine niedrigere Rate an sexueller Gewalt aufweisen.

Welche Rolle spielt der Zugang zu kinderpornographischem Material (der heute ja in der Regel Online erfolgt) also für sexuelle Übergriffe auf Kinder?

Ist der Konsum von Kinderpornographie ein Wegpunkt auf dem Pfad zu einem sexuellen Übergriff oder unterbricht der Zugang zu kinderpornographischem Material den Pfad, der sonst zu einem sexuellen Übergriff geführt hätte. Beides ist denklogisch möglich.

Es gibt jedenfalls keine positive Korrelation zwischen dem Hellfeld bei Kinderpornographie und dem Hellfeld bei sexuellem Missbrauch von Kindern. Die Daten deuten eher auf eine negative Korrelation in.

1995 gab es lt. Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) 16.013 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern und 414 Fälle von "Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornographischer Schriften".

2019 waren es lt. PKS 13.670 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern und 12.262 Fälle von "Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornographischer Schriften".

Wenn Kinderpornographie zu Kindesmissbrauch führen würde, müssten sich die Fallzahlen bei Kindesmissbrauch in den letzten 25 Jahren verdreißigfacht haben. Sie müssten dann über 470.000 liegen. Das tut sie aber nicht. Langfristig gesehen sind sie sogar um 15 Prozent zurückgegangen.

Die Statistik zu den Fallzahlen der PKS für den Zeitraum 1995 bis 2019 zeigt, dass es tatsächlich einen erheblichen Anstieg bei Verbreitung und Besitz von Kinderpornographie gibt. Für den sexuellen Missbrauch von Kindern gilt dies dagegen nicht. Langfristig betrachtet sind die Fallzahlen hier sogar rückläufig.

Die Fallzahlen entsprechen aber nicht den Taten. Gerade in Hinblick auf Kindesmissbrauch gibt es gute Gründe anzunehmen, dass die „Dunkelziffer“ aufgrund einer viel höheren Anzeigebereitschaft und gesteigerter gesellschaftlicher Sensibilität in den letzten drei Jahrzehnten deutlich abgenommen hat. Der Rückgang der Taten ist also mutmaßlich noch deutlich größer als der Rückgang der Fallzahlen im Hellfeld suggeriert.

Ich halte es durchaus für möglich, dass der Rückgang des sexuellen Missbrauchs von Kindern mit der zunehmenden Verfügbarkeit von kinderpornographischem Material durch das Internet zusammenhängt (Start des "World Wide Web" am 30. April 1993; Start des ersten erfolgreichen Mosaic Netscape 0.9, am 13 Oktober , 1994; Version 1.0 ab Dezember 1994).

Schlussfolgerung

Die Nutzung von Bilder, die den Missbrauch von Kindern zeigen ist verwerflich. Wenn man die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Kinder ernst nimmt, kann man diese auch nicht legalisieren, egal wie sie sich auf die Zahl sexueller Übergriffe auswirken.

Anders verhält es sich bei fiktiver Kinderpornographie. Hier ist die Rechtslage in Deutschland aktuell kompliziert.

Der Besitz ist legal, die Verbreitung, Zugänglich machen (beide §184, Abs. 1, Nr. 1) Herstellung, Beziehen, Liefern, Vorrätig halten, Anbieten, Bewerben, Ein- und Ausfuhr (alle §184, Abs, 1, Nr. 3) sind illegal und teilweise mit sehr hohen Strafandrohungen versehen. Dem Konsumenten hilft es eher bedingt, wenn zwar der Besitz legal ist, aber die Beschaffung (z.B. Import) kriminalisiert ist.

Aus meiner Sicht spricht sehr viel dafür fiktiver Kinderpornographie vollkommen straffrei zu stellen und damit den Konsumenten eine legale Alternative zu eröffnen.

Woher ich das weiß:Recherche

Das Internet gibt Jugendlichen die Möglichkeit, Hilferufe in die Welt abzusenden. Die sonst gar nicht wüssten, was sie machen sollten.

Denn der überwältigende Teil von Gewalt gegen Kinder wird durch deren Eltern ausgeübt. Der unbekannte Fremde, der böse Pädophile, ist eine Phantasie von Eltern, spielt in der Realität aber keine Rolle.

Darum ist alle Kontrolle der Kommunikation von Kindern im Ergebnis nützlich für Gewalt gegen Kinder. Und alle von Eltern unkontrollierten Kommunikationswege ihre Chance.

Das gehört zu den Dingen, die du so natürlich in einer Welt, die von Erwachsenen, die Eltern sind, so kaum ausgesprochen finden wirst.

ich glaube es gibt dadurch mehr Kindesmissbrauch, weil sich potenzielle Täter gegenseitig bestätigen und ermutigen und man auch leicht an Kinder als potenzielle Opfer herankommt

zum Teil werden Kinder im Darknet auch offen zum Missbrauch angeboten, ganz zu schweigen von den ganzen Kinderpornoplattformen, für die Kinderpornos produziert werden, man diese verkaufen, kaufen oder tauschen kann

das Bild- und Videomaterial kann heute schnell verbreitet werden. in den 80er Jahren musste ich auch in Kinderpornos mitmachen. da wurden hunderte VHS -Kassetten kopiert. die Datenträger (Polaroid usw.) waren sehr teuer. manchmal wurden wir Kinder für perverse Aufnahmen mehrmals gefiilmt.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Oh tut mir leid für dich,und wie geht es dir zu dieser zeit?Wie geht es dir psychisch?Ich frage mich wie pedos denn an diese vhs dann rangekommen sind,die könnte mann ja schlecht einfach so kaufen,und einfach jemanden fragen stell ich mir schlecht vor.wahrscheinlich durch kontakte aber diese müssen ja erstmall aufgebaut werden,wie lief das damals ab?

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@philip605

ja schlecht. bin seit Jahren in Therapie. als Junge war mich nich bewusst was ich da mitmachte. ein Therapeut sagte mir mal "unter dem Ladentisch" wurden so Kassetten verkauft.

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@philip605

Ich habe eine reportage geschaut. Da würde gesagt dass die sich getroffen haben um das zu tauschen. Als das Internet noch nicht für jedermann verfügbar war.

Genau wie damals wird auch heute viel getauscht. Und sogar die kinder an die die Pädophilen rankimmen werden im Netz zum sex angeboten. Wie der fall aus Münster zeigt. Sehr schrecklich und abartig sowas.

Jens es macht mich sehr traurig, dass du sowas schlimmes erleben musstest. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass du das irgendwie verarbeiten kannst.

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